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Kollektive Putin-Demütigung bei Gipfeltreffen? Twitter-Montage schlägt Wellen

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Von: Hannes Niemeyer

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Wladimir Putin gilt als bekannt dafür, Staatsgäste warten zu lassen. Was aber, wenn der Spieß umgedreht wird? So offenbar bei gleich vier Treffen zuletzt geschehen.

Moskau – Ein Treffen mit Wladimir Putin: Lange Zeit galt das als eine Vorstellung, die bei manchen Politikern sicherlich vorab für reichlich Nervosität sorgte. Der Kreml-Machthaber ist bekannt dafür, mit seinem Gegenüber zu spielen, seien es auch noch so wichtige Staatsoberhäupter. Ex-Kanzlerin Angela Merkel berichtete etwa im Frühsommer noch von einem dreisten Einschüchterungsversuch durch Putin bei einem gemeinsamen Treffen.

Allein und bedröppelt: Putin vor dem Treffen mit Erdogan. Der türkische Präsident ließ den Kreml-Chef offenbar warten.
Allein und bedröppelt: Putin vor dem Treffen mit Erdogan. Der türkische Präsident ließ den Kreml-Chef offenbar warten. © IMAGO/Alexander Demianchuk

Putin trifft Erdogan und weitere Staatschefs: Twitter-Montage lässt über Demütigung spekulieren

Bevor Putin mit seinen Gästen zusammenkommt, gern an einem übergroßen Verhandlungstisch, lässt er diese übrigens auch besonders gern mal einsam und allein warten. So unter anderem bei früheren Treffen mit der kürzlich verstorbenen Queen Elizabeth II. oder mit Ex-US-Präsident Barack Obama geschehen. Eigentlich sollte der Ukraine-Krieg den Westen derweil nur weiter von Putins Macht überzeugen. Mit dem Turnaround im Krieg – die Ukraine führt aktuell eine erfolgreiche Gegenoffensive aus – hat sich aber auch das Blatt, was die Stellung Putins auf internationalen Treffen angeht, offenbar geändert. Jedenfalls wenn man einer Twitter-Montage, die aktuell im Internet Wellen schlägt, glauben darf.

Geteilt wurde das Bild unter anderem vom BBC-Russland-Investigativreporter Andrey Zakharov. Zu sehen ist eine Montage aus vier Fotos, die Wladimir Putin vor Zusammenkünften mit anderen Staatschefs beim Treffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit zeigen. Die Bilder stammen offenbar aus Übertragungen der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti und sollen Putin vor den Einzeltreffen mit den jeweiligen Staatschefs Kirgisistans, Indiens, der Türkei und Aserbaidschans zeigen. Auffällig: Anstatt dass Putin seine Partner warten lässt, ist er diesmal derjenige, der stehen gelassen wird. Verschiebung der Machtverhältnisse oder gar eine kollektive Demütigung für den Kreml-Boss? Darüber wird im Netz diskutiert.

Putin kriegt „kostprobe seiner eigenen Medizin“: Ließen gleich vier Staatschefs den Kreml-Boss warten?

CNN-Analystin Bianna Golodryga etwa retweetete den Beitrag und schrieb dazu: „Putin kriegt nun eine Kostprobe seiner eigenen Medizin.“ User sehen darin bereits einen voranschreitenden Verlust von Putins globalem Einfluss. BBC-Journalist Zakharov etwa schrieb zu seinem Tweet selber: „Die Person, die absichtlich zu spät zu Besprechungen kommt, erscheint jetzt eher. Was ist passiert?“. Nicht ganz klar ist jedenfalls, wie lange Putin auf die Gesprächspartner warten musste und ob es vielleicht Gründe für Verspätungen gab oder Absicht in den Aktionen steckte. Ein Video zeigte allerdings zumindest vor einem Treffen, wie Putin auf den kirgisischen Ministerpräsidenten warten musste und dabei nicht gerade geduldig aussah. Und auch bei Fotos vor dem Erdogan-Treffen schaut Putin allein bedröppelt zu Boden.

Keine Wartezeiten-Berichte gab es allerdings beim Zusammenkommen von Putin und Chinas Präsidenten Xi – das Treffen der „alten Freunde“ wirkte aber auffallend inhaltslos. Inhalts- und bedeutungslos sollen derweil Angriffe der russischen Armee in der Ukraine ausfallen. Beginnt Putin eine Zermürbungstaktik im Krieg? (han)

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