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Kim Jong Un (l.) und Donald Trump in Singapur.

Atom-Abrüstung beschlossen – ohne Zeitplan

Trump und Kim: Was ist dieser Handschlag wert?

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Donald Trump und Kim Jong Un - nun haben sie sich endlich getroffen. Doch wie darf das Treffen bewertet werden?

Singapur - Der Gipfel mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un ließ US-Präsident Donald Trump in bester Laune zurück: Als der junge Diktator, seinerseits ebenfalls sehr zufrieden, längst auf dem Weg in die Heimat war, pries Trump in Singapur das „großartige“ Treffen in den höchsten Tönen. Anders als nach der vorangegangenen Zusammenkunft mit den G7-Partnern der USA, als er sich nachträglich so ärgerte, dass er die bereits erzielte Einigkeit zurückzog, hatte Trump für die Stunden mit Kim nur Superlative übrig.

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Sie hätten eine „Botschaft von Hoffnung und Frieden“ unterzeichnet, schwärmte er. Wir analysieren die Bedeutung des Textes, auf den sich der US-Präsident und „der Vorsitzende des Komitees für Staatsangelegenheiten der Demo­kratischen Volksrepublik Korea“ geeinigt haben.

War das Treffen wirklich historisch? 

Ja, denn noch nie sind ein amtierender US-Präsident und ein Machthaber der Kim-Diktatorendynastie persönlich aufeinandergetroffen.

Ist die Vereinbarung so spektakulär, wie Trump sagt? 

Eher nicht. Ein Zeitplan für die von Kim zugesagte „grundsätzliche vollständige Denuklearisierung“ seines Landes fehlt. Schon früher gab es Vereinbarungen mit Nordkorea über einen Stopp des Atom- und Raketenprogramms. Sie wurden aber nie eingehalten.

Ist die Nachprüfbarkeit des zugesicherten Abbaus von Atomanlagen gewährleistet? 

Im Abkommenstext steht davon nichts. Man habe eine Vertrauensbasis entwickelt, so Trump vor Pressevertretern ausweichend. Die USA würden weder Sanktionen aufheben noch US-Truppenstärke in Südkorea verringern, bevor sicher sei, dass Nordkorea seine Versprechen erfüllt habe. Dann würden auch die „Kriegsspiele“, die teuren Manöver zusammen mit Südkorea, gestoppt.

Waren Menschenrechte ein Thema bei den Gesprächen?

Man habe darüber geredet, so Trump kurz. Die Nordkoreaner könnten sich aber freuen, wenn die Vorzüge eines „umfassenden Deals“ wahr würden, inklusive neuer Handelsbeziehungen. Und Trump hat die Vision einer touristischen Nutzung der „tollen Strände“ Nordkoreas. Die sehe „man immer, wenn sie ihre Kanonen über dem Meer abschießen“. BW

Zwei selbstbewusste Regenten, zwei Unterschriften: Kim Jong Un und Donald Trump bekräftigen das Abkommen

Die vier Schwerpunkte der Vereinbarung

„... Überzeugt davon, dass die neuen Beziehungen zwischen den USA und der Demokratischen Volksrepublik Korea zu Frieden und Wohlstand auf der koreanischen Halbinsel sowie der Welt beitragen und in Anerkennung der Tatsache, dass gegenseitige Vertrauensbildung die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel fördern kann, erklären Präsident Trump und der DVRK Vorsitzende Kim Jong Un Folgendes:

1. Die Vereinigten Staaten und die DVRK verpflichten sich, neue Beziehungen zwischen den USA und der DVRK aufzubauen, die dem Wunsch der Völker beider Länder nach Frieden und Wohlstand entsprechen.

2. Die Vereinigten Staaten und die DVRK werden sich den Bemühungen um den Aufbau einer dauerhaften und stabilen Friedensregelung auf der koreanischen Halbinsel anschließen.

3. Die DVRK bekräftigt die Erklärung von Panmunjom vom 27. April 2018 und verpflichtet sich, auf eine vollständige Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel hinzuarbeiten.

4. Die Vereinigten Staaten und die DVRK verpflichten sich zur Bergung der Überreste von Kriegsgefangenen und Kriegsvermissten, einschließlich der sofortigen Rückführung der bereits Identifizierten.“

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BW

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