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Schulz und Merkel am Sonntag gemeinsam im Studio.

Umfrage

TV-Duell Merkel vs. Schulz: So groß ist das Interesse der Deutschen

Am Sonntag liefern sich Angela Merkel und Martin Schulz einen Schlagabtausch im Fernsehen. Doch interessiert das die Menschen überhaupt? Die Juso-Vorsitzende rechnet ihrem Kandidatin gute Chancen zu.

Update vom 3. September 2017: Für Herausforderer Martin Schulz ist es am Sonntag im TV-Duell gegen Kanzlerin Angela Merkel mehr oder weniger die letzte Chance, um so kurz vor der Bundestagswahl nochmal kräftig aufzuholen. Nimmt er diese Möglichkeit auch wahr? In unserem Live-Ticker versorgen wir Sie mit allen relevanten Infos.* 

Das TV-Duell am Sonntag zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Herausforderer Martin Schulz stößt einer Umfrage zufolge auf riesiges Interesse - und könnte die Wahlentscheidung von Millionen Menschen beeinflussen. 48 Prozent aller 61,5 Millionen Wahlberechtigten wollen sich das Duell anschauen, wie eine Umfrage des Forsa-Instituts für den "stern" ermittelte. 2013 hatten fast 18 Millionen Menschen den Schlagabtausch zwischen Merkel und SPD-Herausforderer Peer Steinbrück verfolgt.

Von den 48 Prozent der Befragten, am Sonntag einschalten wollen, gaben 22 Prozent an, dass der Ausgang des Duells ihre Wahlentscheidung noch beeinflussen könnte. Das sind hochgerechnet elf Prozent aller Wahlberechtigten - fast 6,8 Millionen Menschen.

Kurz vor dem Duell tut sich bei den Umfragewerten ansonsten wenig: Im "stern-RTL-Wahltrend" hält die Union nach wie vor 38 Prozent, die SPD 24 Prozent. Weiterhin gleichauf mit jeweils neun Prozent liegen Linke und AfD. Die FDP liegt bei acht Prozent, die Grünen verharren bei sieben Prozent.

Bei der Kanzlerpräferenz gab Merkel im Vergleich zur Vorwoche zwei Punkte ab, Schulz' Zustimmung blieb unverändert. Wenn der Regierungschef direkt gewählt werden könnte, würden sich 23 Prozent aller Wahlberechtigten für ihn entscheiden und 48 Prozent für Merkel.

Für den Wahltrend befragte Forsa zwischen Montag und Freitag vergangener Woche 2503 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger. Die Fehlertoleranz liegt bei 2,5 Prozentpunkten mehr oder weniger.

Die Umfragen zum TV-Duell wurden vergangenen Donnerstag und Freitag geführt: Befragt wurden 1004 Bundesbürger. Die Fehlertoleranz liegt bei drei Prozentpunkten mehr oder weniger.

Juso-Chefin sieht Schulz bei TV-Duell mit Merkel im Vorteil

Juso-Chefin Johanna Uekermann sieht SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz beim TV-Duell mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) im Vorteil. Schulz sei "das Gegenteil von Merkel, die in allem schwammig bleibt", sagte Uekermann der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. Schulz brenne für das, was er sage. "Er ist glaubwürdig, er ist emphatisch, und kommt gut rüber."

Johanna Uekermann

Schulz müsse im TV-Duell am Sonntag genau das machen, "was er jetzt auf den Marktplätzen zeigt", sagte Uekermann. Der SPD-Kanzlerkandidat habe klare Forderungen und spreche Gerechtigkeitsthemen wie die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern an, "die die Leute umtreiben".

Die Chefin der SPD-Nachwuchsorganisation hob hervor, dass viele junge Menschen zu den Kundgebungen von Schulz kämen. "Meine Generation kennt ja eigentlich nur Merkel als Bundeskanzlerin", sagte sie. "Aber das Gefühl ist da, dass in den vergangenen Jahren zu wenig für sie passiert ist." Merkel regiere an jungen Leuten vorbei, Schulz dagegen sei ein "Hoffnungsträger" für ihre Generation.

Meinungsforscher verorten die Sozialdemokraten weniger als vier Wochen vor der Bundestagswahl klar hinter der Union. Als einzige Machtoption ergibt sich für die SPD aus den derzeitigen Umfragen, erneut als Juniorpartner in eine große Koalition zu gehen.

dpa/AFP

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