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Donald Tusk teilt vor dem EU-Gipfel in Bulgarien gegen seinen amerikanischen Namensvetter Donald Trump aus. Hier ist das Duo bei einem gemeinsamen Treffen im Mai 2017 zu sehen.

Klare Ansage an US-Präsident

„Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde“: Tusk ledert gegen Trump

Anders als Angela Merkel bezieht der EU-Ratspräsident klar Stellung zum angespannten Verhältnis zu den USA. Donald Tusk appelliert: Europa müsse wie nie zuvor geeint sein.

Sofia - Klare Kante gegen Donald Trump: Vor dem EU-Gipfel hat der europäische Ratsvorsitzende Donald Tusk den Kurs des US-Präsidenten scharf kritisiert. "Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde", sagte Tusk in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. Er forderte Einigkeit und Standhaftigkeit der Europäer nach dem US-Ausstieg aus dem Atomabkommen mit Iran und der Verhängung von Strafzöllen auf Stahl und Aluminium. "Um Akteur und nicht Objekt globaler Politik zu sein, muss Europa wie nie zuvor wirtschaftlich, politisch und auch militärisch geeint sein", sagte Tusk. Er verwies dabei auch auf "den Aufstieg Chinas und die aggressive Haltung Russlands". Durch Trump und seinen "launenhaften Behauptungswillen" sei nun ein neues Element hinzugekommen.

Mit seinen deutlichen Worten zu Trump grenzte sich Tusk gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ab. Sie verwies in der Generaldebatte im Bundestag auf die Bedeutung der Nato für die Sicherheit Deutschlands. "Trotz aller Schwierigkeiten" blieben die transatlantischen Beziehungen für Deutschland deshalb "von herausragender Bedeutung".

Tusk verlangte von den 28 EU-Staats- und Regierungschefs "eine geeinte europäische Front" beim Nuklearabkommen mit dem Iran, das den Bau von Atomwaffen durch Teheran verhindern soll. Er wolle, dass der Gipfel bekräftige, dass die EU sich "an das Abkommen hält, solange der Iran dies tut", sagte der polnische EU-Ratsvorsitzende.

Dabei müsse die EU auch Möglichkeiten finden, im Iran tätige europäische Unternehmen vor den Auswirkungen wiedereingeführter US-Sanktionen gegen Teheran zu schützen, sagte Tusk. Die EU-Kommission zeigte sich am Mittwoch bereit, dafür eine Verordnung von 1996 zu nutzen. Diese würde es europäischen Firmen verbieten, sich an die US-Sanktionen zu halten, und soll sie vor einem Vorgehen der US-Behörden schützen.

EU-Ratspräsident stellt Gegenforderung an die USA

Deutschland, Frankreich und Großbritannien hatten sich am Dienstag mit dem Iran auf einen Arbeitsplan verständigt, um den Erhalt des Abkommens zu ermöglichen. Skizziert wurden mögliche Schritte, um die Auswirkungen der US-Sanktionen auf die iranische Wirtschaft abzufedern. Tusk betonte, gleichzeitig müssten gegenüber Teheran "die realen Bedenken" wegen seines ballistischen Raketenprogramms und seiner Rolle in der Region angesprochen werden.

Mit Blick auf die US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium verlangte der EU-Ratspräsident von den Staats- und Regierungschefs, am bisherigen Kurs festzuhalten. "Mein Ziel ist einfach: Wir bleiben standhaft", sagte Tusk. Dies bedeute, dass die EU mit Washington erst über eine Handelsliberalisierung sprechen werde, wenn Europa "eine dauerhafte Ausnahme" von dem Strafzöllen erhalten habe. Bisher ist die EU nur bis Anfang Juni ausgenommen.

Die EU-Kommission hat bereits eine Liste mit US-Waren im Wert von 2,8 Milliarden Euro erstellt, die sie ihrerseits mit Strafzöllen belegen könnte. Ob diese bei Inkraftsetzen der US-Zölle verhängt werden, schien zuletzt fraglich. Denn einige Regierungen fürchten dann einen ausgewachsenen Handelskrieg mit dem wichtigsten Handelspartner der EU.

Neben der Iran-Frage und den US-Strafzöllen wurden kurzfristig auch die blutigen Zusammenstöße bei Palästinenserprotesten im Gazastreifen auf die Tagesordnung des Gipfels gesetzt. Weiteres Thema ist Digitalisierung und Innovation. Nach einem Abendessen am Mittwoch tagen die Staats- und Regierungschefs am Donnerstag mit ihren Kollegen aus den sechs Ländern des westlichen Balkans, die eine EU-Mitgliedschaft anstreben.

AFP

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