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Die Präsidentschafts-Kandidaten.

Erste arabische Demokratie?

Tunesien vor demokratischer Wende

Tunis - Nach dem Parlament wählt Tunesien nun auch einen Präsidenten. Damit wird es wohl das erste arabische Land sein, das nach den Umbrüchen 2011 den Übergang zur Demokratie meistert.

Fast vier Jahre nach der Jasminrevolution stimmen die Tunesier erstmals bei einer Direktwahl über ihren neuen Präsidenten ab. Die besten Chancen bei der Entscheidung am Sonntag hat laut Meinungsumfragen der 87-jährige säkulare Kandidat Béji Caïd Essebsi. Die islamistische Ennahda hat keinen Kandidaten ins Rennen geschickt, um Tunesien vor einer „weiteren Polarisierung oder Spaltung“ zu bewahren, wie die Partei erklärte.

Vor einem Monat wurde bereits ein neues Parlament gewählt, Anfang des Jahres eine neue, moderne Verfassung beschlossen. Bei der Parlamentswahl wurde nach Essebsis Allianz, Nidaa Tounes, die Ennahda zweitstärkste Kraft. Viele weltliche Tunesier misstrauen den Islamisten und machen sie für terroristische Anschläge in dem Land verantwortlich.

Neben Essebsi sind der derzeitige Übergangsstaatschef Moncef Marzouki sowie der Linkspolitiker Hamma Hammami die wichtigsten Kandidaten im Rennen. Erstmals kandidiert mit Richterin Kalthoum Kannou auch eine Frau. Dass einer der Kandidaten bereits in der ersten Runde die absolute Mehrheit erreicht, gilt als unwahrscheinlich. Für den 28. Dezember ist daher eine Stichwahl anberaumt.

Von den Umsturzländern des Arabischen Frühlings 2011 ist Tunesien voraussichtlich das erste, dem der Übergang in die Demokratie gelingt: Nachbar Libyen, Syrien und der Jemen sind ins Chaos abgedriftet, in Ägypten beklagen Menschenrechtler immer weiter wachsende Macht des Militärs.

Aus Furcht vor Terroranschlägen wird die Abstimmung, zu der mehr als fünf Millionen registrierte Wahlberechtigte aufgerufen sind, massiv von Polizei und Militär abgesichert. Die Grenze zu Libyen wurde aus Sicherheitsgründen für mehrere Tage geschlossen. Die Tunesier hatten ihren Langzeitmachthaber Zine el Abidine Ben Ali im Januar 2011 mit Massenprotesten gestürzt und ins Exil gezwungen.

dpa

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