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Mehmet Atilla bei seiner Aussage vor einem Gericht in New York.

„Faires transparentes Verfahren“

Türkischer Banker in USA schuldig gesprochen - Zeuge belastet Erdogan

Schmiergelder in Millionenhöhe und Mitwisserschaft bis zum Präsidenten höchst persönlich: Der Prozess um illegale Geschäfte zwischen der Türkei und dem Iran sorgen für Spannungen.

New York (dpa) - Der türkische Banker Mehmet Hakan Atilla, der dem Iran illegale Geschäfte unter Verstoß gegen US-Sanktionen ermöglichte, ist im New Yorker Prozess schuldig gesprochen worden. Die Jury befand den früheren Vizechef der staatlichen türkischen Halkbank am Mittwoch in fünf von sechs Anklagepunkten für schuldig, bestätigte eine Gerichtssprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Wann das Strafmaß verkündet wird, war zunächst unklar.

Im Prozess hatte eigentlich der türkisch-iranische Goldhändlers Reza Zarrab auf der Anklagebank sitzen sollen. Er bekannte sich dann aber überraschend für schuldig und trat als Belastungszeuge auf. Im Verfahren sagte er aus, dass der türkische Präsident und damalige Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan den illegalen Geschäfte 2012 zustimmte, an denen demnach auch zwei weitere türkische Banken beteiligt waren. Über sieben Tage beschrieb Zarrab Medienberichten zufolge, wie der heute 47-jährige Attila dem Iran half, entgegen bestehender Sanktionen Geschäfte in Milliardenhöhe zu machen.

Erdogan wollte Einstellung des Verfahrens erwirken

Der Prozess hat das Verhältnis zwischen den USA und der Türkei verschlechtert, das im Streit um den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen ohnehin belastet ist. Laut einem Bericht der „New York Times“ bemühte sich Erdogan bei der US-Regierung um eine Einstellung des Verfahrens und sprach das Thema im September auch direkt in einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump an. Erdogan bestreitet, gegen Sanktionen verstoßen zu haben. Die türkische Justiz ordnete zudem an, Zarrabs Vermögen beschlagnahmen lassen.

Richter Richard Berman hatte am Dienstag einen Antrag von Atillas Verteidigern abgewiesen, den Prozess wegen Verfahrensfehlern für ungültig zu erklären. Hintergrund war eine unzulässige Frage an Atilla, die dieser aber nicht beantworten musste. Atilla habe ein „faires und transparentes Verfahren“ bekommen, schrieb Berman zur Begründung. „Er hat ein sehr professionelles Verteidungs-Team aus mehr als acht Anwälten“, die „wachsam und aggressiv“ seien.

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