Angela Merkel und Donald Trump beim G7-Gipfel 2019 im französischen Biarritz.
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Angela Merkel und Donald Trump beim G7-Gipfel 2019: Wann soll in der Corona-Pandemie das nächste Staatengruppen-Treffen stattfinden?

„Das ist wirklich unglücklich“

Corona: Trump äußert sich zu Fallzahlen in Deutschland - und lässt Merkel dabei nicht gut wegkommen

Aus dem Schengen-Raum darf wegen der Corona-Pandemie aktuell niemand in die USA einreisen. Präsident Donald Trump hat sich jetzt zum Infektionsgeschehen in Deutschland geäußert.

  • Donald Trump hat den Anstieg der Corona-Infektionsfälle in Deutschland „unglücklich“ genannt.
  • Gleichzeitig verwies der US-Präsident auf sinkende Fallzahlen in den USA.
  • Trump erwägt einen G7-Gipfel nach der US-Wahl im November - ob wegen der Pandemie als Videokonferenz, ließ er offen.

Washington - In seinem eigenen Land läuft es zwar mit dem Sars-CoV2-Virus* auch nicht gut. US-Präsident Donald Trump* hat dennoch die zunehmende Zahl an Coronavirus-Fällen in Deutschland bedauert. „Im Sieben-Tage-Durchschnitt für Deutschland sind die Fälle unglücklicherweise um 62 Prozent gestiegen. Das ist wirklich unglücklich“, sagte Trump* am Dienstag bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Trump nannte zudem explizit hohe Raten auch für Frankreich, Spanien und das Vereinigte Königreich. Es blieb aber unklar, auf welcher Grundlage Trumps Zahlen basierten.

Die Infektionen in den USA würden dagegen sinken, sagte Trump. „Das wird mit der Zeit noch viel besser“, meinte er. Tatsächlich sind die Neuinfektionen in den USA, die 330 Millionen Einwohner haben, nicht mehr so zahlreich wie noch Mitte Juli, liegen aber noch immer bei um die 50.000 täglich. Die seit Beginn der Corona-Pandemie* rund fünf Millionen Fälle in den USA entsprechen etwa einem Viertel aller weltweiten Fälle. Für Reisende aus dem Schengen-Raum sind die Grenzen der Vereinigten Staaten auf Erlass Trumps, der nun seinen eigenen Ministern mit der Entlassung drohte, aktuell weitgehend geschlossen. Ausnahmen gelten für US-Bürger und Inhaber von Greencards.

Corona in den USA: Trump erwägt G7-Gipfel nach US-Wahl im November

Eine neue Idee hatte Trump, der sich jüngst einen skurrilen Moment vor laufender Kamera leistete, nun auch für den wegen der Pandemie verschobenen G7-Gipfel. Er neige dazu, das Treffen der Staats- und Regierungschefs sieben führender Industriestaaten „irgendwann nach“ der Präsidentschaftswahl* stattfinden zu lassen, so Trump bei einem Presse-Briefing am Montag. Es gebe dann eine „bessere, ruhigere Atmosphäre“ als vor der Wahl.

Die USA haben in diesem Jahr den Vorsitz der G7 inne. Der Gipfel war ursprünglich für Juni geplant gewesen, wurde von Trump dann aber wegen der Corona-Krise vertagt. Zuvor hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)* ihre Teilnahme abgesagt. Kurz darauf kursierten Gerüchte, dass Trump Merkel als „dumm" bezeichnet haben soll.

Mehr zum Thema im Video: Angela Merkel gibt Donald Trump einen Korb

G7-Gipfel in Corona-Pandemie: Lädt Trump Putin ein zweites Mal ein?

Trump ließ offen, ob der Gipfel als direktes Treffen oder nur als Telefonkonferenz stattfinden soll. Er stellte erneut in Aussicht, dass an dem Gipfel nicht nur Vertreter der G7-Staatengruppe, sondern auch anderer Länder teilnehmen sollten: „Wir werden bestimmte Leute einladen, die nicht in der G7 sind.“

Trump ließ diesmal auch offen, ob er den russischen Präsidenten Wladimir Putin einladen will. Dies hatte er im Juni aus Anlass der Verschiebung des Gipfels angekündigt. Russland war nach seiner Annexion der Krim-Halbinsel im Jahr 2014 aus der Staatengruppe ausgeschlossen worden, womit die G8 zur G7 geschrumpft war. Neben den USA und Deutschland gehören der G7 Frankreich, Italien, Großbritannien, Kanada und Japan an.

Trump-Sprecherin: US-Präsident hat in Corona-Pandemie Millionen Menschenleben gerettet

Das Krisenmanagement Trumps in der Corona-Pandemie steht zunehmend in der Kritik- doch noch im Juli hatte es die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, verteidigt. „Der Präsident hat drei bis vier Millionen Menschenleben gerettet“, sagte sie bei einer Pressekonferenz.

Das Weiße Haus habe stets deutlich gemacht, dass die Wiedereröffnung des Landes lokale Ausbrüche nach sich ziehen werde, „dass wir Glutherde und manchmal Feuer sehen werden“, sagte McEnany. Es werde viel zu wenig darüber gesprochen, welche negativen Auswirkungen die Eindämmungsmaßnahmen nach sich gezogen hätten. McEnany nannte keine Grundlage für die von ihr genannte Zahl der angeblich geretteten Leben. (dpa/frs) *Merkur.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Derweil gibt es in Deutschland überraschende Neuigkeiten zu Karl-Theodor zu Guttenberg. Kommt es nun zum Polit-Comeback?

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