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Gazprom-Chef Alexej Miller macht ernst.

Türkei genehmigt russische Gaspipeline

Moskau - Im Pipeline-Wettrennen mit dem EU-Projekt Nabucco schafft Russland Tatsachen: Die Türkei erlaubt den Bau der Gasleitung South Stream durch ihre Hoheitsgewässer. Nun fehlt Moskau nur noch die Zustimmung der Ukraine.

Die Türkei hat den Bau der ambitionierten russischen Gaspipeline South Stream durch ihre Hoheitsgewässer im Schwarze Meer genehmigt. Die Zustimmung gilt als wichtiger Schritt bei dem Milliardenprojekt, das in Konkurrenz zu dem von der EU unterstützten Vorhaben Nabucco steht. Eine entsprechende Note des Außenministeriums in Ankara habe der türkische Energieminister Taner Yildiz am Mittwoch in Moskau an Regierungschef Wladimir Putin übergeben, teilte der russische Staatskonzern Gazprom mit.

“Die Baugenehmigung der Türkei ist der ernsthafteste Beweis, dass das Projekt strikt nach Zeitplan gebaut wird“, sagte Gazprom-Chef Alexej Miller. Nun hänge South Stream aber umso mehr von der Zustimmung des Schwarzmeeranrainers Ukraine ab. Doch gerade die Ex-Sowjetrepublik wehrt sich gegen das Vorhaben. Schließlich will Russland mit der Gasleitung gerade unsichere Transitländer wie die Ukraine umgehen. Kiew hingegen will, dass die Pipeline quer über ukrainisches Festland gelegt wird, um weiter Transitgebühren kassieren zu können. Außerdem verlangt die finanziell angeschlagene Ukraine niedrigere Preise für russische Gaslieferungen.

Erste Gaslieferung bis Ende 2015

Der erste Leitungsstrang solle bis Ende Dezember 2015 fertig sein, dann sind auch die ersten Gaslieferungen geplant, kündigte Miller an. Im Gegenzug sicherte Russland der Türkei langfristige Gaslieferungen bis 2025 zu. “Wie immer in solchen Fällen ist die finale Übereinkunft das Ergebnis eines Kompromisses, der für beide Seiten akzeptabel und von Vorteil ist“, sagte Putin nach Angaben der Agentur Interfax.

Gazprom-Vizechef Alexander Medwedew kündigte an, South Stream werde sehr wahrscheinlich nicht wie geplant in Österreich, sondern in Norditalien enden. Österreich favorisiert das Konkurrenzprojekt Nabucco. Außer Gazprom sind auch die BASF-Tochter Wintershall sowie der französische Energiekonzern EdF und das italienische Unternehmen Eni an South Stream beteiligt.

Allein die Verlegung der Leitungen auf dem Grund des Schwarzen Meeres kostet Schätzungen zufolge rund zehn Milliarden Euro. Das auf Energieexporte angewiesene Russland pumpt seit kurzem Gas durch die neue Ostseeleitung Nord Stream direkt nach Deutschland.

dpa

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