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US-Präsident Donald Trump bei einer Militärparade im Sommer 2017 in Frankreich.

Nach französischem Vorbild

Trump will mit Militärparade durch Washington Stärke zeigen

Fahren künftig Panzer und Raketensysteme durch Washington? Donald Trump fand die Militärparade in Paris so klasse, dass er auch eine möchte. 

Washington - US-Präsident Donald Trump will die Stärke seines Landes nun auch mit einer Militärparade demonstrieren. Er beauftragte das Pentagon mit der Planung einer Parade, wie seine Sprecherin Sarah Sanders am Dienstagabend (Ortszeit) mitteilte. Trump sei ein großer Unterstützer der Streitkräfte. Er habe das Verteidigungsministerium deswegen gebeten, die Möglichkeit einer Feierlichkeit zu prüfen, bei der alle Amerikaner ihre Wertschätzung zum Ausdruck bringen könnten, sagte Sanders.

Die letzte große Militärparade in Washington liegt mehr als 25 Jahre zurück. Am 8. Juni 1991 feierten die USA unter Präsident George H.W. Bush die Befreiung Kuwaits und den Sieg über den irakischen Machthaber Saddam Hussein. Mindestens 8000 Soldaten, angeführt von Bush und General Norman Schwarzkopf, marschierten damals durch die Straßen der Hauptstadt. Nach dem Ende des nächsten Irak-Krieges 2011 wurde eine solche militärische Machtdemonstration als unpassend empfunden und unterblieb - auch mit Rücksicht auf die in Afghanistan weiter im Einsatz befindlichen US-Soldaten.

Trump von Pariser Parade beeindruckt

Der Wunsch nach einer Parade entstand bei Trump einem Bericht der „Washington Post“ zufolge, als er bei dem Aufzug zum französischen Nationalfeiertag im Sommer in Paris zu Gast war. „Der Marschbefehl lautete: Ich will eine Parade wie die in Frankreich“, zitierte die Zeitung einen Mitarbeiter des Militärs, der nicht namentlich genannt werden wollte. Die Parade soll demnach noch in diesem Jahr stattfinden. Trump hatte im vergangenen Jahr auf Einladung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die traditionelle Militärparade auf den Champs-Élysées verfolgt. Von der dargebotenen militärischen Stärke zeigte er sich anschließend begeistert.

Ehemalige Top-Militärs der USA und aus dem Ausland kritisierten Trumps Plan. „Ich komme von dem Gedanken nicht los, dass es hierbei mehr um sein Ego als um alles andere geht. Ich meine: Wer ist jetzt der Raketenmann?“, sagte John Kirby, Konteradmiral im Ruhestand und ehemaliger Sprecher von US-Außen- und Verteidigungsministerium unter Präsident Barack Obama auf CNN und spielte damit auf Trumps Rede vor den Vereinten Nationen an.

Damals hatte Trump Nordkoreas autoritären Staatschef Kim Jong Un als „Raketenmann“ bezeichnet. Ähnlich wie Kirby äußerte sich der Generalmajor im Ruhestand, Paul Eaton: Jede Parade sei nur dazu da, Trump zu ehren, nicht das Militär. Der Plan zeige die „autoritären Tendenzen“ des Präsidenten. In Biografien über Trump wird erwähnt, wie wichtig es ihm schon als Internatsschüler war, in Kadettenuniform an einer Parade zum Columbus Day auf der Fifth Avenue in New York teilzunehmen.

Kritik kam auch an den Kosten von wohl vielen Millionen Dollar im hochverschuldeten Amerika. Allerdings sind auch in zahlreichen demokratisch regierten Ländern große Militärparaden durchaus üblich.

Die in Frankreich und den USA tätige Autorin Sylvie Kauffmann schrieb auf Twitter: „Um es klarzustellen: Die Parade zum Bastille-Tag hat eine lange Tradition und reicht bis 1880 zurück. Ihre Langlebigkeit und Tradition haben mehrere historische Gründe - vermutlich anders als Trumps Motivation.“

Wählerbasis reagiert positiv

Auch innerhalb der Streitkräfte bekam Trump für seine Idee - obwohl er die Militärausgaben enorm erhöhen will - nicht nur Applaus. Trumps Wählerbasis dagegen reagierte positiv. „Wenn eine Militärparade von jedem anderen außer Trump angekündigt worden wäre, hätte jeder gesagt, das sei eine schöne Idee“, schrieb der erklärte Trump-Unterstützer Jack Posobiec von „Citizens for Trump“.

Militärparaden gehörten während des Kalten Krieges vor allem zum Standardrepertoire von sozialistischen Ländern. Die DDR hielt in Ostberlin jährlich große Paraden ab. China ließ große Paraden lange nur in mehrjährigen Abständen zum Nationalfeiertag am 1. Oktober abhalten, doch unter Präsident Xi Jinping nimmt die Taktzahl zu. Russland begeht seinen wichtigsten Feiertag, den Tag des Sieges über Nazi-Deutschland im „Großen Vaterländischen Krieg“, traditionell am 9. Mai mit großen Militärparaden im ganzen Land. Zehntausende Soldaten marschieren jedes Jahr unter den Augen von Staatsgästen und Weltkriegsveteranen.

Wie groß die Parade in Washington werden soll, ist unklar. Doch eine Militärparade abzuhalten, sei generell „ein bisschen unter unserem Niveau“, sagte Kirby. Eine Waffenschau sei einer Weltmacht nicht angemessen. Als mögliches Datum der neuen US-Parade nannte die „Washington Post“ den nationalen Erinnerungstag (Memorial Day) am 28. Mai, den Nationalfeiertag am 4. Juli oder den Tag der Veteranen am 11. November. Das Verteidigungsministerium bevorzuge letzteren, weil er mit dem Ende des Ersten Weltkriegs 100 Jahre zuvor zusammenfalle, schrieb das Blatt.

Unklar blieb zunächst auch, ob Trump zu einer Parade in Washington nach französischem Vorbild auch Soldaten befreundeter Armee - etwa aus Nato-Ländern - einladen würde. In Paris wird die Militärparade auf diese Weise auch als Demonstration für Freundschaft und Zusammenhalt der Verbündeten genutzt.

Als Route bevorzuge Trump eine Strecke entlang der Pennsylvania Avenue, hieß es weiter. Diese verbindet das Weiße Haus mit dem Kapitol - und führt zudem am Trump International Hotel vorbei.

dpa

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