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Trumps Iran-Taktik kann in einer Katastrophe enden

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Von: Klaus Rimpel

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Politik-Redakteur Klaus Rimpel.
Politik-Redakteur Klaus Rimpel. © tz/mm

Will die USA das Mullah-Regime im Iran mit militärischen Druck stürzen? Merkur-Politikredakteur Klaus Rimpel hält das für eine fatale Strategie. Ein Kommentar.

München/Washington - Eigentlich dürfte Donald Trump kein Interesse an einem Krieg mit dem Iran haben. Schließlich war die Ankündigung, sich aus internationalen Konflikten rauszuhalten, einer der Schlager in seinem „America-First“-Wahlkampf. Und doch wächst nun täglich die Sorge vor einer militärischen Eskalation. Trumps Sicherheitsberater John Bolton und US-Außenminister Mike Pompeo, die beiden „Falken“ im US-Kabinett, träumen offenbar davon, das verhasste Mullah-Regime durch wirtschaftlichen und militärischen Druck stürzen zu können.

Selbst regierungskritische Iraner stellen sich gegen Trump

Doch in Wahrheit bewirkt diese Politik der maximalen Härte das Gegenteil: Selbst die (vielen) Iraner, die in Opposition zu ihren islamistischen Führern stehen, solidarisieren sich mit ihrer Regierung angesichts solch aggressiven Drucks von außen. Das Regime in Teheran wird durch diese US-Politik also sogar noch stabilisiert.

Beide Seiten scheinen in dem Irrglauben gefangen, Nutzen aus einer Eskalation ziehen zu können: Die US-Falken denken, dass sie mit gezielten (und begrenzbaren) Angriffen auf militärische oder atomare Anlagen das Regime in Teheran von seinem aggressiven Kurs abbringen können.

Trumps Iran-Taktik kann in einer Katastrophe enden

Und die Hardliner in der iranischen Führung könnten diese Angriffe nutzen, um das iranische Volk in gemeinschaftlicher Amerika-Feindlichkeit wieder hinter sich zu versammeln – und die zunehmend dramatische wirtschaftliche Lage dem „Feind“ in die Schuhe schieben zu können. Das sind brandgefährliche Strategien, die im ohnehin brodelnden Nahen Osten in einer Katastrophe enden könnten.

Politik-Redakteur Klaus Rimpel.
Politik-Redakteur Klaus Rimpel. © tz/mm

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