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Die Türkei baut die militärische Zusammenarbeit mit Katar aus und stationiert zusätzliche Truppen in dem Emirat. Foto: Yilmaz Kazandioglu/Archiv

Türkei entsendet Soldaten

Arabische Staaten verhängen Sanktionen im Streit mit Katar

Im Konflikt um Katar ist keine schnelle Lösung in Sicht. Die arabischen Kontrahenten des Emirats zeigen sich unnachgiebig. Aus der Türkei kommt hingegen ein Zeichen der Solidarität für Doha.

Manama/Istanbul (dpa) - Saudi-Arabien und drei weitere arabische Staaten haben 59 Personen und 12 Organisationen mit angeblichen Verbindungen zum Rivalen Katar auf eine "Terrorliste" gesetzt.

Sie alle würden von dem Golf-Emirat finanziert oder seien dort ansässig und hätten Kontakte zu Terroristen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der vier Länder, die in der Nacht zum Freitag verbreitet wurde. Zu den Unterzeichnern gehören neben Saudi-Arabien auch Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Bahrain. Für die betroffenen Personen und Organisationen bedeutet der Eintrag auf der "Terrorliste" vor allem Kontensperren und erschwerte Auslandsgeschäfte.

Die vier Staaten begründeten den Schritt mit ihrer "Entschlossenheit, den Terrorismus zu bekämpfen, seine Finanzierungsquellen auszutrocknen und extremistische Ideologien zu bekämpfen". Verwiesen wurde auf "anhaltende Verstöße der Behörden in Doha gegen die von ihnen unterzeichneten Verpflichtungen und Abkommen".

Saudi-Arabien, Bahrain, die VAE, Ägypten und der Jemen hatten am Montag alle Beziehungen zu Katar abgebrochen. Die nationalen Fluggesellschaften stoppten den Luftverkehr. Zudem schlossen die Nachbarländer die Grenzen. Die Staaten warfen Katar vor, Terroristen zu unterstützen.

Die Türkei baut hingegen die militärische Zusammenarbeit mit dem Emirat aus. Das Parlament in Ankara ratifizierte am Mittwochabend zwei Abkommen, wonach Ankara zusätzliche Truppen in Katar stationieren und Sicherheitskräfte des Emirats ausbilden wird, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete.

Die Vereinbarungen sähen auch gemeinsame Übungen der Streitkräfte beider Länder vor. Sie waren bereits vor der neuen Krise am Golf auf den Weg gebracht worden. Dass das Parlament in Ankara den Vertrag nun wenige Tage nach Ausbruch des diplomatischen Konflikts ratifizierte, wurde als Zeichen der Solidarität mit Katar gewertet.

Die Türkei unterhält bereits eine Militärbasis in Katar, auf der Medienberichten zufolge rund 100 türkische Soldaten stationiert sind. Um wie viele Soldaten die dortigen Truppen mit den neuen Abkommen verstärkt werden sollen, blieb zunächst unklar. Die Basis soll eine Kapazität von 3000 Soldaten haben.

Ankara und Doha hatten bereits im Jahr 2014 ein Verteidigungsabkommen beschlossen, das 2015 ratifiziert wurde. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ist ein enger Verbündeter der Führung Katars, pflegt allerdings auch gute Beziehungen zu anderen Golfstaaten.

Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani hatte zu den ersten Staats- und Regierungschefs gehört, die Erdogan nach dem Putschversuch in der Türkei im Juli 2016 anriefen und ihm Unterstützung zusicherten. In der aktuellen Krise hatte sich Erdogan kritisch zu den Sanktionen Saudi-Arabiens und anderer arabischer Staaten gegen Katar geäußert.

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