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Michael Cohen, ehemaliger persönlicher Anwalt des US-Präsidenten, verlässt sein Wohnhaus in New York. Foto: Richard Drew/AP

Angeblicher "Plea Deal"

Trumps Ex-Anwalt Cohen geht Deal mit Staatsanwaltschaft ein

Lange Zeit galt Michael Cohen als äußert loyaler "Ausputzer" Donald Trumps. Nun hat der Anwalt offenbar einen Deal mit den Ermittlern gemacht. Es geht um Zahlungen an eine Pornodarstellerin.

New York (dpa) - Der langjährige Anwalt von US-Präsident Donald Trump, Michael Cohen, hat sich laut Medienberichten mit der Staatsanwaltschaft auf eine Vereinbarung im Ermittlungsverfahren gegen ihn geeinigt.

Es werde erwartet, dass sich Cohen wegen Steuer- und Bankbetrugs sowie Verstößen gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung schuldig bekennt, berichteten die "New York Times", der Sender CNN und andere US-Medien am Dienstag.

Cohen (51) sollte noch am selben Tag vor Gericht erscheinen. Der Termin wurde für 16.00 Uhr (Ortszeit/22.00 Uhr MESZ) angesetzt.

Laut der "New York Times" beinhaltet Cohens Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft nicht, dass er mit den Ermittlern zusammenarbeitet. Der Sender CNN berichtete, dass die Absprache eine Gefängnis- sowie eine Geldstrafe vorsehe.

In dem Fall geht es einerseits um möglichen Steuer- und Bankbetrug in Zusammenhang mit Taxiunternehmen, die Cohen gehören, und andererseits um Geld, das er an Frauen zahlte, die behaupteten, eine Affäre mit Trump gehabt zu haben.

Er hatte vor der Präsidentschaftswahl im November 2016 nach eigener Aussage 130 000 Dollar an die Pornodarstellerin Stormy Daniels bezahlt - nach Lage der Dinge wohl mit dem Ziel, sie von Aussagen über eine angebliche Affäre mit Trump abzuhalten. Außerdem soll Cohen eine Schweigegeldzahlung an das ehemalige Playmate Karen McDougal organisiert haben, die ebenfalls sagt, sie habe eine Affäre mit Trump gehabt.

Ermittler des FBI hatten im April das Büro, die Wohnung und ein Hotelzimmer von Cohen durchsucht. Dabei beschlagnahmten sie E-Mails, Dokumente und Geschäftsunterlagen zu diversen Themen, darunter zu Cohens umstrittenen Zahlungen. Den Tipp bekamen die Ermittler laut Cohens Anwalt von Robert Mueller, dem früheren FBI-Direktor und Sonderermittler in der Russland-Affäre.

Selbst wenn Cohen nicht mit den Ermittlern kooperieren sollte, wäre ein Schuldeingeständnis ein ziemlicher Schlag für Trump. Cohen wurde oft als der "Ausputzer" des Republikaners beschrieben und galt ihm gegenüber als äußerst loyal. In den vergangenen Wochen deutete er aber in Interviews an, dass er auf Distanz zu seinem früheren Chef gegangen ist. Zudem wurde ein Mitschnitt eines Gesprächs zwischen ihm und Trump öffentlich, den Cohen offenbar heimlich gemacht hatte. Der US-Präsident kritisierte das scharf.

Bericht der "New York Times"

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