Schüsse in Kopenhagen gefallen - zwei Menschen tot

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Recep Tayyip Erdogan deeskalierte nicht nach dem Anschlag von Christchurch.

Kommentar

Christchurch, Sri Lanka, Erdogan: Wenn die Saat des Hasses aufgeht

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Islamistischer Terror tötet Christen, Rassisten ermorden etwa in Christchurch Muslime. Die Reaktionen sind diskutabel. Ein Kommentar. 

Nach dem Terror gegen Christen in Sri Lanka werden westliche Politiker nicht müde, ihre Bürger vor religiösem Hass zu warnen, und das völlig zu Recht. 

Türkei: Erdogans Saat des Hasses ist in Sri Lanka aufgegangen

Schön wäre es freilich gewesen, wenn nach dem Massaker gegen Muslime in Christchurch mehr führende Vertreter der islamischen Welt ähnliche Signale des Miteinanders ausgesandt hätten. Stattdessen hatte damals der wahlkämpfende türkische Premier der Versuchung nicht widerstehen können, die Bluttat für seine Zwecke auszuschlachten. Er kritisierte im türkischen Fernsehen die (angebliche) „heimtückische Stille“ westlicher Politiker und Medien nach der Gewaltorgie in Neuseeland und warf der Europäischen Union wörtlich vor, ein „Feind des Islam“ zu sein.

In Sri Lanka ist die von Leuten wie Erdogan gelegte Saat des Hasses auf schreckliche Weise aufgegangen, wie auch schon nach dem Brand in Notre-Dame (damals häuften sich in den sozialen Netzwerken Einträge französischer Muslime, die ihrer Schadenfreude über das Feuer Ausdruck verliehen). 

Weber Absage an Erdogans Türkei: Völlig zu Recht

Völlig zu Recht hat Manfred Weber, der Spitzenkandidat der christlich-konservativen europäischen Parteienfamilie EVP, jetzt bekräftigt, dass die Türkei kein Mitglied der EU werden könne. Nicht weil sie islamisch ist. Sondern weil sie – oder zumindest ihre bestimmenden gesellschaftlichen Kräfte – die Werte Europas nicht teilen. Dazu gehört die religiöse Toleranz. 

Erdogan hat die Türkei zu einer Spielart eines muslimischen Gottesstaates geformt, der keinen Platz hat in der Tradition des aufgeklärten Europas. Nicht für einen bestimmten Gott hat der säkulare Staat zu kämpfen – sondern für das Recht eines jeden, frei an seinen Gott glauben zu dürfen.

Ein Kommentar von Georg Anastasiadis

Und darum geht es beim Thema Sri Lanka, Christchurch und Weber:

Erste Ermittlungsergebnisse zu den verheerenden Anschlägen in Sri Lanka deuten laut Regierung auf eine "Vergeltung" für den Angriff auf zwei Moscheen in Neuseeland hin. "Die vorläufigen Untersuchungen haben enthüllt, dass das, was in Sri Lanka passiert ist, Vergeltung für den Angriff auf Muslime in Christchurch war", sagte Vize-Verteidigungsminister Ruwan Wijewardene am Dienstag im Parlament. Ein australischer Rechtsextremist hatte in Christchurch Mitte März 50 Moscheebesucher getötet.

Wohl unabhängig davon hatte der CSU-Politiker Manfred Weber angekündigt die Beitrittsverhandlungen der EU mit der Türkei stoppen. „Die Türkei wird nie Mitglied der EU“, sagte er Journalisten am Dienstag bei seinem Wahlkampfauftakt in Athen. Das bedeute zwar keinen Abbruch der Beziehungen mit der Türkei, aber: „Wir müssen ehrlich miteinander sein.“ In dem Programm, mit dem Weber in den EU-Wahlkampf geht, heißt es, die Türkei entferne sich von den europäischen Werten, eine EU-Mitgliedschaft sei deshalb keine Option.

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