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Feuer in Istanbul.

Autobombe, Molotow-Cocktails, Tränengas

Terror und Gewalt überschatten Mai-Feiertag in der Türkei

Istanbul - Kein friedlicher 1. Mai in der Türkei: In Gaziantep detoniert eine Autobombe, in Nusaybin eine Sprengfalle, in Kilis schlagen Raketen ein. In Istanbul geht die Polizei mit Tränengas und Wasserwerfern gegen Demonstranten vor - und nimmt mehr als 200 von ihnen fest.

Update vom 15. Juli 2016: Am französischen Nationalfeiertag hat sich in Nizza ein mutmaßlicher Terror-Anschlag ereignet: Ein Lkw raste in eine Menschenmenge, dutzende Menschen kamen ums Leben. Alle Infos zum Anschlag in Nizza finden Sie in unserem News-Ticker.

Gut eine Woche nach dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der südosttürkischen Stadt Gaziantep ist auf das dortige Polizei-Hauptquartier ein Autobomben-Anschlag verübt worden. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, zwei Polizisten seien bei der Detonation vor dem Gebäude am Morgen des Maifeiertages getötet worden. 18 Polizisten und vier Zivilisten seien verletzt worden. Das Gouverneursamt sprach von einem „heimtückischen Angriff“.

Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. In der Region agiert die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die sich zu dem Mord an einem IS-kritischen syrischen Journalisten vor drei Wochen in Gaziantep bekannt hatte. In der Südosttürkei ist zudem die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK aktiv. Der IS und die PKK haben in den vergangenen Monaten mehrere Anschläge in türkischen Städten verübt.

In der Türkei galten am Sonntag wegen des Maifeiertages verschärfte Sicherheitsvorkehrungen. Anadolu berichtete, Sicherheitskräfte hätten in der Hauptstadt Ankara vier mutmaßliche IS-Anhänger aus Syrien festgenommen, die verdächtigt würden, einen Anschlag auf eine 1.-Mai-Demonstration geplant zu haben. Die Nachrichtenagentur DHA berichtete, in der südosttürkischen Stadt Adana seien die Maifeierlichkeiten wegen Anschlagswarnungen abgesagt worden.

Auf Taksim-Platz in Istanbul waren 1.-Mai-Demos verboten

Im türkischen Gaziantep ist auf das Polizei-Hauptquartier ein Autobomben-Anschlag verübt worden.

In der Türkei galten am Sonntag wegen des Maifeiertages verschärfte Sicherheitsvorkehrungen. Anadolu berichtete, Sicherheitskräfte hätten in der Hauptstadt Ankara vier mutmaßliche IS-Anhänger aus Syrien festgenommen, die verdächtigt würden, einen Anschlag auf eine 1.-Mai-Demonstration geplant zu haben. Die Nachrichtenagentur DHA berichtete, in der südosttürkischen Stadt Adana seien die Maifeierlichkeiten wegen Anschlagswarnungen abgesagt worden.

In Istanbul hatten die Behörden 1.-Mai-Demonstrationen auf dem zentralen Taksim-Platz verboten. Gewerkschaften riefen in diesem Jahr deswegen und aus Sicherheitsgründen zu einer Versammlung außerhalb des Zentrums auf. Gegen regierungskritische Demonstranten, die versuchten, dennoch auf den Taksim-Platz vorzudringen, setzte die Polizei wie in den vergangenen Jahren Wasserwerfer und Tränengas ein.

Anadolu berichtete unter Berufung auf den Gouverneur von Istanbul, 207 Menschen seien festgenommen worden. Die Polizei habe unter anderem 40 Molotow-Cocktails beschlagnahmt. Nach Anadolu-Angaben waren rund 24 500 Polizisten, 120 Wasserwerfer und mehrere Hubschrauber in Istanbul im Einsatz. DHA meldete, ein 57-Jähriger sei bei dem Versuch, eine Straße zu überqueren, versehentlich von einem Wasserwerfer angefahren und tödlich verletzt worden.

Bei Operationen gegen die PKK in der Südosttürkei wurden am Sonntag mindestens drei Soldaten getötet. 14 Soldaten seien bei dem Angriff der PKK im Distrikt Nusaybin verletzt worden, teilte die Armee mit. Anadolu berichtete, die Sicherheitskräfte seien in eine Sprengfalle geraten. In Nusaybin liegt ein Schwerpunkt der seit Monaten andauernden Militäroperationen gegen die PKK. Anadolu meldete weiter, in der Grenzstadt Kilis seien am Sonntag erneut Raketen aus Syrien eingeschlagen. Acht Menschen seien verletzt worden.

Bundeskanzlerin Merkel hatte am Samstag vor einer Woche die Stadt Gaziantep und ein Flüchtlingscamp in der gleichnamigen Provinz besucht. Die Provinz grenzt an Syrien an. Das Auswärtige Amt rät von Reisen in das Grenzgebiet zu Syrien und zum Irak dringend ab und nennt dabei auch Gaziantep.

dpa

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