+
Der tunesische Außenminister Khemaies Jhinaoui am Dienstag mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in Berlin.

Bereit zur Zusammenarbeit

Tunesien will bei Rücknahme abgelehnter Asylbewerber kooperieren

Berlin - Tunesien will bei der Rücknahme abgelehnter Asylbewerber künftig besser kooperieren. Das verkündete Außenminister Khemaies Jhinaoui am Dienstag in Berlin.

„Wir verstehen, dass Deutschland wegen der Hunderttausenden von Menschen, die hierherkommen, unter Druck steht“, sagte der tunesische Außenminister Khemaies Jhinaoui am Dienstag nach einem Gespräch mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in Berlin. Die tunesischen Behörden seien bereit zur Zusammenarbeit - auch vor der Unterzeichnung eines Rücknahmeabkommens mit der Europäischen Union.

Derzeit hielten sich schätzungsweise 1100 Tunesier illegal in Deutschland auf. „Diese Zahl ist begrenzt, das ist eigentlich kein Problem“, fügte der erst kürzlich vereidigte Minister hinzu.

Steinmeier sagte, zwischen ihm und Jhinaoui bestehe „im Prinzip Einverständnis“ darüber, abgelehnte Asylbewerber aus Tunesien mit Ersatzpapieren („Laissez-Passer“) in ihre Heimat zurückzuschicken. Diese Papiere können deutsche Behörden ausstellen. Sie müssen aber von den Herkunftsstaaten anerkannt werden.

Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) hatte den Vorschlag gemacht, die Entwicklungshilfe für Staaten zu kürzen, mit denen die Zusammenarbeit bei der Rücknahme schlecht funktioniert. Dazu gehören aktuell auch Tunesien, Algerien und Marokko. Auf die Frage, ob seine Partei bereit sei, die drei Maghreb-Staaten als „sichere Herkunftsländer“ einzustufen, sagte Steinmeier, dies sei eine Debatte, der sich die SPD nicht verschließen werde.

Lesen Sie hier:

Mehr als 800 Anzeigen nach den Übergriffen in Kölner Silvesternacht

Grüne gegen Einstufung nordafrikanischer Länder als sicher

dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Ex-CIA-Chef: Trumps Wahlkampfteam hatte Kontakte zu Russland
Die Russland-Affäre hängt wie ein Damoklesschwert über der Präsidentschaft von Donald Trump. Fast täglich werden neue Details bekannt. Ein aktiver und ein früherer …
Ex-CIA-Chef: Trumps Wahlkampfteam hatte Kontakte zu Russland
Serdar Somuncu gegen den IS: „Was muss das für ein elender Gott sein“
Der türkische Kabarettist Serdar Somuncu hat aus aktuellem Anlass im Rahmen seiner Kolumne für die Wirtschaftswoche einen Brief an den IS geschrieben. Er gleicht einem …
Serdar Somuncu gegen den IS: „Was muss das für ein elender Gott sein“
Trump in Italien eingetroffen
US-Präsident Donald Trump ist am Dienstag in Italien eingetroffen. Trump betritt erstmals als Präsident europäischen Boden.
Trump in Italien eingetroffen
Mehrheit für Union und FDP: Auf die Köpfe kommt es an
Zwischen den Bürgern und SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz kam es zum Bruch. Union und FDP sind dagegen im Aufwind, weil sie mit Personen punkten. Ein Kommentar von …
Mehrheit für Union und FDP: Auf die Köpfe kommt es an

Kommentare