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Ilhan Omar auf ihrer Ghana-Reise.

Nach rassistischen Attacken von Trump

„Schickt sie zurück“: US-Abgeordnete kontert Trump von Ghana aus

US-Präsident Donald Trump hat mit seiner rassistischen Attacke gegen die vier Abgeordneten Ocasio-Cortez, Rashida Tlaib, Ilhan Omar und Ayanna Pressley für Empörung gesorgt. Nun legt ein Polizist nach.

Update vom 19. September 2019, 14.40 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat erneut gegen die muslimische Kongress-Abgeordnete Ilhan Omar gewettert - offenbar mithilfe einer Falschinformation. Omar fürchtet nun nach eigenen Angaben um ihr Leben. Sie berichtete von Drohungen gegen ihre Person.

Update vom 2. August 2019, 8.35 Uhr: Nach rassistischen Verbalangriffen auf die schwarze US-Demokratin Ilhan Omar ist die Abgeordnete gemeinsam mit der Vorsitzenden des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi nach Ghana gereist. „Sie sagten ‚schick sie zurück‘, aber (...) sie (Pelosi) ist mit mir zurückgegangen“, schrieb die Kongressabgeordnete Omar am Donnerstag auf Twitter und Instagram. Sie sei dankbar für die Ehre, zum Mutterkontinent Afrika zurückkehren zu dürfen. Omar ist in Somalia geboren und kam als Teenagerin in die USA, wo sie später eingebürgert wurde.

Mit ihren Posts verbreitete Omar Fotos, die sie mit Pelosi in Ghana zeigen. Mitglieder des US-Kongresses waren diese Woche in das afrikanische Land gereist, um dem 400. Jahrestag der Ankunft von Sklaven aus Afrika in Amerika zu gedenken.

Omar trotzte mit ihrer Nachricht rassistischen Rufen auf einer Wahlkampfveranstaltung Donald Trumps im Bundesstaat North Carolina Mitte Juli und dem US-Präsidenten selbst. Trump hatte im Juli auf Twitter Omar und drei weitere junge weibliche Kongressabgeordnete der Demokraten mit Migrationshintergrund angegriffen und damit eine Rassismusdebatte ausgelöst. Als er Omars Namen auf der Veranstaltung erwähnte, hatten Zuhörer gerufen: „Schickt sie zurück“.

Der Präsident hatte die Politikerinnen zuvor in einem Tweet dazu aufgefordert, in ihre vermeintlichen Heimatländer zurückzugehen und die Probleme dort zu lösen, statt den USA gute Ratschläge zu geben.

Kritik gegen Trump gab es auch, seit der US-Milliardär Jeffrey Epstein im Gefängnis saß. Der Milliardär war wegen sexuellen Missbrauchs minderjähriger Mädchen angeklagt - bis er in seiner Zelle in New York auf rätselhafte Art und Weise ums Leben kam.

Polizist empfiehlt Erschießung von US-Abgeordneter Ocasio-Cortez

Update vom 23. Juli, 8.35 Uhr: Nach den Attacken von US-Präsident Donald Trump gegen vier demokratische Politikerinnen hat ein Polizist auf Facebook nahegelegt, eine der Abgeordneten zu erschießen. Der Polizist aus Gretna im Bundesstaat Louisiana schrieb laut Medienberichten auf Facebook mit Blick auf die Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez, die „niederträchtige Idiotin“ brauche eine Kugel.

Alexandria Ocasio-Cortez 

Der Polizeichef von Gretna ordnete daraufhin Ermittlungen gegen den Beamten an. Er nehme den Vorfall nicht auf die leichte Schulter, versicherte Arthur Lawson laut Medienberichten.

Am Montag bezeichnete Trump die Politikerinnen im Kurzbotschaftendienst Twitter als „sehr rassistisch“ und „nicht sehr klug“. Kritiker werfen dem US-Präsidenten vor, mit seinen Äußerungen rassistische Ressentiments zu schüren - und womöglich gar zur Gewalt anzustiften.

Gleichzeitig hat die Texanische Polizei mit Rassismus-Vorwürfen zu kämpfen. Berittene Polizisten hatten einen schwarzen Verdächtigen an einem Strick durch eine Stadt in Texas, USA, geführt, was viele an die Zeit der Sklaverei erinnerte.

„Schickt sie zurück!“ - Video beweist: Trump ließ Hass-Sprechchöre gegen Demokratinnen zu

Update vom 22. Juli, 12.45 Uhr: Bei einer Wahlkampfveranstaltung am Mittwoch hatten Trumps Anhänger die Kritik des Präsidenten mit Hasstiraden beantwortet und johlten in Bezug auf Omar: „Schickt sie zurück!“. Im Nachhinein versicherte der US-Präsident er habe die hasserfüllten Sprechchöre „sehr schnell“ unterbrochen.

Ein Video der amerikanische Nachrichtensendung PBS NewsHour zeigt nun, was tatsächlich passiert war: Die Unterstützer des Republikaners fangen an „Schickt sie zurück!“ zu rufen. Donald Trump lässt seinen Blick ruhig über die Sprechchöre wandern. Erst als die Parolen wieder verstummen, setzt er seine Rede fort. Zunächst hatte sich Trump von den Sprechchören distanziert, dann nahm er seine Anhänger jedoch wieder in Schutz und bezeichnete sie als „unglaubliche Patrioten“. 

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Siemens-Chef geht Trump an - US-Präsident ledert wieder auf Twitter

Update vom 21. Juli, 20.25 Uhr: Das Amt des US-Präsidenten wird unter Donald Trump nach Ansicht von Siemens-Chef Joe Kaeser zum „Gesicht von Rassismus und Ausgrenzung“. Das bedrücke ihn, schrieb Kaeser bei Twitter weiter. Er habe selbst viele Jahre in den USA gelebt und dort „Freiheit, Toleranz und Offenheit erfahren wie nie zuvor“.

Siemens erwirtschaftet fast 20 Prozent seines Umsatzes in den USA. Die ungewöhnlich scharfe Kritik Kaesers vom Samstag war eine Reaktion auf einen Artikel über Trumps Angriffe gegen vier Demokratinnen aus dem US-Kongress.

Am Sonntag legte Trump via Twitter nochmals nach: Die vier Abgeordneten seien nicht in der Lage, ihr Land zu lieben, behauptete er. Sie sollten sich für ihre schreckliche und hasserfüllte Kritik „bei Amerika entschuldigen“, forderte Trump.

Trump hatte die Demokratinnen in den vergangenen Tagen mehrfach aufgefordert, in ihre vermeintlichen Heimatländer zurückzugehen, wenn es ihnen in den USA nicht gefalle. Die vier Politikerinnen sind indes alle US-Bürgerinnen: Alexandria Ocasio-Cortez ist puerto-ricanischer Abstammung, geboren in New York; Rashida Tlaib ist Tochter palästinensischer Einwanderer, geboren in Detroit; Ayanna Pressley ist Afroamerikanerin, geboren in Chicago. Ilhan Omar kam in Somalia auf die Welt, wurde aber schon als Teenager in den USA eingebürgert.

Trump-Anhänger sorgen für Skandal - der reagiert überraschend

Update vom 18. Juli 2019, 20.04 Uhr: Nach einer Wahlkampfveranstaltung mit feindlichen Sprechchören gegen die Demokratin Ilhan Omar hat US-Präsident Donald Trump versucht, sich von den - von ihm selbst angestachelten - Tiraden zu distanzieren. „Ich war nicht glücklich darüber“, sagte Trump am Donnerstag im Weißen Haus mit Blick auf die Veranstaltung am Vorabend. „Ich fühlte mich ein bisschen schlecht deswegen“, erklärte er und behauptete: „Ich stimme da übrigens nicht mit überein.“

Auf die Frage, warum er die Sprechchöre seiner Anhänger nicht gestoppt habe, entgegnete Trump, er habe genau das getan, indem er „sehr schnell“ seine Rede fortgesetzt habe. Tatsächlich hatte Trump kurz pausiert und war einen Schritt von seinem Rednerpult weggetreten, während die Menge „Schickt sie zurück!“ rief.

Trump beleidigt Demokratinnen wieder - seine Anhänger skandieren: „Schickt sie zurück!“

Update vom 18. Juli 2019: US-Präsident Donald Trump hat eine Wahlkampfveranstaltung zu neuen Beleidigungen und Attacken gegen die Demokratin Ilhan Omar und drei ihrer Parteikolleginnen genutzt - und seine Anhänger damit zu Hasstiraden angestachelt. Die Menge quittierte Trumps Worte bei einer Rede in Greenville (North Carolina) mit der Parole „Schickt sie zurück!“. Die Szene vom Mittwochabend (Ortszeit) sorgte für scharfe Kritik an dem Republikaner.

Trump erklärte bei seinem Auftritt, die vier Frauen würden beim Aufstieg einer militanten Linken helfen und die USA nicht lieben. Sie hätten nie etwas Gutes zu sagen, deswegen könnten sie gehen. Der Präsident nahm sich in der Rede jede der Frauen einzeln vor und attackierte dabei Omar ganz besonders, die als Kind mit ihrer Familie aus Somalia in die USA geflüchtet war. Der Präsident warf der 37-jährigen Muslimin vor, sich mehrfach antisemitisch geäußert zu haben. Das Publikum skandierte daraufhin: „Schickt sie zurück!“.

Die Szene von Trumps Wahlkampfveranstaltung löste bei vielen Entsetzen aus. Das American Jewish Committee (AJC) schrieb auf Twitter: „Dieser entsetzliche Sprechchor macht Amerika nicht großartig. Er erinnert uns vielmehr auf unheimliche Weise an eine dunkle Zeit in der Geschichte unserer Nation.“ Die demokratische Senatorin und Präsidentschaftsbewerberin Kamala Harris erklärte, der Vorfall sei bösartig, feige, fremdenfeindlich, rassistisch und ziehe das Präsidentenamt in den Schmutz.

Trumps Beraterin sorgt für nächsten Eklat nach Rassismus-Vorwürfen

Update vom 17. Juli 2019, 14.47 Uhr: Nach Donald Trumps rassistischer Attacken auf vier Demokratinnen sorgte jetzt seine Beraterin Kellyanne Conway für den nächsten Eklat. Der Reporter Andrew Feinberg fragte, welche Länder der Präsident meinte, als er sagte, die Frauen sollen „dahin zurück, wo sie herkamen.“

Conway ätzte zurück: „Welche Ethnie haben Sie?“ Der Reporter fragte zurück, welche Rolle das spiele. Conway erweiterte nur: „Weil ich ihnen eine Frage stelle.“ Ihre Vorfahren würde aus Irland und Italien stammen. Feinberg blieb aber dabei: „Meine Ethnie spielt bei der Frage, die ich ihnen gestellt habe keine Rolle.“ Weitere Nachfragen wehrte die Trump-Beraterin dann ab.

Kellyanne Conway in Washington.

Donald Trump muss schwere Rüge nach Twitter-Attacken einstecken

Erstmeldung vom 17. Juli 2019: Washington - Das US-Repräsentantenhaus hat die "rassistischen Kommentare" von US-Präsident Donald Trump gegen vier demokratische Abgeordnete verurteilt. Die von den oppositionellen Demokraten dominierte Kongresskammer stimmte am Dienstag für eine Resolution, in der Trumps Äußerungen "scharf verurteilt" werden. Die Kommentare des Präsidenten hätten "Ängste vor und Hass gegen Neu-Amerikaner und Dunkelhäutige legitimiert und verstärkt", heißt es in dem Text, für den auch vier Abgeordnete von Trumps Republikanern votierten. 

Kritisiert wird in der Resolution auch, dass der US-Präsident Einwanderer und Asylbewerber als "Invasoren" bezeichne. Der Text hat keine Aussichten, im Senat angenommen zu werden, in dem die Republikaner die Mehrheit haben.

Rassistische Äußerungen Trumps: Abgeordnete sollen Land verlassen

Trump hatte mit fremdenfeindlichen Tiraden gegen vier weibliche Abgeordnete mit Migrationshintergrund für Empörung gesorgt. Der Präsident rief Alexandria Ocasio-Cortez, Ilhan Omar, Rashida Tlaib und Ayanna Pressley auf, die USA zu verlassen und in die Herkunftsländer ihrer Familien zurückzugehen. Drei der vier angegriffenen Frauen sind in den USA geboren. Omar kam als Kind als Flüchtling aus Somalia in die USA.

Die Attacken wurden von den US-Demokraten scharf kritisiert. Bei den Republikanern gab es zwar ebenfalls vereinzelt Kritik. Einflussreiche Republikaner stellten sich aber hinter den Präsidenten. So sagte der Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, Trump sei "kein Rassist". Der republikanische Minderheitsführer im Repräsentantenhaus, Kevin McCarthy, warf den Demokraten vor, Trumps Äußerungen politisch ausschlachten zu wollen.

Trump unbeeindruckt - Repräsentantenhaus verurteilt Twitter-Attacken

Wie zu erwarten lässt US-Präsident Donald Trump die Kritik des Repräsentantenhauses an sich abperlen. „Das Abstimmungsergebnis der Republikaner war 187 zu 4. Wow!“ jubelte der US-Präsident in einem neuerlichen Tweet. Den vier von ihm abgekanzelten Demokratinnen warf er „Hass und Verbitterung“ vor - gegenüber Israel und auch den USA.

Der demokratische Abgeordnete Tom Malinowski nimmt nach der Abstimmung bei einer Pressekonferenz Stellung.

US-Präsidentschaftswahl 2020: Trump will Wähler mobilisieren

Trump will offenbar mit Blick auf die Präsidentschaftswahl 2020 seine weiße Wählerschaft mobilisieren - und einen Keil zwischen die oppositionellen Demokraten treiben. Er selbst erklärte am Dienstag, seine Äußerungen seien "nicht rassistisch" gewesen. "Ich habe keinen Funken Rassismus in mir."

Lesen Sie auch: Die vier Demokratinnen, die Donald Trump am liebsten ausweisen würde, lassen sich nicht einschüchtern - und kontern die Attacken des US-Präsidenten.

Äußerungen, die Ocasio-Cortez mit Sarkasmus kommentierte: "Sie haben Recht, Herr Präsident - Sie haben nicht einen Funken Rassismus in sich", schrieb die Abgeordnete auf Twitter. Er habe vielmehr einen rassistischen Kopf und ein rassistisches Herz.

Kritik im US-Senat: Republikanern fehlt „menschlicher Anstand“

Zugleich kritisierte Ocasio-Cortez republikanische Abgeordnete, die nicht für die Resolution gestimmt hatten. Den Republikanern fehle "grundlegender menschlicher Anstand".

Unmittelbar nach der Abstimmung über die Resolution reichte der demokratische Abgeordnete Al Green Dokumente für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump ein. Dutzende weitere Abgeordnete sind für ein Impeachment.

Die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, ist aber derzeit gegen ein solches Vorgehen. Sie fürchtet, dass ein Amtsenthebungsverfahren keine Aussichten auf Erfolg hätte - und letztlich Trump helfen könnte, seine Anhänger zu mobilisieren.

mb/AFP/dpa

Auch Angela Merkel hat zu den Äußerungen Trumps kürzlich Stellung bezogen.

Die USA treiben ihre Initiative zum Schutz von Handelsschiffen im Persischen Golf voran. Währenddessen hält der Iran einen „ausländischen Tanker“ fest.

Die Mannschaft eines US-Marineschiffs hat nach Angaben von Präsident Donald Trump in der Straße von Hormus eine iranische Drohne zerstört.

Nach Angriffen auf eine Ölraffinerie in Saudi-Arabien erklärt Trump, die USA sei für einen Vergeltungsschlag bereit. Einen Urheber nannte der US-Präsident aber derweil noch nicht.

Donald Trump ist für seine mitunter holprigen und oft unüberlegten Aussagen bekannt. Jetzt könnte ihm allerdings ein großer Skandal rund um ein Versprechen an den Kragen gehen - denn ein Whistleblower im US-Geheimdienst erhebt schwere Vorwürfe gegen Trump.

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