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Bereits vergangene Woche hatte die Türkei Twitter blockiert.

Unternehmen wehrt sich

Türkei baut Twitter-Blockade aus

Istanbul - Die Internet-Zensur in der Türkei wird technisch immer ausgefeilter. Die türkische Regierung geht in ihrer Twitter-Blockade einen Schritt weiter. Das Unternehmen wehrt sich.

Im Streit um Twitter-Sperre in der Türkei hat der Kurznachrichtendienst seinen Nutzern die Geheimhaltung ihrer Daten zugesichert. „Twitter steht weiter dazu, die Privatsphäre unserer Nutzer in der Türkei zu verteidigen - wir werden ihr Vertrauen nicht verraten“, teilte Twitter am Montag mit. Unterdessen schnitten die türkischen Behörden ihre Bürger immer mehr von dem Dienst ab. Nun sei auch Twitters Linkverkürzer t.co gesperrt, berichteten türkische Medien. Damit werden beim Klick auf solche über Twitter verkürzte Links die Websites dahinter nicht mehr aufgerufen.

Viele Nutzer hatten die in der Nacht zum Freitag eingeführte Blockade zunächst umgangen. Die türkischen Behörden setzten auf eine DNS-Sperre - das heißt, bei den einheimischen Internet-Providern wurde die Übersetzung der Web-Adresse twitter.com in den entsprechenden IP-Zahlenblock verhindern, so dass sie nicht erreicht wurde. Wer die IP-Adresse kannte oder alternative DNS-Dienste nutzte, kam trotzdem ans Ziel.

Erdogan unter Druck

Seit dem Wochenende werde Twitter auch direkt über die IP-Adresse blockiert, hieß es. Zudem habe die Regierung Umgehungen der Sperre über alternative DNS-Server wie Google DNS blockiert. Ein DNS-Server löst einen eingetippten Domainnamen wie twitter.com in die technische Adresse (IP-Adresse) auf. Wer Google als DNS-Dienst in seinem Browser eingetragen hatte, konnte auch in der Türkei wie bisher auf einfache Weise auf twitter.com gehen, ohne die IP-Adresse von Twitter kennen zu müssen. Twitter kann allerdings noch über sogenannte VPN-Dienste erreicht werden, die einen verschlüsselten Tunnel zum Internet herstellen.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan ist durch eine Reihe von Korruptionsvorwürfen unter Druck geraten. Er hatte den für seine politischen Gegner wichtigen Kommunikationskanal Twitter wenige Tage vor der am 30. März geplanten türkischen Kommunalwahl blockieren lassen.

Seine Behörden beziehen sich dabei auf türkische Gerichtsurteile. In der Vergangenheit waren auch Forderungen laut geworden, Twitter solle der Türkei Daten anonymer Nutzer übergeben. Die Twitter-Sperre stieß bei westlichen Regierungen und der EU auf scharfe Kritik. Auch der türkische Staatschef Abdullah Gül kritisierte die Sperrmaßnahme.

dpa

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