Eben typisch

Kommentar zu Trumps Nato-Rede: Der Provokateur

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Donald Trump hat mit einer provokant-undiplomatischen Rede die NATO-Spitzen konfrontiert. Aber das ist typisch: Er hat wenig Gespür dafür, was andere als unangemessen empfinden. Ein Kommentar.

Es war eine provokant-undiplomatische Rede, mit der Donald Trump in Brüssel die NATO-Spitzen konfrontierte – ja brüskierte. Die herausfordernde Art und Weise, in der der US-Präsident vor dem 9/11-Denkmal den Partnern begegnete, dürfte wohl beispiellos in der Geschichte der Verteidigungsallianz sein. Aber das ist eben typisch Trump, der un-politische Präsident. Er hat wenig Gespür für das, was andere als unangemessen empfinden. Damit wird der Westen vermutlich noch mehr als dreieinhalb Jahre leben müssen.

So wenig geeignet der Augenblick war, das leidige Thema Verteidigungsausgaben so unverblümt auf den Tisch zu legen – im Prinzip kann man das Drängen des US-Präsidenten nachvollziehen. Europa hinkt mit seinen Leistungen weiter deutlich hinterher. Man verlässt sich auch in Berlin weiter darauf, dass es der große Bruder USA im Krisenfall schon richten werde. Und was die Partner Washington anzubieten haben, hat oft grobe Mängel – siehe die seit langem unter Führungsdefiziten leidende Bundeswehr – oder ist politischen Beschränkungen wie beim Antiterror-Kampf ausgesetzt, dem die Nato jetzt zumindest formell beigetreten ist. Eine faire Lastenteilung war dies noch nie.

Trump dürfte deshalb auch bewusst ein klares Bekenntnis zum Beistands-Artikel der Nato vermieden haben. Frei nach der Devise: Erst einmal sehen, ob die Partner nun in Sachen Rüstungsbudgets nachziehen. Auch das ist Trump: Mehr der Geschäftsmann als ein berechenbarer Politiker. Und zumindest beim Antiterror-Kampf hat er sich mit seiner Strategie durchgesetzt.

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