Mike Pence und Donald Trump nebeneinander vor grauem Hintergrund
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Spannungen zwischen Pence und Trump: Ein Treffen nach dem Kapitol-Sturm verlief wohl nicht so gut, wie von offizieller Seite behauptet.

Nach dem Sturm aufs Kapitol

Trump gegen Pence: US-Blatt berichtet von skurrilem Streit - Ivanka musste schlichten

  • vonMayls Majurani
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Donald Trump und Mike Pence trafen sich fünf Tage nach den Kapitol-Kravallen zu einem Gespräch. Harmonisch war es wohl nicht, Ivanka Trump und Jared Kushner mussten vermitteln.

Washington, D.C. - Das Verhältnis zwischen Donald Trump und Mike Pence gilt seit dem Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar als gestört. Wie die New York Times berichtet, soll Trump an jenem Tag zu seinem Vizepräsidenten gesagt haben: „Du kannst entweder als Patriot in die Geschichte eingehen, oder du kannst als Pussy in die Geschichte eingehen.“ Der damalige US-Präsident wollte offenbar, dass Pence ihn zum Wahlsieger erklärt. Der Präsident wiederholte mehrmals die falsche Behauptung, Pence könne das Ergebnis der US-Wahl annullieren.

Gespräch zwischen Trump und Pence nach dem Kapitol-Sturm: Ivanka Trump und Jared Kushner müssen vermitteln

Fünf Tage nach diesem Vorfall, am 11. Januar, gab es ein Treffen der beiden im Oval Office. Offiziell war die Rede von „einem guten Gespräch“, doch offenbar war das Gespräch alles andere als gut. Es sei ein steifes und unangenehmes Treffen gewesen, berichtet die Washington Post und verweist auf mehrere Personen, die vertraut mit dem Gespräch waren. Demnach mussten die Tochter und der Schwiegersohn des damaligen Präsidenten, Ivanka Trump und Jared Kushner, zwischen den beiden Politikern vermitteln. Das Ehepaar Trump-Kushner waren zu dem Zeitpunkt hochrangige Berater im Weißen Haus.

Vergleichbar mit Friedensgesprächen im Nahen Osten: Ivanka fordert Donald Trump auf, sich mit Pence zu vertragen

Ivanka Trump forderte demnach ihren Vater auf, sich mit Pence zu vertragen. Kushner soll das Treffen später als schwierige Situation bezeichnet und nicht ganz ernst gemeint gesagt haben, dass es wie Friedensgespräche im Nahen Osten waren.

Nach dem Sturm auf das US-Kapitol forderten einige Demokraten von Pence, er solle den 25. Zusatzartikel der US-Verfassung geltend machen und den Noch-Präsidenten absetzen. Diese Option hätte Pence allerdings nie in Betracht gezogen. Ein Spalt zwischen ihm und Trump entstand dennoch. Der von Trump ermutigte Mob rief im Kapitol „hängt Mike Pence“ und jagten diesen regelrecht durch die Flure. Das zeigen Aufzeichnungen von Überwachungskameras des Kongresses, die am 13. Februar im Impeachment-Prozess gezeigt wurden.

Vorwurf des Wahlbetrugs: Pence glaubt, Trump sei nur falsch beraten worden

Ein Vertrauter des Ex-Vizepräsidenten erklärte, dass dieser frustriert mit den Taten und Aussagen Trumps gewesen ist. Die Beziehung zwischen beiden habe sich für immer verändert. Allerdings habe Pence niemals die Ansichten einiger ehemaliger Weggefährten des Präsidenten geteilt. Trump habe nur sehr schlechte Ratschläge und Informationen aus seinem Team bekommen, etwa die haltlose Behauptung des Wahlbetrugs.

Anders als Pence wollte Trumps einstiger Wahlleiter und zwischenzeitlicher Chefstratege Steve Bannon den damaligen Präsidenten offenbar absetzen lassen. Trump würde an Demenz leiden, meinte er. (ma)

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