+
Bohuslav Sobotka, tschechicher Ministerpräsident und Vorsitzender der sozialdemokratischen Partei, spricht beim SPD-Bundesparteitag. Foto: Bernd von Jutrczenka/Archiv

Tschechien wehrt sich gegen Vorwurf mangelnder Solidarität

Berlin (dpa) - Tschechien hat den Vorwurf mangelnder Solidarität bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise zurückgewiesen und die Kritik an Bundeskanzlerin Angela Merkel wiederhzolt

"Wir sind solidarisch. Wir haben Polizisten nach Slowenien, Ungarn und Mazedonien geschickt. Wir haben Slowenien, Kroatien und Serbien humanitäre Hilfe gewährt. Dazu musste uns niemand aus Brüssel zwingen", sagte Ministerpräsident Bohuslav Sobotka der "Süddeutschen Zeitung".

Sobotka bekräftigte zugleich die Kritik an Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Entscheidung, zunächst unbegrenzt Bürgerkriegsflüchtlinge insbesondere aus Syrien aufzunehmen. "Deutschland hat ein Signal ausgesandt, das in weiten Teilen des Nahen Ostens und Nordafrikas zu hören und zu sehen war. Das hat zur illegalen Migration in Richtung Europa gereizt. Das lässt sich leider nicht leugnen", sagte er.

Entschieden wandte sich der Sozialdemokrat gegen die Drohung des österreichischen Bundeskanzlers Werner Faymann, EU-Mittel zu kürzen. "So eine Argumentation spaltet Europa nur weiter. Wenn wir so weiter machen, entstehen Gräben, die wir später nur sehr schwer werden zuschütten können", warnte er.

In Tschechien haben in diesem Jahr knapp 1400 Ausländer Asyl beantragt. Davon wurden nach Angaben des Innenministeriums 70 positiv beschieden. Deutschland verzeichnete Anfang Dezember offiziell eine Million Flüchtlinge seit Jahresbeginn.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kirchentag: Obama und Merkel diskutieren über Demokratie
Zum 500. Jahrestag von Martin Luthers Thesen treffen sich in der deutschen Hauptstadt Zehntausende Protestanten. Heute tritt ein besonderer Gast auf die …
Kirchentag: Obama und Merkel diskutieren über Demokratie
Britischer Historiker Timothy Garton Ash erhält Karlspreis
Aachen (dpa) - Einer der weltweit renommiertesten Historiker, der Brite Timothy Garton Ash, erhält für seine Verdienste um die europäische Einigung heute in Aachen den …
Britischer Historiker Timothy Garton Ash erhält Karlspreis
Bruder des Attentäters bestätigt: „Salman war Mitglied des IS“
Am Montag erschütterte ein Selbstmordanschlag Großbritannien. 22 Menschen wurden getötet, viele Hintergründe sind unklar. Alle Informationen und Entwicklungen im …
Bruder des Attentäters bestätigt: „Salman war Mitglied des IS“
Terror in Manchester: Was wir bisher wissen - und was nicht
In Manchester riss ein Attentäter mit einer selbstgebastelten Bombe 22 Menschen in den Tod. Hier lesen Sie die Fakten zur Explosion beim Ariana-Grande-Konzert.
Terror in Manchester: Was wir bisher wissen - und was nicht

Kommentare