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US-Präsident Donald Trump ließ sich in Harrisburg von seinen Anhängern feiern.

Jubelnde Anhänger in Pennsylvania

100-Tage-Bilanz: Trump lässt sich feiern

Harrisburg - Unter dem Jubel von tausenden Anhängern hat US-Präsident Donald Trump eine durchweg positive Bilanz seiner ersten hundert Tage im Amt gezogen.

Die vergangenen Wochen seien "sehr aufregend und sehr produktiv" gewesen, sagte Trump am Samstagabend in Harrisburg, der Hauptstadt des Bundesstaats Pennsylvania. "Große, große Schlachten" stünden noch bevor und würden alle gewonnen, versprach der Immobilienmilliardär in seiner einstündigen Rede, die an einen Wahlkampfauftritt erinnerte.

In seiner Rede brandmarkte Trump erneut seinen Vorgänger Barack Obama, dessen Regierung den Republikanern nur Chaos hinterlassen habe. Auch beschimpfte er wieder zahlreiche Medien als "Fake News". Er sei froh, dass er weit weg von dem "Washingtoner Sumpf" sei und nicht an dem "sehr langweiligen" Dinner der über das Weiße Haus berichtenden Journalisten teilnehmen müsse. Das traditionelle Abendessen in Washington fand erstmals seit Jahren ohne den US-Präsidenten statt.

Der Rechtspopulist Trump hatte am 20. Januar sein Amt angetreten. Seither sorgte er mit einer Reihe umstrittener Maßnahmen für Aufruhr. So wollte er per Dekret die Einreise von Menschen aus bestimmten muslimischen Staaten vorübergehend verbieten; das Vorhaben wurde von der US-Justiz aber gestoppt. Für Schlagzeilen sorgten unter anderem auch die engen Kontakte seines Teams zu Russland.

Trump kündigt Entscheidung über Klimaabkommen an 

Trump kündigte in Harrisburg an, in den kommenden zwei Wochen über das Pariser Klimaschutzabkommen zu entscheiden. Er hatte während des Wahlkampfs den Ausstieg der USA aus dem Vertrag angekündigt, der vorsieht, die Erderwärmung auf ein beherrschbares Maß von "deutlich unter zwei Grad" im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

Zehntausende Menschen demonstrierten am Samstag in Washington mit einem "Marsch für das Klima" gegen die Umweltpolitik des Präsidenten. Unter den Demonstranten war auch Hollywoodstar Leonardo DiCaprio, der inmitten einer Gruppe Ureinwohner marschierte und ein Banner mit der Aufschrift "Der Klimawandel ist real" trug. In New York demonstrierten Gegner Trumps unter dem Motto "Hundert Tage des Versagens".

In Bezug auf den sich zuspitzenden Streit über das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm sagte Trump in Harrisburg, der chinesische Präsident Xi Jinping sei ein "guter Mann", der versuche, den USA zu helfen. Peking ist der engste Verbündete Pjöngjangs, das erst am Samstag erneut einen Raketentest vorgenommen hatte. Am Samstag traf der US-Flugzeugträger "USS Carl Vinson" vor der koreanischen Halbinsel ein und nahm an einer gemeinsamen Übung mit der südkoreanischen Marine teil.

In Harrisburg unterzeichnete Trump am Samstag zudem ein Dekret zur Überprüfung internationaler Handelsabkommen. Die Überprüfungen, die auch Vereinbarungen der USA mit der Welthandelsorganisation (WTO) beträfen, sollten sich vor allem auf "Verstöße und Missbrauch" in bestehenden Abkommen konzentrieren, sagte US-Handelsminister Wilbur Ross.

Trump, der mit der Parole "Amerika zuerst" seine Präsidentschaft antrat, hatte bereits Ende März per Dekret angeordnet, die Handelsbeziehungen der USA zu allen Ländern überprüfen zu lassen. Er forderte unter anderem die Erstellung einer Liste derjenigen Länder und Produkte, die für das hohe Handelsdefizit der USA von rund 502 Milliarden Dollar (467 Milliarden Euro) verantwortlich seien.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), sie halte eine Wiederaufnahme der Gespräche über das Freihandelsabkommen TTIP mit den USA für möglich. Trump "fordert faire Bedingungen aus der Sicht seines Landes, und wir achten selbstverständlich auf die deutschen und europäischen Anliegen", sagte Merkel. Sie "schließe nicht aus, dass die Verhandlungen über ein Handelsabkommen mit den USA eines Tages wiederbelebt werden".

AFP

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