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Tübingens Oberbürgermeister Palmer hat den türkischen Präsidenten Erdogan via Facebook aufs Korn genommen. 

„Schneiden Sie Herrn Böhmermann die Eier ab“ 

Grünen-Politiker Palmer: Offener Satire-Brief an Erdogan

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Tübingen - Tübingens grüner Oberbürgermeister hat dem türkischen Staatschef Erdogan einen offenen Brief auf Facebook gewidmet. Konkret geht es um die Causa Böhmermann und den Fall Yücel. 

Er hat es wieder getan. Knapp ein Jahr nach seinem ersten Satire-Brief an Recep Tayyip Erdogan hat sich Tübingens grüner Oberbürgermeister Boris Palmer einmal mehr über die sozialen Medien an den türkischen Präsidenten gewendet. Ging es in der ersten Fassung vom 12. April 2016 noch ausschließlich um den Fall Jan Böhmermann, der mit seinem Satire-Gedicht beinahe eine Staatskrise zwischen der Bundesrepublik und der Türkei heraufbeschworen hätte, veröffentlichte der baden-württembergische Politiker dieses Mal eine aktualisierte Fassung seines damaligen Posts, der vor dem Hintergrund der aktuellen Geschehnisse noch einmal im Besonderen auf den Fall des inhaftierten deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel eingeht. Außerdem übt Palmer auf ironische Weise Kritik am Verhalten der türkischen Regierung, nachdem der Wahlkampf-Auftritt des türkischen Justizministers Bekir Bozdag in Gaggenau kurzfristig abgesagt worden war - wegen Parkplatzmangels. 

Zu Beginn greift Palmer jedoch noch einmal die Causa Böhmermann auf. „Als Bürger der Bundesrepublik Deutschland möchte ich mich bei Ihnen für die ‚schweren Verbrechen gegen die Menschlichkeit’ entschuldigen, die Herr Böhmermann an Ihnen verübt hat“, so der 44-Jährige. Dies betreffe auch - und nun rückt der gegenwärtige Politik-Zwist der türkischen und deutschen Regierung in den Mittelpunkt - die angeblichen „Nazi-Methoden“, die der deutschen Regierung von türkischer Seite nach der Absage der Wahlkampf-Rede in Gaggenau vorgeworfen wurden. 

Palmers Post geht viral - innerhalb eines Tages 

Zur Inhaftierung hat Palmer derweil eine scheinbar klare Meinung. Sie sei, so der Grünen-Politiker voller Ironie, „ein notwendiges Zeichen an alle verbliebenen unabhängigen Berichterstatter, dass Sie dabei auch vor Korrespondenten ausländischer Propaganda-Medien nicht halt machen.“ Mehr als 2000 Strafverfahren wegen Beleidigung des Präsidenten würden laut Palmer eine klare Sprache sprechen, der seinen Brief mit folgendene Worten beendet: „Schneiden Sie Herrn Böhmermann die Eier ab, damit er sich nie wieder über Präsidenten mit kurzem Schwanz lustig macht - und dem OB von Gaggenau gleich mit. Ergebenst, Ihr Boris Palmer.“ 

Im Netz erhielt der Satire-Brief Palmers viel Beachtung. Innerhalb eines Tages sammelte der Post knapp 1300 „Gefällt-Mir“-Angaben und wurde über 450 Mal geteilt; die Meinungen unter den knapp 100 Kommentaren waren derweil mehrheitlich positiv. „Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil. Danke, Boris Palmer“, befand beispielsweise ein User. Das sah auch ein weiterer Nutzer so. „Sehr mutig und nur so ist wohl dieser Narzissmus zu ertragen.“ Jedoch äußerten sich nicht alle Beteiligten derart positiv. Es sei eines Bürgermeisters unwürdig, auf diese Art und Weise Öl ins Feuer zu gießen, urteilte beispielsweise einer der wenigen kritisch eingestellten Nutzer. 

lpr

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