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US-Präsident Donald Trump sieht sich nach den Aussagen von Ex-Anwalt Cohen entlastet.

Nach Anhörung vor US-Kongress

Cohen über Trump: "Rassist, Betrüger, Schwindler" - US-Präsident in einem Punkt "beeindruckt"

Donald Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen hatte vor dem Kongress heftige Vorwürfe gegen den US-Präsidenten hervorgebracht - der schlägt nun zurück.

  •  Donald Trumps früherer Anwalt Michael Cohen macht vor dem US-Kongress eine dramatische Aussage über den US-Präsidenten: Trump habe von den Wikileaks-Veröffentlichungen von Hillary Clintons E-Mails vorab Bescheid gewusst, sich der illegalen Wahlkampffinanzierung schuldig gemacht und von ihm, seinem Anwalt, erwartet, dass er den Kongress über die Russland-Beziehungen des US-Präsidenten belügt. Trump, so Cohen, sei ein "Rassist" und "Betrüger".
  • Aus Hanoi schlägt Trump zurück und versucht, Cohen als notorischen Lügner darzustellen.
  • Vor dem US-Kongress deutet Cohen weitere Fälle von Fehlverhalten bei Trump an.

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Update vom 28. Februar 2019, 19.16 Uhr: US-Präsident Donald Trump sieht sich trotz der Frontalattacke durch seinen Ex-Anwalt Michael Cohen in der Russland-Affäre entlastet. Cohen habe wahrheitsgemäß berichtet, dass es keine illegalen Absprachen mit Moskau gegeben habe, sagte Trump am Donnerstag in Hanoi. Tatsächlich hatte Trumps langjähriger Berater in seiner Anhörung durch den Kongress aber nur gesagt, dass er "keine Belege" für gesetzwidrige Kooperationen mit Russland habe.

Cohen hatte Trump in einer öffentlichen Vernehmung eine Serie von Rechtsverstößen und Lügen zur Last gelegt und ihn als "Rassisten, Betrüger und Schwindler" bezeichnet. Der Präsident bezichtigte daraufhin seinen früheren engen Mitarbeiter generell, "viel gelogen" zu haben. Allerdings habe Cohen "in einem Punkt" nicht gelogen: "Er sagte: keine Absprachen mit dem Russland-Schwindel."

Dies habe ihn "ein bisschen beeindruckt", sagte der Präsident bei einer Pressekonferenz nach seinem Gipfel mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un; "Ich frage mich, warum er hier nicht auch gelogen hat, so wie bei allem anderen auch." Cohen hatte vor dem permanenten Untersuchungsausschuss des Repräsentantenhauses allerdings auch ausgesagt, dass er "Verdachtsmomente" für illegale Russland-Verbindungen sehe.

Trumps erste Reaktion auf Cohen-Aussage: "Viel gelogen"

Update vom 28. Februar, 9:20 Uhr: Donald Trump reagiert auf die Vorwürfe, die sein ehemaliger Anwalt Michael Cohen bei der Anhörung im Kongress gegen den US-Präsidenten erhoben hat. Aus Hanoi, wo der Gipfel zwischen Trump und Nordkoreas Machthaber Kim am Donnerstag ohne Ergebnis abgebrochen wurde, geht der US-Präsident zum Gegenangriff über: "Er hat viel gelogen", sagte Trump dort über Michael Cohen. In der Anhörung habe Cohen zudem keine Beweise für illegale Absprachen mit Moskau im Präsidentschaftswahlkampf 2016 liefern können, sagte Trump.

Trump kritisiert Zeitpunkt der Cohen-Anhörung

Update vom 28. Februar, 8:50 Uhr: Bei einer Pressekonferenz in Hanoi nach dem abgebrochenen Gipfel mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in Hanoi am Donnerstag kritisierte Trump das Abgeordnetenhaus für den Zeitpunkt der öffentlichen Anhörung seines Ex-Anwalts Michael Cohen am Vortag. Die Anhörung auf den Zeitpunkt des wichtigen Gipfels zu legen, sei „eine furchtbare Sache“ gewesen. Die von den US-Demokraten kontrollierte Kammer hätte die Anhörung auf die Zeit nach seinem Treffen mit Kim legen sollen.

Cohen rechnet brutal mit Trump ab - mit diesen drei gefährlichen Anschuldigungen

Update vom 27. Februar, 20.19 Uhr: Der Ex-Anwalt von Donald Trump, Michael Cohen, hat angedeutet, dass es neben den bereits bekannten Vorwürfen gegen den US-Präsidenten noch weitere gibt. Cohen nannte bei seiner Anhörung vor dem US-Kongress am Mittwoch aber keine Details. Ein Abgeordneter hatte ihn gefragt, ob er von weiterem Fehlverhalten oder illegalen Handlungen wisse, die Trump beträfen. Cohen bejahte dies, sagte aber, er könne sich dazu nicht äußern, weil es Teil noch laufender Ermittlungen in New York sei.

Der ehemalige Anwalt von Trump, Michael Cohen, sagt vor dem US-Kongress aus. 

Cohen-Vorwurf Nr. 1: Trump wusste vorab von E-Mail-Leak gegen Clinton

Update vom 27. Februar, 18.59 Uhr: Der Ex-Anwalt von Donald Trump, Michael Cohen, hat den US-Präsidenten beschuldigt, vorab von der Veröffentlichung gehackter E-Mails der Demokraten durch Wikileaks im Wahlkampf 2016 gewusst zu haben. Trump habe gewusst, dass sein langjähriger Vertrauter Roger Stone mit Wikileaks-Gründer Julian Assange über die Veröffentlichung der E-Mails gesprochen habe, sagte Cohen am Mittwoch vor einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses. Er fügte hinzu, er sei bei einem Telefonat zwischen Trump und Stone anwesend gewesen, in dem Stone Trump darüber informiert habe, dass Wikileaks innerhalb weniger Tage E-Mails publik machen werde, die Hillary Clinton schaden werden. "Wäre das nicht großartig", soll Trump gesagt haben.

Die veröffentlichten E-Mails rückten Clinton in ein schlechtes Licht und schadeten ihr tatsächlich. Trump selbst lobte Wikileaks im Wahlkampf, obwohl die Enthüllungsplattform für US-Sicherheitskreise als Rotes Tuch gilt.

Cohen-Vorwurf Nr. 2: Trump ließ Schweigegeld an mehrere Frauen zahlen

Michael Cohen hat nach eigener Aussage im Auftrag von Donald Trump Schweigegeld an die Pornodarstellerin "Stormy Daniels" und an ein Playboy-Modell gezahlt. Dieses Geld habe Trumnp ihm zurückgezahlt, als er bereits im Amt gewesen sein. Beides wäre illegal.

Cohen-Vorwurf Nr. 3: Trump wusste von Lüge über Russland-Beziehungen

Dass Michael Cohen dem Kongress die Unwahrheit über Geschäftsbeziehungen Trumps mit Russland sagte, hat der Ex-Anwalt bereits zugegeben. Nun erklärte Cohen, dass Trump dies gewusst habe. Zwar sei er nicht direkt angewiesen worden, den US-Kongress zu belügen, doch der US-Präsident habe ihm das Gefühl gegeben, dass es von ihm erwartet würde.

Cohen nennt Trump einen Rassisten und Betrüger

Update vom 27. Februar 2019, 16.51 Uhr: Donald Trumps langjähriger Anwalt hat den US-Präsidenten in einer Anhörung vor dem Repräsentantenhaus Rechtsverstöße und Lügen vorgeworfen. "Er ist ein Rassist. Er ist ein Betrüger. Er ist ein Schwindler", sagte Cohen zu Beginn der Anhörung am Mittwoch über den Präsidenten. "Ich schäme mich, dass ich dazu beigetragen habe, Herrn Trumps unerlaubte Handlungen zu verschleiern, statt auf mein eigenes Gewissen zu hören."

Weiter soll Cohen der Deutschen Presseagentur zufolge gesagt haben: „Herr Trump ist ein Mysterium. Er ist kompliziert (...). Er ist fähig, sich liebenswürdig zu verhalten, aber er ist nicht liebenswürdig. Er ist fähig, großzügig zu handeln, aber er ist nicht großzügig. Er ist fähig, loyal zu sein, aber er ist im Grunde illoyal.“

Michael Cohen hat vor, Donald Trump scharf zu kritisieren

Washington - Der Ex-Anwalt von Donald Trump, Michael Cohen, will den US-Präsidenten bei seiner Aussage vor dem Kongress als Rassisten und Betrüger bezeichnen und dafür auch Belege liefern. Das geht aus Cohens vorbereiteter Eingangserklärung hervor, die vom US-Portal Politico.com in der Nacht zu Mittwoch veröffentlicht wurde.

Demnach will Cohen über Trump sagen: "Er ist ein Rassist. Er ist ein Hochstapler. Er ist ein Betrüger." In Cohens Statement heißt es zudem, Trump habe vorab von der Veröffentlichung gehackter E-Mails der Demokraten durch Wikileaks im Wahlkampf 2016 gewusst.

Trump ist derzeit beim Gipfeltreffen in Hanoi

Trump hält sich derzeit in Vietnam auf, wo er zu einem Gipfel mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un zusammenkommen will. Cohen nennt es in dem Statement "ironisch", dass Trump während seiner Aussage vor dem Kongress ausgerechnet in Vietnam sei. Cohen vermittelt den Eindruck, dass Trump sich während des Vietnam-Krieges vor dem Militärdienst gedrückt haben könnte.

Die USA unterstützten Südvietnam während des Vietnamkrieges militärisch. Ab März 1965 entsandte die US-Regierung immer mehr Bodentruppen. 1973 schlossen die USA einen Waffenstillstand mit Nordvietnam.

Trump sei während des Vietnam-Kriegs wegen eines Fersensporns ausgemustert worden

Trump soll während des Vietnam-Kriegs wegen eines Fersensporns ausgemustert worden sein, also wegen eines schmerzhaften Auswuchses am Fußknochen. In Cohens Statement heißt es nun, Trump habe ihn im Wahlkampf damit beauftragt, sich um die schlechte Presse wegen seiner Ausmusterung zu kümmern. Trump habe ihm auf seine Bitten hin aber keine Belege für den Fersensporn vorgelegt. Er habe ihm stattdessen gesagt: "Denkst Du, ich bin blöd, ich wäre doch nicht nach Vietnam gegangen."

In einer mit Spannung erwarteten öffentlichen Anhörung will sich der Ex-Anwalt von Trump am Mittwoch Fragen von Abgeordneten im Kongress stellen. Der 52-Jährige, der mehr als ein Jahrzehnt für Trump gearbeitet hat, ist eine zentrale Figur in mehreren Affären um den Präsidenten. Cohen sagt in dieser Woche in mehreren Anhörungen vor dem US-Kongress aus. Am Dienstag hatte er sich hinter verschlossenen Türen vor dem Geheimdienstausschuss des Senats geäußert.

dpa

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