Erdogan mit einer türkischen Flagge im Hintergrund
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Recep Tayyip Erdogan bei einer Videokonferenz.

Seit Anfang November

Erdogan am Flughafen „verunglimpft“: Deutscher Arzt in Türkei-Knast - drakonische Strafe droht

Seit einem Streit am Flughafen sitzt ein Mann aus Wuppertal in der Türkei fest. Er darf das Land seit Anfang November nicht verlassen. Nun wartet er auf seine Anhörung.

Update vom 2. Dezember, 14.05 Uhr: Acht Jahre Haft. Das könnte laut Bild-Zeitung auf den offenbar in der Türkei verhafteten Wuppertaler zukommen. Gegen ihn werde wegen Volksverhetzung und Beleidigung des türkischen Präsidenten Recep Erdogan ermittelt. Nun will die Bild weitere Details des Vorfalls erfahren haben. So soll der Mann mit fünf türkischen Menschen in Streit geraten sein und dabei geäußert haben: „Alle Muslime sind Mörder, ihr seid alle Mörder“ - sowie Erdogan beleidigt haben.

Der Mann aus Wuppertal soll Bild zufolge offenbar mit Begleitern für einen Kurztrip in die Türkei gereist sein. Dem Medienbericht zufolge ging eine deutsche Frau bei dem Streit dazwischen und fragte den Wuppertaler, warum dieser in die Türkei reise, wenn er offenbar das Land so schlimm finde. Auf diese Frage habe er mit „Halt die Klappe!“ reagiert, so Bild. Wie die Zeitung weiter berichtet, sitzt der Mann nicht - wie zuvor angegeben - in einem Hotel fest, sondern in einem Gefängnis in Antalya.

Mann wird in Türkei am Flughafen verhaftet: Zahnarzt aus Wuppertal mit Ausreisesperre belegt

Erstmeldung vom 1. Dezember, 12 Uhr: Antalya - Seit Anfang November wartet er auf seinen Prozess. Nach einem Streit am Flughafen in Antalya soll ein Mann aus Wuppertal festgenommen worden sein. Das berichtet die Bild-Zeitung. Den Informationen zufolge sei der 63-jährige Zahnarzt nach der Landung in Antalya am Gepäckband mit Passagieren in Streit geraten sein. Dabei soll er, so berichtet die Bild mit Verweis auf Zeugen, lautstark die Türkei beleidigt und den türkischen Präsidenten Recep Erdogan „verunglimpft“ haben. Diesen belasten aktuell geheime Dokumente nach einem Streit wegen eines Bundeswehr-Einsatzes.

Recep Tayyip Erdogan, Präsident der Türkei, bei einer Pressekonferenz.

Das Auswärtige Amt bestätigte gegenüber der Deutschen Presse Agentur die Festnahme des Mannes. Dieser werde demzufolge „konsularisch betreut“. Am späten Montagabend machte der Sprecher des Auswärtigen Amtes keine weiteren Angaben zu dem Fall. Der Bild zufolge darf der Mann die Türkei wegen einer Ausreise-Sperre nicht verlassen. Deniz Yücel, der in türkischer Untersuchungshaft saß, kommentierte auf Twitter den Vorfall und schrieb: „Neue Reisewarnung für die Türkei, unabhängig von Corona“. Auch fr.de* berichtet über den Vorfall.

Mann in Türkei festgenommen: Streit an Flughafen - Anwesende Person erstattet Anzeige

Ein Kurzurlaub habe den Wuppertaler in die Türkei geführt, schreibt die Bild. Statt Urlaub wurde der Mann nach dem Vorfall von der türkischen Polizei kurzzeitig festgenommen. „Ihr Türken seid halt so, es ist eh kein demokratisches Land hier“, habe dieser wohl gerufen, zitiert die Zeitung Zeugen vor Ort. Eine anwesende Person erstattete daraufhin Anzeige gegen den Wuppertaler. Diese Informationen gehen auf die Bild-Zeitung zurück.

Der Vorwurf laute demnach:  „Verunglimpfung des Staates und seiner Organe“. Der Mann aus Deutschland habe seinen Pass abgegeben müssen, dürfe die Türkei nicht verlassen und warte in einem Hotel auf seine Anhörung vor Gericht. (aka mit dpa)

Bei einer Live-Übertragung im Internet bekam der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan massive Kritik zu hören. Hinter der Aktion standen wohl vor allem Jugendliche. *Merkur.de und fr.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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