Donald Trump auf dem Rücksitz eines Autos
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Donald Trump spaltet die Republikaner in zwei verschiedene Lager.

Er setzt auf seine Getreuen

Donald Trump kündigt Rachewahlkampf gegen Republikaner-Kandidaten an

Donald Trump hat die Wahl verloren - die Republikaner teilten sich danach in Lager: Trump-Loyalisten und solche, die mit dem Ex-Präsidenten abgeschlossen haben.

München/Washington - Donald Trump ruft zu Wahlkampfspenden auf - an sich nichts Ungewöhnliches. Dass der Ex-Präsident damit liebäugelt, bei der nächsten Wahl womöglich wieder anzutreten, ist ein offenes Geheimnis. Doch Joe Bidens Vorgänger Trump rief nicht dazu auf, an die Republikaner zu spenden, für die er vier Jahre lang im Weißen Haus saß - sondern für seine „Save America“-Wahlkampforganisation.

Trump wirbt „seiner“ Partei also offensiv Gelder ab - dies könnte den Republikanern nicht nur finanziell extrem schaden. Dies war nicht das einzige eindeutige Zeichen dafür, dass wegen der Person Trump eine Spaltung der Partei droht. Auch drohte der ehemalige Präsident über seine Anwälte, dass die Partei seinen Namen nicht mehr verwenden dürfe, um zu Spenden aufzurufen oder anderweitig zu werben. Trump will seinen Einfluss stärken, seine innerparteilichen Gegner schwächen.

Trump wirbt im Wahlkampf für sich selbst: Flügelkampf der Republikaner könnte der Partei schaden

Was könnten die Resultate einer solchen Spaltung sein? Im schlimmsten Fall für die Republikaner könnte dies bedeuten, dass sie sich auf dem Weg zurück zur Macht selbst behindern. Eine erste knifflige Situation droht, wenn es an die Zwischenwahlen geht. Dort haben sie die Rückeroberung des Senats fest eingeplant. Ein Drittel des Senats wird 2022 neu gewählt. Aktuell herrscht dort ein Patt: Demokraten und Republikaner halten je genau 50 Sitze. Insgesamt 14 demokratische und 20 republikanische stehen Sitze zur Wahl, und historisch gesehen ist es wahrscheinlich, dass die Regierungspartei, also die Demokraten, wieder etwas an Boden einbüßt.

Der Flügelkampf der Republikaner könnte dies jedoch verändern. Gerade, wenn sich einige Senatoren zurückziehen, die bisher als eher moderat galten. Mindestens fünf werden wohl nicht wieder antreten: Richard Shelby (Alabama), Richard Burr (North Carolina), Pat Toomey (Pennsylvania), Rob Portman (Ohio) und Roy Blunt (Missouri). Sie erfüllten wichtige Funktionen: Nicht nur sitzen sie in Ausschüssen, sondern haben in der Vergangenheit auch mehrfach Kompromisse mit den Demokraten ausgehandelt.

Trump hat angekündigt, sich einzumischen: Verhärten sich die Fronten weiter?

Was passiert nun, wenn dieses Sitze mit Trump-Anhängern besetzt werden? Zunächst einmal könnte für die Republikaner das Horror-Szenario eintreten, dass diese Kandidaten zwar ihre Vorwahlen gewinnen, aber dann sicher geglaubte Sitze an die demokratische Partei verlieren. Oder aber sie gewinnen die Wahl, doch tragen dazu bei, dass sich die Fronten weiter erhärten, Kompromisse schwieriger werden und die 60-Prozent-Mehrheit im Kongress seltener erreicht wird. Das Land könnte Gesetzes-technisch gelähmt werden.

Trump hat bereits angekündigt, bei den Wahlen aktiv mitzumischen und in einem Rachewahlkampf eigene Kandidaten zu unterstützen, so wie sein Unterstützer Eric Greitens (Missouri), den die republikanische Basis trotz Vergewaltigungsvorwürfen unterstützt. Auch Trump-Schwiegertochter Lara Trump könnte antreten. Der republikanischen Partei - und dem amerikanischen politischen System - stehen auch nach Trumps Ablösung schwierige Zeiten bevor.

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