Neuer Eklat

Trump macht sich über behinderten Journalisten lustig

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South Carolina - Donald Trump sorgt in den USA erneut für Ärger. Der republikanische Präsidentschaftskandidat machte sich bei einem Auftritt öffentlich über einen behinderten Journalisten lustig.

Donald Trump hat in den USA für den nächsten Aufreger gesorgt und dabei eine rote Linie überschritten. Nach seinen als rassistisch gewerteten Äußerungen zu den Flüchtlingen und der Minderwertigkeit mexikanischer Arbeiter ist bei seinem neuesten Angriff ein körperbehinderter Journalist in sein Visier geraten.

Auf offener Bühne imitierte er den US-Journalisten Serge Kovaleski, der mit einer angeborenen Gelenkversteifung (Arthrogyrposis) lebt, indem er die für diese Behinderung typischen Handbewegungen nachäffte. "Nun, dieser arme Kerl - man muss diesen Typen nur anschauen", sagte er und verrenkte seinen Körper, als ob er einen spastischen Anfall hätte.

Hintergrund: Trump behauptete, dass Tausende Muslime in den USA die Terroranschläge vom 11. September 2001 öffentlich gefeiert hätten. Er berief sich dabei auf einen Zeitungsartikel von Serge Kovaleski vom 18. September 2001. Der Journalist der "New York Times" war damals noch für die "Washington Post" dieser These auf den Grund gegangen und hatte geschrieben, dass in Jersey City, einer arabischen Hochburg nahe New York, Sicherheitsbehörden mehrere Menschen festgenommen und verhört hätten. Daraufhin hat Kovaleski in dieser Woche auf CNN klargestellt, er wüsste nicht, dass "irgendjemand von Tausenden oder auch Hunderten gesprochen hätte, die gefeiert hätten".

Damit widerlegte er Trumps Behauptung, und aufgrund des Widerspruchs bekam er den Zorn den Immobilienmoguls und republikanischen Präsidentschaftsbewerbers zu spüren. "Ach, ich weiß nicht, was ich gesagt habe! Ich erinnere mich nicht", imitierte Trump Kovaleskis Auftritt bei CNN.

Am Donnerstag (Ortszeit) bestritt Trump allerdings, den Journalisten überhaupt zu kennen und warf ihm vor, seine Behinderung auszunutzen. "Serge Kovaleski muss eine Menge von sich halten, wenn er denkt, dass ich mich an ihn nach Jahrzehnten erinnere - wenn ich ihn überhaupt getroffen habe, was ich bezweifele", erklärte der Republikaner. "Er sollte aufhören, seine Behinderung für Effekthascherei zu benutzen, und wieder daran gehen, für eine Zeitung zu berichten, die gerade schnell den Bach runter geht", forderte der 69-jährige Milliardär den mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Journalisten auf.

Außerdem griff Trump die "New York Times" via Kurznachrichtendienst Twitter an. Er habe "überhaupt keine Ahnung, wie dieser Herr Kovalski aussieht", twitterte Trump, wobei der Name des Journalisten falsch geschrieben wurde. Diesen Tweet löschte er anschließend und ersetzte ihn mit einem mit der gleichen Aussage.

Die "Washington Post", wo Kovaleski früher arbeitete, zitierte den Journalisten mit den Worten, er sei sich sicher, dass Trump ihn kenne und von seiner Behinderung wisse. Ein Sprecher der "New York Times" sagte, das Verhalten Trumps sei "skandalös".

msa/afp

Rubriklistenbild: © Screenshot YouTube

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