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Merkur-Redakteur Alexander Weber. 

US-Präsident seit sechs Monaten im Amt

Trump-Kommentar: Maß halten, Kritiker!

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Kritik ist angebracht, doch das tägliche Trump-Bashing ist maßlos geworden, meint Merkur-Redakteur Alexander Weber. Eine andere Strategie sei dagegen lohnender. 

Seit einem halben Jahr gibt es vor allem in Deutschland und Europa ein neues Gesellschaftsspiel: Trump-Bashing, der tägliche Schenkelklopfer- und „Hast-Du-schon-gehört?“-Volkssport von Millionen. Sicher: Am meisten trägt der US-Präsident höchstselbst mit seinen Twitter-Botschaften und politischen (Fehl-)Entscheidungen dazu bei, dass er zur Zielscheibe von Hohn und Spott geworden ist. Und ja, in den ersten sechs Monaten seiner Amtszeit hat er seine Chancen erhöht, dereinst zum schlechtesten US-Präsidenten aller Zeiten gewählt zu werden. Und doch: Manche Kritik ist maßlos überzogen. Etwa die jüngsten Berichte über ein „geheimgehaltenes“ Zweitgespräch Trumps mit Putin. Das ist Hysterie. Nur weil der Amerikaner vorübergehend den Sitzplatz beim offiziellen Gipfel-Dinner zum Plausch mit dem Russen getauscht hat! Wie hätte Ludwig Erhard den Kritikern zugerufen? Maß halten!

Auch die Haltung mancher, Trump in die Ecke zu stellen und zu ignorieren, ist falsch. Dazu sind die USA zu groß und zu wichtig. Lohnender ist die Strategie des Franzosen Macron: Trump einbinden und beeindrucken – und alle Knigge-Fehltritte des Bulldozer-Präsidenten ignorieren. Politik heißt: dicke Bretter bohren. Auch wenn Trump aus besonders hartem Holz geschnitzt ist.

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