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Mike Pence erntete in einem New Yorker Theater Buh-Rufe.

Darsteller richten Statement an den Republikaner

Trumps Vize Mike Pence besucht Musical - und wird ausgebuht

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New York - Trumps Vize Mike Pence besuchte in New York ein Musical und wurde vom Publikum ausgebuht. Dann richteten die Darsteller einen Aufruf an ihn.

Mit einem ungewöhnlichen Aufruf zur Versöhnung hat sich die Besetzung des Broadway-Musicals "Hamilton" an den künftigen US-Vizepräsidenten Mike Pence gewandt, nachdem dieser beim Besuch der Show ausgebuht wurde. "Wir heißen Sie willkommen und danken Ihnen, dass sie hier sind", hieß es in einer Erklärung, die der Schauspieler Brandon Victor Dixon nach dem Ende der Show am Freitagabend in New York verlas.

„Wir sind das vielfältige Amerika“

Dann fuhr er fort: "Wir sind das vielfältige Amerika, das alarmiert und besorgt ist, dass Ihre neue Regierung uns, unseren Planeten, unsere Kinder und Eltern nicht beschützen wird oder uns nicht verteidigen und unsere unveräußerlichen Rechte nicht aufrechterhalten wird." Das Musical behandelt die Gründungsgeschichte der Vereinigten Staaten und den Beitrag der Einwanderer zum Aufbau des Landes. Die Mitglieder der Crew sind unterschiedlicher Hautfarbe, Herkunft und sexueller Orientierung.

"Wir hoffen wirklich, dass diese Show Sie dazu inspiriert hat, die amerikanischen Werte aufrechtzuerhalten und für die Belange von uns allen einzutreten. Von uns allen", sagte Dixon, der selbst schwarz ist. 

Pence verließ den Saal

Pence war bei der Ankunft in dem Theater in New York am Freitagabend von Zuschauern ausgebuht worden. Zwar verließ er den Saal, als Dixon damit begann, die Erklärung zu verlesen - der "New York Times" zufolge bekam er aber vom Foyer aus das gesamte Statement mit.

Hauptdarsteller ist homosexuell

Der Hauptdarsteller des Musicals, Javier Muñoz, ist homosexuell und geht auch offen mit seiner HIV-Infektion um. Nachdem der neugewählte Präsident Donald Trump im Wahlkampf wiederholt mit fremdenfeindlichen und rassistischen Äußerungen aufgefallen war, befürchten nun viele Gruppen und Minderheiten der US-Gesellschaft Nachteile für sich während seiner Präsidentschaft.

Donald Trump verlangt Entschuldigung

Der nächste Präsident der USA griff nach alter Manier zu Twitter, um seinem Unmut über den Vorfall mit scharfen Worten Ausdruck zu verleihen: „Unser wunderbarer künftiger Vize-Präsident Mike Pence wurde letzte Nacht vor laufenden Kameras von den Darstellern des Musicals Hamilton angegriffen“, schrieb Donald Trump auf dem Kurznachrichtendienst. „Sie haben einen guten Mann sehr unhöflich behandelt. So etwas sollte nicht passieren! Das Theater muss immer ein sicherer und besonderer Ort sein.“ Er verlangte eine Entschuldigung von den Darstellern.

afp/hn

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