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Ein alter Mann fleht inmitten der Trümmer Aleppos um Hilfe.

Und hinter ihnen fallen die Bomben

Videos: Die ganze Verzweiflung der Menschen in Aleppo

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Aleppo - Syriens Präsident Assad lässt auch den Rest Ost-Aleppos bombadieren - ohne Rücksicht auf die verbliebenen Menschen. Deren einzige Hoffnung sind Videobotschaften aus der Hölle in den Westen und die flehentliche Bitte um Hilfe.

Update: Angesichts der verheerenden Lage für die Menschen im Osten der umkämpften syrischen Stadt Aleppo ist einem Rebellenvertreter zufolge eine Einigung über die Evakuierung der dort verbliebenen Menschen erzielt worden.

Zouhir al-Shimale steht wohl auf einem Dach, hinter ihm eine Trümmerlandschaft. Dort, wo einmal das Leben blühte, Kinder gedeihten, stehen nur noch zerbombte Baracken. Der Staub verdeckt teilweise den blauen Himmel. 

Über dem jungen Mann fliegen Kampfjets, aus nicht allzu weiter Entfernung sind Schüsse zu hören (Spiegel online berichtete zuerst). Für Zouhir al-Shimale ist das seit Jahren Alltag. Im Video, das die journalistische Plattform Middle East Eye via Twitter veröffentlichte, zeigt er ihn. Darin sagt er: „Es gibt kein Krankenhaus, und die zivilen Kämpfer haben aufgegeben, weil sie keine Fahrzeuge oder Sprit für ihre Fahrzeuge haben. Die Toten liegen in den Straßen. Die Verletzten sterben, weil sie nicht versorgt werden.“

An welchem Ort und zu welcher Zeit das Video aufgenommen wurde, lässt sich zwar nicht endgültig verifizieren, es wirkt aber authentisch, und viele Medien weltweit berichten darüber - gleiches gilt für die folgenden.

Aleppo: „Wo sind die Retter?“

"Wo seid ihr? Rettet uns!" Es ist ein anderes Video aus der selben Stadt. Nur fleht dieser Mann inmitten der Trümmer von Aleppo um Hilfe. Aufgenommen und veröffentlicht hat die verzweifelte Szene ein niederländischer Journalist.

Seine Botschaft: „Wir werden in Aleppo abgeschlachtet. Wir sind hungrig. Unsere Kinder werden abgeschlachtet. Uns ist nichts geblieben. Wo seid ihr? Rettet uns! Oh Allah, an diejenigen, die uns hören können, die uns antworten können. Oh ihr Geschöpfe Allahs, Gemeinschaften, Friede sei mit euch."

Aleppo: Zahnarzt fleht Merkel an

Die Bild-Zeitung berichtet vom letzten Zahnarzt der Stadt. Dr. Salim Abualnaser aus Aleppo fleht Kanzlerin Angela Merkel an, den Menschen zu helfen. Bis Sonntag behandelte er dem Bericht nach in einem Keller des Viertels Bustan al-Qasr Schwerverletzte. Am Montag floh er in letzter Sekunde, bevor die Armee von Machthaber Baschar al-Assad und ihre Verbündeten kamen (in Hama setzten sie Giftgas ein. 93 Toten Menschen starben).

Abualnaser muss fliehen, denn wie er berichtet, stehen Ärzte und andere Helfer ganz oben auf der Liste der Regierungstruppen. Sie sollen eliminiert werden, damit die Zivilisten gar keine Überlebensmöglichkeit haben. Assads Verbündeter Russland hatte eine Evakuierung der Bevölkerung verweigert. Er sagt zur Bild: „Vermutlich ist dies unser letztes Telefonat.“

"Ich hoffe, dass ihr euch an uns erinnert."

„The last call from Aleppo“ setzt ein Lehrer via Twitter-Dienst Periscope ab. Er nennt sich Mr. Alhamdo, steht an einer Wand, im Hintergrund ist Feuer zu hören. Er hat den Glauben verloren. In sein Leben und den Westen: „Glaubt nicht mehr an die Vereinten Nationen. Glaubt nicht mehr an die Internationale Gemeinschaft.“ Und weiter: „Wir wollten nichts anderes als Freiheit. Aber diese Welt mag scheinbar keine Freiheit. Glaubt nicht mehr, dass ihr in eurem Land frei sein könnt. Nein. Diese Welt will keine Freiheit.“

Zum Schluss sagt er kopfschüttelnd: "Ich hoffe, dass ihr euch an uns erinnert." Dann bricht er ab.

Immerhin ist er offenbar noch am Leben. Am Nachmittag (MEZ) twitterte er noch, dass er sich wünsche, seiner Tochter den Geschmack einer Banane ermöglichen zu können.

Bilder: Das grausame Leid der Menschen von Aleppo

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