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Auf Twitter schwärmt EU-Internet-Kommissarin von ihrem Treffen mit dem User @Datenminister. Gemeint war Alexander Dobrindt. Doch dabei handelt es sich um einen Fake-Account. Dobrindt ist nicht bei Twitter.

Bei Twitter

EU-Kommissarin fällt auf falschen Dobrindt rein

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Berlin - Neelie Kroes, EU-Kommissarin ausgerechnet für Internet-Fragen, ist auf ein falsches Twitter-Profil von Infrastrukturminister Alexander Dobrindt (CSU) reingefallen.

Dass sich auf dem sozialen Netzwerk Witzbolde gerne als Prominente ausgeben, ist ein alter Hut. Siehe etwa die zahlreichen Fake-Profile von Angela Merkel. Oder das mittlerweile legendäre Comedy-Profil von Queen Elizabeth II. auf dem jemand Witz-Nachrichten aus dem Leben der britischen Königin schreibt.

Seit dem 16. Dezember trieb sich auf Twitter auch jemand herum, der sich unter dem Account @Datenminister als Infrastrukturminister Dobrindt ausgab. Und solche Sachen schrieb: "Es fehlen keine Milliarden Euro für den #Netzausbau. Sie kommen nur aus anderen Quellen."

Auf dieses Fake-Profil ist nun die EU-Kommissions-Vizepräsidentin Neelie Kroes hereingefallen, die als Kommissarin ausgerechnet für das Internet zuständig ist. Sie hatte Dobrindt am Mittwoch in Berlin getroffen und dessen Pläne zum Netzausbau als ermutigend gelobt. Und anschließend auf ihrem Twitter-Profil ein Foto von dem Treffen hochgeladen, zu dem sie schrieb, dass es eine Freude sei, mit dem Twitter-User @Datenminister zusammenzuarbeiten.

Der falsche Dobrindt twitterte ihr auch gleich zurück, dass es ihm ebenfalls eine Freude sei - und der Netzausbau in Deutschland sich positiv auf die digitale Infrstruktur der EU auswirke. Auf weitere Konversationen zwischen Kroes und dem Fake-Dobrindt müssen wir leider verzichten. Denn das Profil von @Datenminister wurde am Freitagmittag gelöscht. Dass es sich um ein Fake-Profil handelt, hat am Freitag das Bundesverkehrsministerium auf Anfrage unserer Onlineredaktion bestätigt. Dobrindt selbst hat kein Twitter-Profil. Und will auch keines anlegen. Im Interview mit der "Bild am Sonntag" sagte er kürzlich: "Meine Aufgaben für die Zukunft der digitalen Welt können Sie nicht mit 140 Zeichen beschreiben. Außerdem: Egal ob ich twittere oder nicht, davon hat niemand im Bayerischen Wald oder in der Eifel ein schnelleres Netz."

Twitter markiert echte Promi-Accounts

Etwas peinlich ist die Geschichte für Internet-Kommissarin Kroes trotzdem: Denn ein falsches Twitter-Profil ist ziemlich leicht zu erkennen.  Das soziale Netzwerk zeichnet Accounts, unter denen wirklich die genannten Prominenten schreiben, mit einem kleinen Häkchen aus. Entsprechend sind etwa die Profile von Sängerin Lena Meyer-Landrut oder von Dobrindts Staatssekretärin Dorothee Bär markiert.

Die internetaffine Bär hat den Twitter-Schwindel bereits durchschaut: Am Donnerstag schrieb sie auf ihrem Profil: "Bin ganz stolz auf die vielen Fake-Accounts v. Alexander #Dobrindt! (@Datenminister o.ä.) Das spricht für seine Qualität!:-) Große Fans hier!"

Vielleicht sollte Neelie Kroes künftig mal bei Dorothee Bär nachfragen, bevor sie wieder Fotos von Politiker-Treffen twittert...

fro 

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