TV-Triell zur Bundestagswahl: Die Anzeige zeigt die Redezeit der Kandidaten - Baerbock liegt hinter Scholz und Laschet
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Drittes TV-Triell: Trotz geringem Redeanteil wird Annalena Baerbock abgewürgt. Wurden Laschet und Scholz bevorzugt?

Vorteil für Laschet?

Panne beim TV-Triell: Moderatorin straft Baerbock zu Unrecht ab - „Da ist mir ein kleiner Fehler unterlaufen“

  • Veronika Silberg
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Auch beim dritten TV-Triell kurz vor der Bundestagswahl kommt es zu einer Panne bei der Zeitmessug. Erneut ist Annalena Baerbock die Leidtragende.

Berlin – Ein allerletztes Mal kommen die drei Kanzlerkandidaten Olaf Scholz, Annalena Baerbock und Armin Laschet zum TV-Triell zusammen. Ein allerletztes Mal haben sie vor der Bundestagswahl die Chance, die Wähler noch einmal von sich zu überzeugen. Das Rennen ist knapp. Kleine Feinheiten können einen großen Unterschied machen. Um die Chancen der Kandidaten in den Diskussionen auszubalancieren, wird die jeweilige Redezeit gemessen. Immer wieder werfen die Moderatorinnen Linda Zervakis und Claudia von Brauchitsch einen Blick auf die Zeitanzeige.

„Dann würde ich Sie bitten, Frau Baerbock, sich etwas kürzer zu fassen bei folgendem Thema“, schließt die Moderatorin den ersten Blick auf diese Anzeige ab. Aber Moment mal, da stimmt doch etwas nicht? Annalena Baerbock liegt mit einem Redeanteil von 6:49 Minuten deutlich hinter den männlichen Kandidaten Scholz und Laschet. Nicht zum erste Mal wird die Grünen-Kandidatin zur Leidtragenden einer Zeitmessungs-Panne.

Beim dritten und letzten TV-Triell auf ProSieben, Sat.1 und Kabeleins ging es für die Kandidaten Scholz, Baerbock und Laschet kurz vor der Bundestagswahl noch einmal um alles.

Erneute Panne bei TV-Triell: „Irre“ - Baerbock wird abgewürgt, obwohl sie weniger Redeanteil hat

Dieses Mal ist allerdings nicht die Messung an sich, sondern ein Fehler der Moderatorin Claudia von Brauchitsch Schuld. Die scheint einfach nicht genau hingesehen zu haben. Sofort schlagen die Zuschauer Alarm: „Warum dürfen Scholz und Laschet immer kontern und Baerbock wird abgewürgt, obwohl sie weniger Redeanteil hat?“, fragt eine Zuschauerin auf Twitter. Und auch die Partei-Kollegen stärken Baerbock den Rücken. „Irre. Beim Triell stellt die Moderatorin fest, dass Armin Laschet 50 % mehr Redezeit hatte - und wen würgt sie ab? Baerbock“, schreibt Grünen-Kollege Jürgen Trittin.

„Da ist mir ein kleiner Fehler unterlaufen“: Moderatorin entschuldigt sich für Panne bei TV-Triell

Moderatorin Claudia von Brauchitsch macht wenige Minuten später allerdings das einzig Richtige: Sie unterbricht die aktuelle Debatte, entschuldigt sich und korrigiert ihre Aussage: „Da ist mir ein kleiner Fehler unterlaufen“. Annalena Baerbock habe bisher den geringsten Redeanteil gehabt. Eine wichtige Korrektur, denn die Zeitmessung beeinflusst natürlich, wer schneller abgewürgt oder unterbrochen wird.

Das zeigte sich beim zweiten TV-Triell. Hier kam es zu Fehlern bei der Zeitmessung während der Sendung. Dahinter steckte offenbar ein Software-Fehler. Annalena Baerbock ging am Ende mit dem geringsten Redanteil aus der Sendung. Von Brauchitschs schnelle Reaktion auf ihr eigenes Missgeschick könnte eine Benachteiligung dieses Mal verhindert haben. (vs)

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