+
Twitter war schon im Wahlkampf das Herzstück von Trumps Kommunikation. Foto: Henrik Josef Boerger

Mehr als 41 Millionen Follower

Trumps elf Minuten Funkstille auf Twitter

Ein Twitter-Mitarbeiter "zieht den Stecker" von Trumps Twitter-Account. Elf Minuten ist der wohl wichtigste Kommunikationskanal des US-Präsidenten verstopft. Twitter spricht zunächst von einem "menschlichen Fehler". Doch was steckt dahinter? Die Netzwelt ist amüsiert.

Washington (dpa) - An seinem letzten Arbeitstag hat ein Twitter-Mitarbeiter das private Konto von Donald Trump abgeschaltet. Wer in der heutigen Nacht sehen wollte, was der US-Präsident im Kurznachrichtendienst schreibt, bekam die Fehlermeldung, dass die Seite nicht existiere.

Nach elf Minuten tauchte das Konto wieder auf. Als Grund für die Deaktivierung nannte Twitter zunächst den "menschlichen Fehler" eines Angestellten. "Der Account war elf Minuten lang abgeschaltet, wurde dann wiederherhergestellt", hieß es in einer ersten Erklärung. "Wir untersuchen den Fall weiter und unternehmen Schritte, damit sich dies nicht wiederholt."

Später schob Twitter nach, die Untersuchungen hätten ergeben, dass der Account von einem Kundenbetreuer des Unternehmens "an seinem letzten Arbeitstag" abgeschaltet worden sei. Die Untersuchung laufe weiter.

Die Netzwelt reagierte prompt und vorwiegend hämisch. "Er ist ein Held, auf den wir gewartet haben. Mehr mehr mehr!" Einer schrieb: "Nicht alle Helden tragen einen Umhang". "Einige von uns haben dies nicht erlebt, können sie den (Account) bitte wieder abschalten?", fragte ein anderer.

"Ihr habt einen guten Mitarbeiter verloren. Ihr braucht mehr wie ihn/sie" und "Beste Nutzung eines letzten Tages überhaupt", schrieben Twitter-Nutzer über den Täter. Andere hätten sich gewünscht, dass die Stille länger andauert: "Zu schade, dass es nicht für immer war." Ein Nutzer glaubt sogar, dass die symbolische Weltuntergangsuhr durch die kurzzeitige Abschaltung des Trump-Accounts für einen Moment eine Minute zurückgestellt worden sei, und fordert den Friedensnobelpreis für den ausgeschiedenen Twitter-Mitarbeiter.

Trump folgen auf Twitter mehr als 41 Millionen Menschen. Der US-Präsident versteht es sehr gut, den Kanal für sich zu nutzen. Er war schon im Wahlkampf das Herzstück seiner Kommunikation. Oft haben seine Nachrichten einen aggressiven Tonfall. Immer wieder beschimpft er auf Twitter politische Gegner oder ihm unliebsame Medien. Trump selbst hat erklärt, Twitter sei der beste Weg, um seine Botschaften ungefiltert zu verbreiten.

Das offizielle Twitter-Konto des US-Präsidenten war von dem Zwischenfall nicht betroffen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Brexit: Gerüchte um Misstrauensantrag gegen May 
Es geht voran beim Brexit: Die Unterhändler beider Seiten haben sich auf einen Entwurf des Austritts-Abkommens geeinigt. Aber im britischen Kabinett droht schon wieder …
Brexit: Gerüchte um Misstrauensantrag gegen May 
Eklat in Berlin: Gruppe der Jungen Union grölt an Gedenktag öffentlich Wehrmachtslied
Ausgerechnet am historisch vorbelasteten 9. November hat sich eine Gruppe der Jungen Union in Berlin daneben benommen: Sie grölte in einer Kneipe ein Wehrmachtslied.
Eklat in Berlin: Gruppe der Jungen Union grölt an Gedenktag öffentlich Wehrmachtslied
Weitere Migranten aus Mittelamerika erreichen US-Grenze
Gut einen Monat waren die Menschen aus Honduras auf dem Weg in die USA. Jetzt haben die Ersten ihr Ziel fast erreicht. Ein Grenzzaun trennt sie von ihrem "Amerikanischen …
Weitere Migranten aus Mittelamerika erreichen US-Grenze
Staatsanwaltschaft will gegen Weidel wegen Spenden ermitteln
Wer ist der Unbekannte, der jede Woche aus dem Ausland Geld für den Wahlkampf von Alice Weidel geschickt hat? Dafür interessiert sich nicht nur die Bundestagsverwaltung, …
Staatsanwaltschaft will gegen Weidel wegen Spenden ermitteln

Kommentare