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Hope Hicks war im August 2017 von Trump zur Kommunikationschefin des Weißen Hauses ernannt worden. Foto: Evan Vucci/AP

Prominenter Abgang

Trump-Vertraute Hope Hicks hört im Weißen Haus auf

Der US-Präsident verliert mit dem Weggang seiner bisherigen Kommunikationschefin eine ganz enge Vertraute. Die 29-jährige hatte zuvor vor einem Ausschuss zugegeben, manchmal für Trump zu lügen. War das zuviel der Wahrheit?

Washington (dpa) - Der personelle Aderlass im Weißen Haus hat einen neuen Höhepunkt erreicht: Mit Hope Hicks tritt die bisherige Kommunikationschefin von US-Präsident Donald Trump ab, wie das Weiße Haus bekannt gab.

Die 29-Jährige, eine sehr enge Vertraute Trumps, hatte einen Tag zuvor in einer Anhörung vor dem Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses US-Medien zufolge eingeräumt, ihre Arbeit für Trump erfordere es, manchmal zu lügen.

Die US-Regierung versuchte am Mittwoch, einen Zusammenhang von Hicks' Auftritt vor dem Ausschuss und der keine 24 Stunden später erfolgten Rücktrittsankündigung herunterzuspielen. Hicks habe den Schritt bereits seit Wochen geplant, nur ein kleiner Kreis sei eingeweiht gewesen, hieß es. Ein genaues Datum für ihre Amtsaufgabe wurde nicht genannt.

Trump erklärte zum Weggang seiner Kommunikationschefin: "Ich werde sie an meiner Seite vermissen, aber als sie mich bezüglich anderer Berufsaussichten kontaktierte, habe ich das vollends verstanden." Der Präsident fügte hinzu: "Ich bin sicher, wir werden in der Zukunft wieder miteinander arbeiten." Dies führte zu Spekulationen, Hicks könnte in Trumps Team für die Präsidentschaftswahl 2020 einsteigen.

Stabschef John Kelly würdigte die Fähigkeiten der 29-Jährigen. Trump-Sprecherin Sarah Sanders äußerte Bedauern über ihren Weggang. "Es gibt niemanden, der die Lücke schließen kann, die Hope Hicks hinterlassen wird", twitterte Sanders unter anderem.

Hicks arbeitete bereits seit mehr als drei Jahren für Trump und hatte auch Öffentlichkeitsarbeit für sein Wahlkampfteam 2016 gemacht. Sie zählte zu den ganz wenigen Personen, die nicht zu seiner Familie, dennoch aber zum innersten Kreis der Vertrauten des Präsidenten gehören. Trump hatte sie einst als eine "weitere Tochter" bezeichnet, ihre Beziehung zur Familie hatte sie als Model für die Modelinie von Trumps Tochter Ivanka begonnen.

Lange Zeit wirkte Hicks fast vollständig hinter den Kulissen. Nun ist sie die vierte Person in gut einem Jahr, die den Posten von Trumps Kommunikationschef räumt. Ihr Vorgänger Anthony Scaramucci ("The Mooch") hatte im Sommer 2017 nur zehn Tage auf dem Schleudersitz überstanden.

Hicks' Anhörung vor dem Geheimdienstausschuss hatte am Dienstag fast neun Stunden gedauert. Das meiste davon blieb hinter verschlossenen Türen. Hicks räumte aber ein, für Trump hin und wieder zu Notlügen zu greifen - außer in der Russland-Affäre. Auf einige Fragen der Ausschussmitglieder verweigerte sie die Antwort.

Die "Washington Post" schrieb, Hicks habe etwas getan, das nicht mit der Arbeit in der US-Regierung vereinbar sei: Sie habe die Wahrheit über das Lügen für Trump gesagt.

Zuvor war die 29-Jährige auch vom Team des Sonderermittlers Robert Mueller befragt worden. Inwieweit sie in der Russland-Affäre eine eigene Rolle einnimmt, ist öffentlich nicht bekannt.

Unklar blieb ferner, welche Rolle bei ihrem Rückzug ihre Affäre mit dem Trump-Mitarbeiter Rob Porter gespielt hat. Trotz ihres Verhältnisses hatte sie an dessen Demission wegen Vorwürfen häuslicher Gewalt durch zwei Ex-Frauen gleichzeitig mitgearbeitet. Dies war allgemein auf Kritik gestoßen. Die Gemengelage soll Hicks stark belastet haben, wie Mitarbeiter an US-Medien weitergaben.

Die Rolle einer Kommunikationsdirektorin ist anders als die einer Pressesprecherin. Während Trumps Sprecherin Sanders Briefings und Pressekonferenzen gibt, soll der Kommunikationschef (oder die Kommunikationschefin) dafür sorgen, dass aus dem Weißen Haus eine einheitliche Botschaft kommt.

Hicks' Weggang setzt eine ganze Reihe prominenter Entlassungen oder Rücktritte im ersten Amtsjahr von Präsident Donald Trump fort. Mit Mitarbeitern wie etwa dem Chefstrategen Stephen Bannon, Regierungssprecher Sean Spicer oder Sicherheitsberater Michael Flynn verlor Trump an vielen Stellen sein Top-Personal.

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