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Trump feiert Putins Ukraine-Vorgehen und löst damit Entsetzen aus: „Kranker Mann“

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Von: Sven Hauberg, Patrick Huljina

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Donald Trump sorgt erneut für Aufsehen. Während der Westen das Vorgehen von Wladimir Putin im Ukraine-Konflikt scharf verurteilt, ist der Ex-US-Präsident voll des Lobes.

Update vom 23. Februar, 9.59 Uhr: Die ersten Reaktionen auf Trumps Putin-Aussagen (siehe Erstmeldung) ließen nicht lange auf sich warten. „Dass der frühere Präsident Trump heute für Putin schwärmt und ihn sogar ein ‚Genie‘ nennt, hilft unseren Feinden“, schrieb die republikanische Abgeordnete und Trump-Kritikerin Liz Cheney bei Twitter. „Trumps Interessen scheinen nicht mit den Interessen der Vereinigten Staaten von Amerika übereinzustimmen.“ Der US-Bestsellerautor Stephen King äußerte sich ebenfalls bei Twitter sarkastisch über Trumps Kommentar: „Herr Putin hat sich schwer verkalkuliert. Er hat vergessen, dass er es nicht mehr mit Trump zu tun hat.“

In Bezug auf die Reaktion von Joe Biden schrieb der demokratische Abgeordnete Don Beyer: „Er bringt unsere Verbündeten zusammen, um eine einheitliche Antwort auf Putins Aggression zu präsentieren, und alles, was diesen Leuten einfällt, ist, unseren Präsidenten anzugreifen und Putin die Spaltung zu zeigen, die er will. Am selben Tag lobt Donald Trump Putin für den Einmarsch in die Ukraine, indem er ihm ‚die Verteidigungshilfe für die Ukraine vorenthält‘.“ Der republikanische Abgeordnete Adam Kinzinger bezeichnete Trump als „kranken Mann“: „Damit wir an der Südgrenze dasselbe tun können (wie er vorschlägt), müssten wir in Mexiko einmarschieren und es heute für uns erklären. Aber er liebt Putin.“

„Genial, schlau, smart“: Trump feiert Putins Vorgehen - fassungslose Reaktionen folgen

Erstmeldung vom 23. Februar: Washington - Bei der historischen Fernsehansprache des russischen Präsidenten Wladimir Putin am Montagabend (21. Februar) hielt die Welt den Atem an. Der Kremlchef hatte die Unabhängigkeit der Separatistenregionen Donezk und Luhansk in der Ostukraine anerkannt. Kurz darauf ordnete Putin eine Entsendung russischer Soldaten an – eine Eskalation im Ukraine-Konflikt. Der Westen wirft ihm geschlossen vor, damit gegen das Völkerrecht zu verstoßen. Doch der ehemalige US-Präsident Donald Trump überschüttete in einem Radio-Interview den russischen Präsidenten jetzt geradezu mit Lob.

Ukraine-Konflikt: Trump voll des Lobes für Putins Vorgehen – „genial“, „schlau“, „smart“

Trump hat das Vorgehen des Kremlchefs in der Ukraine-Krise als „genial“ und „schlau“ bezeichnet. Der Ex-US-Präsident sagte am Dienstag in einer konservativen Radio-Talk-Sendung mit Blick auf Putins jüngste Entscheidungen: „Das ist genial.“ Der russische Präsident erkläre einen großen Teil der Ukraine für unabhängig und schicke „Friedenstruppen“ dorthin. „Wie schlau ist das denn?“, erklärte Trump. Mit Blick auf Putin sagte er: „Das ist ein Mann, der sehr klug ist. Ich kenne ihn sehr gut.“ Der russische Präsident sei „smart“ und „ausgebufft“, so Trump weiter.

„Das ist die stärkste Friedenstruppe, die ich jemals gesehen habe. Da gab es mehr Panzer, als ich jemals gesehen habe.“ Eine solche Friedenstruppe könnten die USA an ihrer Südgrenze gebrauchen, fügte Trump in einem Nebensatz hinzu – ein Verweis auf die Ankunft zahlreicher Migranten aus Zentralamerika an der US-Grenze zu Mexiko. Der Rechtspopulist Trump hatte im Weißen Haus auf einen harten Kurs in der Flüchtlings- und Einwanderungspolitik gesetzt – der Bau einer Grenzmauer zu Mexiko war eines seiner Prestigeprojekte.

Putin und Trump beim G20-Gipfel in Osaka.
Russlands Präsident Wladimir Putin (l.) und Ex-US-Präsident Donald Trump (r.) bei einem Treffen während des G20-Gipfels 2019. (Archivbild) © White House/dpa

Ukraine-Konflikt: Trumps Lob für Putin ruft fassungslose Kommentare hervor

Gleichzeitig behauptete der Republikaner, mit ihm als US-Präsidenten wäre es im Ukraine-Konflikt nicht so weit gekommen: „Das wäre mit uns nie passiert.“ Mit ihm im Amt wäre das undenkbar gewesen, sagte Trump. Seinem Amtsnachfolger Joe Biden warf er vor, im Umgang mit Russland zu versagen. Trumps Lobeshymnen auf Putin sorgten in den sozialen Netzwerken schnell für fassungslose Kommentare. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, sagte am Dienstagabend (Ortszeit) auf Nachfrage zu dem Trump-Kommentar: „Wir versuchen grundsätzlich, keine Ratschläge von jemandem anzunehmen, der Präsident Putin und dessen Militärstrategie lobt.“

Trump hatte bereits zuvor Bidens Kurs in der Ukraine-Krise kritisiert und behauptet, wäre er Präsident, wären die Spannungen mit Russland nie derart eskaliert. Nie sei jemand härter zu Russland gewesen, und Putin und er hätten einander respektiert. Kritiker hatten dagegen Trump in seiner Amtszeit vorgeworfen, den Kremlchef mit Samthandschuhen anzufassen. US-Ermittlungsbehörden zufolge hatte sich die russische Regierung „in umfassender und systematischer Weise“ in die US-Präsidentenwahl 2016 eingemischt, aus der Trump damals als Sieger hervorging. (ph mit dpa und afp)

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