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Die Fotomontage von „Günes“.

„Frau Hitler“

Geschmacklos: Türkische Zeitung steckt Merkel in Nazi-Uniform

Ankara - Angela Merkel als "Frau Hitler" in Nazi-Uniform - so sieht die türkische Boulevardzeitung "Günes" die deutsche Regierungschefin.

Auf die Titelseite ihrer Freitagsausgabe druckte das regierungsnahe Blatt eine Fotomontage der Bundeskanzlerin mit Hitler-Bart in schwarzer Uniform. Dazu schrieb sie die Worte "Frau Hitler" auf Deutsch und "hässliche Tante" auf Türkisch. Neben ihr prangt ein großes Hakenkreuz.

Die Türkei und Deutschland durchleben derzeit eine schwere diplomatische Krise. Nach der Absage mehrerer Wahlkampfauftritte türkischer Politiker in Deutschland warf der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan der Bundesrepublik "Nazi-Methoden" vor. Auch die Niederlande beschimpfte er als "Überbleibsel der Nazis" und "Faschisten". Diese Vergleiche stießen in Europa auf Unverständnis und scharfe Kritik.

Am Donnerstag wiesen Merkel und der französische Präsident François Hollande die Nazi-Vorwürfe erneut als "inakzeptabel" zurück. Die Fotomontage in "Günes" kann auch als Reaktion auf die Titelseite der "Bild"-Zeitung verstanden werden, die Erdogan in ihrer Mittwochsausgabe scharf kritisiert hatte. Das türkische Außenministerium hatte dem Boulevardblatt daraufhin "Beleidigung" Erdogans vorgeworfen.

Via Twitter machte „Günes“ auch Werbung für die Ausgabe:

Innenminister droht mit 15.000 Flüchtlingen im Monat

Im Streit mit Deutschland und den Niederlanden hat der türkische Innenminister Süleyman Soylu gedroht, Flüchtlinge aus seinem Land über die Grenze in die EU zu schicken. „Wenn Ihr wollt, ebnen wir jeden Monat 15 000 Flüchtlingen den Weg, die wir Euch (bislang) nicht geschickt haben, damit Ihr Euch einmal wundert“, sagte Soylu nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu aus der Nacht zu Freitag in Ankara. An diesem Samstag jährt sich der Flüchtlingspakt der EU mit der Türkei.

Soylu warf Deutschland und den Niederlanden vor, sich in innere Angelegenheiten seines Landes einzumischen. „Wird die Verfassung etwa in Deutschland oder in Holland geändert?“, fragte er mit Blick auf das bevorstehende Referendum über ein Präsidialsystem in der Türkei. „Was geht Euch das an? Wieso mischt ihr Euch ein? Habt Ihr etwa die Türkei in die Europäische Union aufgenommen? Habt Ihr die Türkei beim Kampf gegen den Terror unterstützt?“

afp/dpa

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