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Donald Trump sieht in seinen Tweets kein Problem.

Nach Attacke auf TV-Moderatoren

„Modern präsidial“ - So rechtfertigt Trump seine Twitter-Tiraden

Washington - US-Präsident Donald Trump hat seine Twitter-Tiraden auch gegen Kritik aus den eigenen Reihen verteidigt.

Nach seinen beleidigenden Angriffen auf zwei Journalisten hat US-Präsident Donald Trump seine Twitter-Nutzung verteidigt. Die "betrügerischen Fake-News-Medien" arbeiteten hart daran, die Republikaner und andere davon zu überzeugen, dass er keine sozialen Medien nutzen solle, schrieb Trump am Samstagabend in dem Onlinedienst. Er habe die Präsidentschaftswahl aber "mit Interviews, Reden und den sozialen Medien gewonnen". Seine Twitter-Nutzung sei nicht "präsidial", sondern "modern präsidial", fügte Trump hinzu.

Er habe bei der Wahl im November die "Fake-News-Medien" besiegen müssen und das sei ihm gelungen, schrieb Trump in einem weiteren Tweet. "Wir werden weiter SIEGEN!", fügte er hinzu.

Ungeachtet von Mahnungen aus seiner eigenen Partei hatte Trump zuvor seine beleidigenden Angriffe auf zwei Journalisten fortgesetzt. "Der verrückte Joe Scarborough und die strohdumme Mika sind keine schlechten Leute, aber ihre Sendung mit den niedrigen Einschaltquoten wird von ihren NBC-Bossen dominiert. Zu schade!" schrieb Trump bei Twitter über die Moderatoren Joe Scarborough und Mika Brzezinski.

Die Moderatoren der Sendung "Morning Joe" beim Sender MSNBC hatten Trump in den vergangenen Monaten wegen seines Verhaltens und Führungsstils immer wieder scharf kritisiert. Der Präsident reagierte darauf am Donnerstag mit einem Wutausbruch auf Twitter, in dem er Scarborough als "Psycho-Joe" schmähte, vor allem aber über Brzezinski herfiel. Er beschimpfte sie als die "verrückte Mika mit dem niedrigen IQ". Auch behauptete er, die Journalistin habe nach einer Schönheits-OP "schlimm" im Gesicht geblutet.

Kritik aus den eigenen Reihen

Die Attacke des Präsidenten auf Aussehen und Intelligenz der Journalistin wurde nicht nur in den Medien, sondern auch im Kongress heftig kritisiert. Auch Parlamentarier von Trumps Republikanischer Partei kritisierten, Trumps Äußerungen seien eines US-Präsidenten unwürdig.

Die beiden Moderatoren hatten nach Trumps Ausfällen dessen Eignung für das Amt des US-Präsidenten sowie seinen Geisteszustand in Zweifel gezogen. Beide beschuldigten Trump zudem, er habe sie mit Drohanrufen seiner Mitarbeiter unter Druck zu setzen versucht.

Trumps Beziehung zu den meisten Medien ist sehr schlecht, Interviews gibt er praktisch nur noch dem Sender Fox News, der ihm wohlgesonnen ist. Dem Sender CNN warf er dagegen in einem weiteren Tweet am Samstag „Müll-Journalismus“ vor.

dpa/afp

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