TV-Moderator Günther Jauch spricht während einer Pressekonferenz in Potsdam.
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TV-Moderator Günther Jauch beobachtet die Entwicklungen im Osten Deutschlands mit Sorge.

TV-Moderator spricht in Podcast über große Sorge

Günther Jauch fürchtet, dass die Stimmung in Ostdeutschland kippt - Eines dürfe man nicht vergessen 

  • VonCarolin Freytag
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Im Podcast „Bosbach & Rach - die Wochentester“ sprach TV-Moderator Günther Jauch darüber, wie er die Entwicklungen in den neuen Bundesländern sieht.

  • TV-Moderator Günther Jauch hat viele Jahre seines Lebens im Osten Deutschlands verbracht - auch heute lebt er noch dort.
  • Dass die politischen Ränder in den neuen Bundesländern Zulauf bekommen, sehe er mit Sorge, berichtet er im Podcast von CDU-Politiker Wolfgang Bosbach und Sternekoch Christian Rach.
  • Dass die Situation so angespannt ist, scheint für Jauch allerdings keine Überraschung zu sein.

Potsdam - TV-Moderator Günther Jauch („Wer wird Millionär“) blickt mit Sorge auf die Entwicklungen in den neuen Bundesländern, wie er im aktuellen Podcast von CDU-Politiker Wolfgang Bosbach und Sternekoch Christian Rach - „Bosbach & Rach - die Wochentester“ - erzählt.

Er glaubt, die Stimmung könne kippen, so Jauch - vor allem mit Blick auf die politischen Entwicklungen. Die beobachtet er schon lange, denn obwohl er in Münster geboren wurde, verbrachte Jauch viele Jahre seines Lebens im Osten Deutschlands. So wuchs er etwa in West-Berlin auf. Heute lebt Günther Jauch mit seiner Familie in Potsdam*.

Jauch: „Den Menschen ist viel abverlangt worden“

Dass die Stimmung in den neuen Bundesländern derart angespannt ist, führt Jauch darauf zurück, dass dem Osten Deutschlands nach der Wiedervereinigung sehr viel zugemutet wurde, wie er sagt. „Man darf nicht vergessen, was für Transformationen die im Osten im Gegensatz zu uns Westlern auszuhalten hatten. Viele Menschen haben drei Währungsreformen erlebt. Bei uns im Westen war es gerade mal der Wechsel von der D-Mark zum Euro“, sagt Jauch im Gespräch mit Bosbach und Rach.

Den Menschen sei viel abverlangt worden. „Sie sind arbeitslos geworden. Dann hieß es, ihr müsst euch auf Wettbewerb einstellen. Dann begann die Landflucht, auch in den Westen. Danach kam die Finanzkrise, und es hieß, ihr müsst euch auf die Digitalisierung und die Globalisierung einstellen. 2015 kamen praktisch noch einmal eine Million Menschen zusätzlich ins Land. Dass dann irgendwann einmal gesagt wird, jetzt sind wir verdrossen oder das können und wollen wir nicht mehr aushalten, kann man nachvollziehen. Im Westen sicherlich nicht so gut wie im Osten.“

„Man hat den Respekt an den Menschen fehlen lassen“

Ob die Politik Fehler gemacht habe, wollen die Podcast-Moderatoren wissen. Den einen klischeehaften Fehler, den DIE Politiker gemacht haben, sehe er nicht, antwortet Jauch. „Vor allem wirtschaftlich wurde, was die Einheit angeht, sehr viel ins Werk gesetzt.“ So weit weg sei der Osten nicht von den oft belächelten blühenden Landschaften, vor allem was Renten, Löhne und Gehälter angeht.

Ein großes Versäumnis sieht Günther Jauch allerdings: „Woran es gemangelt hat, ist sicherlich die Wertschätzung - der Unterschied, dass der Staat in der DDR eine einzige Katastrophe war, aber die Menschen doch nicht. Menschen und Staat hat man zu oft gleichgesetzt und den Respekt an den Menschen fehlen lassen.“

Der TV-Moderator äußert Verständnis für den Frust im Osten Deutschlands

Die politischen Entwicklungen, die derzeit stattfinden, beobachtet Jauch genau: „Ja ich mache mir Sorgen, wenn speziell in den neuen Ländern insbesondere die AfD* immer stärker wird, beziehungsweise auch die Ränder, sowohl links außen als auch rechts außen“. Er sagt aber auch: „Ich kann bis zu einer gewissen Grenze verstehen, dass man insgesamt frustriert ist und dann denen da oben mal einen Denkzettel verpassen will.“ *Merkur.de und tz.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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