Enthüllungsbuch über US-Präsidenten

Trump wollte offenbar nie Präsident werden - Melania weinte vor Schock

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Ein Enthüllungsbuch über Donald Trump mit intimen Details sorgt in den USA für Wirbel. Der US-Präsiden hat bereits angekündigt, sich dagegen zu wehren. 

Das New York Magazine veröffentlichte jetzt einen Auszug aus Michael Wolffs Porträt über Donald Trump - der Starjournalist gewährt darin intime Einblicke in die Vorgänge im Weißen Haus und Trumps Persönlichkeit. Diese rücken den US-Präsidenten in kein gutes Licht. In der kommenden Woche wird das Buch „Fire and Fury“ veröffentlicht - doch schon jetzt ist klar, in welche Richtung die Enthüllungen gehen.

„Feuer und Zorn“ - Melania weinte vor Schock über Trumps Sieg

Alles begann, als Donald Trump zum US-Präsidenten gewählt wurde - ein Ereignis, das nie hätte stattfinden sollen. So sei das nicht geplant gewesen, schreibt Michael Wolff: Es scheint, als hätte nicht nur der Rest der Welt nicht damit gerechnet, dass der umstrittene Unternehmer die Wahl gewinnt. Trump selbst und seine Frau seien davon am meisten überrascht gewesen. Und das nicht im positiven Sinne.

Als klar wurde, dass ein Sieg nicht mehr nur nicht ausgeschlossen, sondern sogar wahrscheinlich war, habe Trumps Sohn Don Jr. einem Freund erzählt, dass sein Vater aussehe, als hätte er ein Gespenst gesehen. Melania soll vor Schock sogar geweint haben. 

Es sei ein sehr bewusstes Kalkül gewesen: Trump und sein Team hätten alle Vorteile nutzen wollen, die es hätte, die Präsidentschaftswahl fast zu gewinnen. Der Präsident habe seiner Frau Melania sogar versichert, dass er nicht gewinnen würde. „Verlieren war für alle das beste. Verlieren war Gewinnen“, schreibt Wolff. Wie jeder weiß, ging dieser Plan wohl nicht auf.

Der Präsident empfindet das Weiße Haus als „furchteinflößend“

Wolff beschreibt die Überforderung des gesamten Teams und des Präsidenten mit der unerwarteten Situation. Es musste das richtige Personal gefunden werden - Personal, das im Gegensatz zu Donald Trump, mit den Aufgaben eines US-Präsidenten zurechtkomme. Schon der Umzug ins Weiße Haus - normalerweise eine Ehre für den Präsidenten - sei von Trump anders aufgenommen worden als von seinen Vorgängern. Der Trump Tower sei komfortabler gewesen. Außerdem habe der US-Präsident das Weiße Haus „irritierend und ein bisschen furchteinflößend“ gefunden.

Abrechnung mit Steve Bannon: „Verstand verloren“

Die Insider-Informationen, die Michael Wolff in seinem Buch enthüllt, sollen aus dem engsten Kreise Trumps stammen - offenbar auch von seinem ehemaligen Chefstrategen Stephen Bannon: Er soll schwere Vorwürfe gegen Präsidentensohn Donald Trump Junior und Schwiegersohn Jared Kushner erheben. Im ersten Auszug bezeichnete Bannon ein mutmaßlich von den beiden organisiertes Treffen mit russischen Agenten im Jahr 2016 als „Verrat“ und „unpatriotisch“.

Anwälte von US-Präsident Donald Trump haben dessen ehemaligem Chefstrategen und Wahlkampfleiter Stephen Bannon nun in einer Unterlassungserklärung mit rechtlichen Schritten gedroht. Bannons Kommunikation „mit dem Autor Michael Wolff über ein bevorstehendes Buch gibt Anlass zu zahlreichen Rechtsansprüchen, darunter auf Rufschädigung durch Verleumdung und Beleidigung“, zitierte der US-Nachrichtensender CNN am Donnerstag Trumps Anwalt Charles Harder. Bannon habe zudem eine schriftliche Vertraulichkeitsvereinbarung verletzt.

Währenddessen wütet Trump, Bannon habe „nicht nur seinen Job, sondern auch seinen Verstand verloren“. Und: „Steve Bannon hat nichts mit mir oder meiner Präsidentschaft zu tun.“ Er werde jetzt, wo er auf sich gestellt sei, merken, dass gewinnen nicht so einfach sei, wie Trump es aussehen lasse. Er habe falsche Informationen aus dem Weißen Haus an die Medien gegeben - um sich selbst wichtiger aussehen zu lassen, als er sei. Das sei außerdem das einzige, was er gut könne. Das geht aus einem ersten Statement Trumps hervor, dass seine Pressesekretärin Sarah Sanders am Mittwoch verbreitete.

Michael Wolff hatte „Sitz auf einem Sofa in der Regierungszentrale“

Michael Wolff sagt, er habe in 18 Monaten über 200 Interviews geführt. Er habe so etwas wie einen Sitz auf einem Sofa im Westflügel der Regierungszentrale gehabt. Das Weiße Haus weist das zurück. Das Buch sei voll mit falschen und irreführenden Behauptungen von Menschen, die keinen Zugang oder keinen Einfluss hätten, sagt Trumps Sprecherin Sarah Sanders. Es sei nicht mehr als „trashige Boulevard-Fiktion“.

Das große Medienecho nach der Veröffentlichung des ersten Auszugs scheint sich unterdessen auszuzahlen: Laut CNN schnellte das Buch an die Spitze der Amazon-Bestsellerliste - 24 Stunden vorher belegte es nur Platz 48 449.

dpa/lr/Glomex

Rubriklistenbild: © dpa

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