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Die Diskussion bei Markus Lanz am Dienstagabend war oft hitzig. 

TV-Runde im ZDF

„Sohn hat Vater verdroschen“: Drastische Worte bei Lanz-Talk zu Problemen an Schulen

Markus Lanz diskutierte am Dienstagabend in seiner Talkshow im ZDF über Integration an deutschen Schulen. Es gab große Meinungsverschiedenheiten. 

Hamburg - „Ich habe lernbehinderte Kinder, ich habe Kinder, die Probleme mit Lesen und Schreiben haben, ich habe traumatisierte Flüchtlingskinder, ich habe erziehungsauffällige Kinder mit Schulbegleiter bei mir sitzen“, erzählt Knut Reinhardt am Dienstagabend bei Markus Lanz. Der Ex-Fußballprofi ist seit einigen Jahren Lehrer an einer Grundschule im Dortmunder Stadtteil Innenstadt Nord. Jedes der 27 Kinder müsse individuell gefördert werden, so der Pädagoge, sonst schaffe man das nicht. 

Zu seiner Linken sitzt die pensionierte Lehrerin Ingrid Freimuth, die auf die großen Probleme in solchen Schulklassen hinweist. Es gebe Regeln, so die Ex-Lehrerin, aber niemand achte darauf, dass sie auch eingehalten werden. „Ich kann etwas androhen, aber jeder weiß, dass überhaupt nichts passieren wird“, beklagt Freimuth. 

Die Beispiele, die sie anführt, malen ein düsteres Bild der Situation an deutschen Schulen: Während einer Konferenz zu einem unerzogenen Schüler, der mit seinem Vater vor der Tür warten musste, habe man gehört, dass es draußen Schläge gebe. Die Lehrer seien hinaus gestürmt, um den Vater von einer so drastischen Bestrafung abzuhalten. Nach dem Öffnen der Tür habe sich jedoch gezeigt: „Da war das aber der Sohn, der den Vater verdroschen hat.“

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Manche Kinder verachten „Weichei-Gesinnung“

Es gebe zwei Gruppen in der Bevölkerung. Die eine sei bildungsorientiert. Deren Eltern ließen ihre Sprösslinge gar nicht aus den Augen, und die Kinder seien in der Folge schon verängstigt, wenn sie eine vier schreiben. Demgegenüber stünden Kinder, die aus archaischen Strukturen mit ganz starren Regeln kämen. Das seien unter Umständen Familien, in denen ein Bruder seine Schwester töten muss, wenn sie nicht nach den Regeln der Familie lebt. 

Die pensionierte Lehrerin Ingird Freimuth gibt sich skeptisch und weist auf große Probleme an deutschen Schulen hin.

Kinder, die zu Hause solche extremen Regeln vorgelebt bekämen, so Freimuth, könnten mit dem liebevollen Umgang und den demokratischen Grundsätzen im deutschen Bildungssystem nichts anfangen. Sie würden das teilweise als „Weichei-Gesinnung“ verachten. „Ich sehe das nicht so negativ wie meine Nachbarin“, erwidert Knut Reinhardt, als Ingrid Freimuth eine Redepause einlegt. 

„Alleine verbrennt man als Lehrer“

Natürlich verhalte sich ein marokkanisches Kind anders als ein deutsches, weil es aus einer anderen Kultur komme. Denen müsse man erklären, dass es das gleiche ist, „ob nun eine Frau da vorne steht, oder der Herr Reinhardt“. Das funktioniere aber nur, wenn alle Lehrer an einem Strang ziehen. „Alleine verbrennt man als Lehrer“, so Reinhardts Überzeugung. Man brauche auch mehr Kollegen. 

Der Ex-Fußballer Knut Reinhardt ist nicht so pessimistisch wie seine Kollegin Ingrid Freimuth.

Ob es sozial-religiöse Konflikte an Schulen gebe, will Markus Lanz dann wissen. Das gebe es schon öfters, bestätigt Reinhardt. Man müsse da präventiv arbeiten - und schon ganz unten anfangen. Markus Lanz versteht das Problem nicht. Jedes Kind wolle doch dazu gehören, da sei er sich ganz sicher.

Ex-Lehrerin fordert Gesetzesänderungen

„Da bin ich mir nicht so sicher“, unterbricht Ingrid Freimuth den ZDF-Moderator. „Die Kinder, die hier in ihren Parallelgesellschaften leben, die leben auch sehr gern in ihren Parallelgesellschaften. Und die müssten wir motivieren, da rauszukommen.“ Schulen bräuchten viel mehr Rückendeckung als sie bisher haben, fährt sie fort. Sie fordert Gesetzesänderungen, damit da, wo Sanktionen nötig sind auch Sanktionen angewendet werden können.“

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Laurenz Gehrke

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