Sicherheitsrat einberufen

Trump verurteilt Nordkoreas Raketentest als „Respektlosigkeit“

US-Präsident Donald Trump hat den jüngsten Raketentest von Nordkorea scharf kritisiert und vor militärischen Optionen gewarnt. 

Washington - US-Präsident Donald Trump hat der Führung Nordkoreas nach ihrem jüngsten Raketentest "Respektlosigkeit" gegenüber China vorgeworfen. Nordkorea zeige einen großen Mangel an Respekt gegenüber der Volksrepublik, die in dem Streit um das nordkoreanische Rüstungsprogramm "große Anstrengungen" unternehme, heißt es in einer Twitter-Nachricht Trumps vom Montag. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe verurteilte den Test, der neue südkoreanische Präsident Moon Jae In berief eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats ein.

Trump setzt bei dem Streit mit Nordkorea auf die Mitwirkung Chinas, das als Verbündeter der Regierung in Pjöngjang gilt. Der US-Präsident hatte den chinesischen Präsidenten Xi Jinping Anfang April zu einem Gipfel in seinem Privatdomizil in Florida empfangen. Xi wolle den USA "mit Nordkorea helfen", erklärte Trump damals.

China forderte erneut Dialogbereitschaft von allen Seiten. Pjöngjang müsse auf Handlungen verzichten, die gegen UN-Resolutionen verstießen, erklärte das Pekinger Außenministerium. China hoffe, dass alle beteiligten Parteien "ruhig und zurückhaltend" blieben.

Trump warnt vor militärischer Reaktion

Nordkorea hatte in der Nacht zum Montag eine Kurzstreckenrakete in Richtung Japan abgefeuert. Es war bereits der dritte Raketentest Nordkoreas in drei Wochen und der zwölfte in diesem Jahr. Die Regierung in Pjöngjang verstößt damit gegen UN-Beschlüsse und beunruhigt die umliegenden Staaten sowie die USA. Zuletzt mehrten sich Forderungen nach härteren Strafmaßnahmen. Trump warnte, auch militärische Optionen lägen auf dem Tisch.

Nach Angaben des US-Militärs wurde bei dem neuesten Test eine Kurzstreckenrakete eingesetzt, die nach sechs Minuten im Meer landete. Den südkoreanischen Streitkräften zufolge flog die Rakete 450 Kilometer weit, nach japanischen Regierungsangaben erreichte sie die sogenannte exklusive Wirtschaftszone 200 Kilometer vor der eigenen Küste.

Es war das zweite Mal in diesem Jahr, dass ein nordkoreanischer Flugkörper derart nah an Japan herankam. Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe reagierte scharf. "Wir werden Nordkoreas fortgesetzte Provokationen, die die wiederholten Warnungen der internationalen Gemeinschaft ignorieren, niemals hinnehmen", sagte er.

USA wollen Abwehrsystem testen

Das südkoreanische Außenministerium zeigte sich enttäuscht, dass die Raketentests nach dem Amtsantritt von Präsident Moon fortgesetzt würden. Dies laufe der südkoreanischen Forderung nach "Frieden und einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel" zuwider.

Nordkorea ist militärisch hochgerüstet und arbeitet am Ausbau seiner Raketen- und Atomwaffenprogramme. Seit 2006 hat es nach eigenen Angaben fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr. Als zentrales Ziel der Regierung von Machthaber Kim Jong Un gilt die Entwicklung von Langstreckenraketen, die Atomsprengköpfe in die USA tragen könnten. Solche Modelle testete es bisher aber nicht.

US-Verteidigungsminister Jim Mattis wollte sich nicht zu möglichen "roten Linien" äußern, deren Überschreitung Washington nicht hinnehmen würde. Seine Regierung brauche "politischen Spielraum", sagte er dem Sender CBS News. Der Norden habe hunderte Kanonen und Raketenwerfer in Reichweite der südkoreanischen Hauptstadt Seoul stationiert, sagte Mattis. Dies sei einer der am dichtesten besiedelten Ballungsräume der Welt, Krieg wäre "katastrophal".

Die USA wollen vor dem Hintergrund der anhaltenden Spannungen am Dienstag ihr Raketenabwehrsystem testen. Es sollte übungshalber eine von einem Testgelände auf den pazifischen Marshall-Inseln abgefeuerte weitreichende Interkontinentalrakete abfangen. Gelänge der Test, würden die USA beweisen, dass sie Angriffe mit einer Langstreckenrakete aus Nordkorea verhindern könnten.

afp

Rubriklistenbild: © dpa

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