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Andrew Puzder nach seinem „Vorstellungsgespräch“ bei Donald Trump.

Lieber Maschinen statt Menschen

Trump nominiert Chef von Fast-Food-Kette als Arbeitsminister

Washington - Mit einer weiteren hochumstrittenen Kabinettsnominierung hat der künftige US-Präsident Donald Trump die Wogen der Empörung über sein Regierungsteam weiter hochschlagen lassen.

Trump benannte am Donnerstag den Schnellrestaurant-Besitzer Andrew Puzder als seinen designierten Arbeitsminister. Der 66-jährige Chef von CKE Restaurants ist ein Gegner höherer Mindestlöhne und der Gesundheitsreform des scheidenden Präsidenten Barack Obama.

Trump bezeichnete Puzder als einen Unternehmer mit einer "Bilanz des vehementen Einsatzes für Arbeiter", was ihn zu einem "idealen Kandidaten" für das Arbeitsministerium mache. Das sehen die Gewerkschaften allerdings ganz anders. Puzder sei ein Mann, "dessen Geschäftsbilanz durch den Kampf gegen die Arbeiterschaft definiert wird", erklärte der Chef des Gewerkschaftsverbandes AFL-CIO, Richard Trumka.

Lieber Maschinen statt Menschen

Puzder, zu dessen Unternehmen die Burgerketten Carl's Jr. und Hardee's gehören, stellt sich gegen die Forderung der Demokraten nach einer Erhöhung des landesweit geltenden Mindestlohns auf 15 Dollar (rund 14,20 Euro). Der durch ein Bundesgesetz festgelegte Mindestlohn steht seit 2009 bei 7,25 Dollar.

Puzder hatte sich im vergangenen Jahr in einem Beitrag für das "Wall Street Journal" auch über die Lohnfortzahlung bei Krankheit und über die Kosten für die Arbeitgeber durch das Gesundheitssystem "Obamacare" beschwert. In dem Beitrag plädierte er dafür, zur Senkung der Arbeitskosten Arbeiter weiter durch Maschinen zu ersetzen.

Team Trump: Das Kabinett des künftigen US-Präsidenten

Trump hat inzwischen für mehr als die Hälfte der Kabinettsposten seine Nominierungen bekanntgegeben. Die Regierungsmannschaft besteht zu einem Großteil aus konservativen Hardlinern. Für große Empörung hatte zuletzt etwa auch seine Wahl für die Umweltbehörde EPA gesorgt: Sie soll vom bisherigen Generalstaatsanwalt des Bundesstaats Oklahoma, Scott Pruitt, geleitet werden, einem rigorosen Befürworter fossiler Energien und vehementem Kritiker der EPA.

Bei einem Auftritt im Bundesstaat Iowa verteidigte Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) seine Personalentscheidungen. Er sei dabei, "eines der großartigsten Kabinette in der Geschichte unserer Nation zusammenstellen". Er habe Leute ausgewählt, die sich "dem gemeinsamen Wohl" verschrieben hätten, sagte der gewählte Präsident. In Iowa setzte Trump seine Tour durch mehrere Bundesstaaten fort, mit der er sich für seinen Wahlsieg bedankt.

Zu den wichtigen Posten in seinem Kabinett, die bislang noch unbesetzt sind, gehört der des Außenministers. Trump hat allerdings noch Zeit. Er tritt das Präsidentenamt am 20. Januar an.

afp

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