Former US President Donald Trump speaks to reporters after participating in a Thanksgiving teleconference with members of the United States Military, at the White House in Washington, DC.
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Donald Trump ist wütend auf seine Partei-Kollegin.

Twitterloser Trump

Trump nach Twitter-Sperre „frustriert“: Für Schimpf-Kampagne sucht er sich jetzt Schlupflöcher

  • Julia Hanigk
    vonJulia Hanigk
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Seit Liz Cheney als eine der wenigen Republikaner für ein Impeachment Donald Trumps stimmte, gilt sie als neues Feindbild des Ex-Präsidenten. Seine Anhänger sollen nun für ihn twittern.

  • Republikanerin Liz Cheney stimmte für ein Amtsenthebungsverfahren von Ex-Präsident Donald Trump.
  • Das Zog Hass der Trump-Anhänger:innen und Partei-Kolleg:innen nach sich - angestachelt durch Donald Trump selbst.
  • Da der Ex-Präsident allerdings nicht mehr selbst twittern kann, bittet er nun die Fans um Hilfe. Doch auch Cheney hat noch einen Trumpf in der Hinterhand.

Miami - Sie ist das neue Feindbild des Ex-Präsidenten Donald Trump: Elizabeth Lynne „Liz“ Cheney Perry. Sie ist eine US-amerikanische Politikerin und Mitglied der Republikanischen Partei. Seit dem 3. Januar 2017 vertritt sie den Bundesstaat Wyoming im US-Repräsentantenhaus.

Grund des Ärgers: Liz Cheney hatte als eine von nur zehn Abgeordneten der Republikaner dafür gestimmt, ein weiteres Amtsenthebungsverfahren gegen den inzwischen abgetretenen Präsidenten einzuleiten. In ihrem Staat Wyoming wird die Politikern dafür heftig kritisiert. Der Bundesstaat gilt als Hochburg der Republikaner:innen mit einem besonders hohen Anteil an Waffenbesitzer:innen und Trump-Supporter:innen.

Von Trump angestachelt: Liz Cheney kämpft gegen die eigene Partei

Sogar innerhalb der eigenen Reihen bekommt Liz Cheney für ihre Zustimmung zum Impeachment-Prozess nun heftigen Gegenwind. Die 54-Jährige kritisierte im Vorfeld bereits Donald Trump und hatte ihn öffentlich für den Sturm des rechtsradikalen Mobs auf den US-Kongress am 6. Januar verantwortlich gemacht. War sie bisher noch die mächtigste Frau der Republikaner im US-Repräsentantenhaus, machen ihr nun die eigenen Parteikollegen die Position an der Fraktionsspitze und auch ihr Abgeordnetenmandat streitig. Allen voran der Senator Anthony Bouchard aus Wyoming. Er sagte im Trump-treuen Fernsehsender Fox News, Cheney sei nicht in den Kongress gewählt worden, um bei Entscheidungen ihrem Gewissen zu folgen. Sie solle im Interesse der Menschen ihres Bundesstaates abstimmen. Daher wird er in den nächsten Vorwahlen gegen Liz Cheney antreten.

Liz Cheney ist das neue Feindbild Donald Trumps

Die Aktivitäten der Politikerin setzten aber nicht nur die Kolleg:innen in Aufruhr, auch Donald Trump erboste die Dame sichtlich. Er forderte, sie aus der Führungsposition im Kongress entfernen zu lassen und einen Gegenkandidaten aufzustellen. Das Problem des Ex-Präsidenten allerdings: Seine Twitter-Accounts sind gesperrt. Die soziale Plattform war das Hauptkommunikationsmittel Trumps, mehr als 87 Millionen Menschen folgten dem ehemaligen Präsidenten dort. Besonders in seiner Fehde mit Liz Cheney scheint ihm der Kurznachrichtendienst nun abzugehen. Wie das US-Portal Daily Beast berichtet, sei Donald Trump zunehmend „frustriert“, dass er keine Online-Attacken auf seine neue Lieblingsgegnerin austragen könne.

Liz Cheney spricht im Kapitol in Washington.

Gesperrter Twitter-Account? So stachelt Donald Trump trotzdem gegen Cheney

Donald Trumps Weg aus der Twitter-Misere: Er bittet seine Fans um Hilfe. Sie sollen in seinem Namen twittern. Ein:e Vertraute:r Trumps gegenüber Daily Beast: „Er hat Beleidigungen und Beobachtungen vorgeschrieben, viele von ihnen über Cheney, aber er hat keine Möglichkeit, sie selbst zu twittern. Also hat er sich überlegt, anderen Vorlagen zu schicken, die sie dann in ihrem Twitter-Kanal senden können.“ Er halte Cheney für „falsch“, außerdem habe sie „keine Freunde“ und schade der Partei.

Liz Cheney - auch sie hat noch einen Trumpf in der Hinterhand

Das stimmt so aber vielleicht nicht ganz, denn Liz Cheney ist die bekannte Tochter des früheren Vize-Präsidenten der Bush-Regierung, Dick Cheney. Und der hat derweil ebenso seine Kontakte spielen lassen und ein wenig Lobbyarbeit geleistet. So stellte sich der ehemalige US-Präsident George W. Bush hinter die Abgeordnete. Sein Stabschef teilte mit, er hätte Dick Cheney angerufen, um ihm für den „Einsatz seiner Tochter zu danken“. (jh)

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