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Donald Trump hat mit dem Vorwurf, seine Vorgänger hätten sich nicht genügend um die Hinterbliebenen gefallener Soldaten gekümmert, für Empörung gesorgt.

„Abscheuliche und respektlose Lüge“

Trump sorgt mit Kommentar über seine Vorgänger für Entrüstung

Donald Trump hat mit dem Vorwurf, seine Vorgänger hätten sich nicht genügend um die Hinterbliebenen gefallener Soldaten gekümmert, für Empörung gesorgt. Seine Relativierungsversuche blieben ohne Erfolg.

Washington - US-Präsident Donald Trump hat mit dem Vorwurf, seine Vorgänger hätten sich nicht genügend um die Hinterbliebenen gefallener Soldaten gekümmert, für Empörung gesorgt. Sein Vorgänger Barack Obama und die meisten anderen Präsidenten hätten die Familien dieser Soldaten nicht angerufen, sagte Trump am Montag in Washington. Obamas früherer Justizminister Eric Holder forderte Trump daraufhin auf, "mit den verdammten Lügen aufzuhören". 

Der Präsident hatte mit seinen Äußerungen auf die Frage eines Journalisten reagiert, warum er sich noch nicht öffentlich zu den vor Kurzem vier in Niger getöteten US-Soldaten geäußert habe. Trump sagte, er wolle die Hinterbliebenen dieser Militärs anrufen, aber vorher "ein wenig Zeit verstreichen lassen". Er wolle sie anrufen, "wenn es angemessen ist". Viele andere Präsidenten hingegen "haben keine Anrufe gemacht". 

Holder erinnerte daraufhin daran, dass er 2009 zusammen mit Obama zum Luftwaffenstützpunkt in Dover im Bundesstaat Delaware gereist war, um bei der Heimkehr der sterblichen Überreste von insgesamt 18 in Afghanistan gefallenen Soldaten und anderen US-Bürgern dabei zu sein. Er habe dort gesehen, wie Obama die Familien von Soldaten und von ebenfalls getöteten Beamten der Antidrogenbehörde DEA getröstet habe, schrieb Holder im Kurzbotschaftendienst Twitter. 

Obamas ehemaliger Sicherheitsberater Ben Rhodes nannte die Kommentare des Präsidenten eine "abscheuliche und respektlose Lüge - sogar gemessen an Trumps eigenen Standards". Der frühere Generalstabschef der US-Streitkräfte, Marty Dempsey, hob in einer Twitter-Botschaft hervor, dass sich sowohl Obama als auch George W. Bush zusammen mit ihren Ehefrauen "unermüdlich" um die dienenden Soldaten, die Gefallenen und deren Familien gekümmert hätten. 

Trump hatte im weiteren Verlauf seines Pressegesprächs im Weißen Haus seine Äußerungen zu relativieren versucht. Auf Nachfrage sagte er, er wisse nicht, ob Obama die Familien der Gefallenen angerufen habe oder nicht: "Mir wurde gesagt, er hat das nicht oft getan, und viele Präsidenten tun dies nicht."

Lesen Sie außerdem: Trump weist Anschuldigungen, die frühere Kandidatin seiner Fernsehshow "The Apprentice" Summer Zervos sexuell belästigt zu haben, als „Fake News“ zurück.

AFP

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