Analyse des politischen Mega-Events 

Twitterkampf während der SiKo

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München - Während es bei der Münchner Sicherheitskonferenz um Gefahren der Kriege in Zukunft ging – und auch darum, wie sich Kriege verhindern lassen, tobte im Internet ein eigener Krieg. Ein Krieg um Aufmerksamkeit.

Anhänger der afghanischen-pakistanischen Volksgruppe der Hazara kaperten den Konferenzhashtag „#MSC2017“ um über Twitter auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Sie fühlen sich von der afghanischen Regierung verfolgt, immer wieder kommt es zu gezielten Terroranschlägen auf die Hazara, die als Schiiten im hauptsächlich von Sunniten bewohnten Afghanistan leben. 

Während bei der SiKo Angela Merkel und US-Vizepräsident Mike Pence redeten, überschwemmten Bilder von Toten und Anschlägen die Timelines auf Twitter. Eine Analyse von 70.000 Tweets vom Samstag zeigt, dass gegen 9 Uhr auch der Höhepunkt der Tweetzahl erreicht wurde: 

Auch wenn viele der Tweets der Hazara auf Englisch erschienen sind – was auch klar die Sprache Nummer Eins der Sicherheitskonferenz ist, auch Persisch schafft es auf Platz Zwei. Das ist die Sprache der Hazara. In unserer Auswertung finden sich fast 44.000 englische Tweets, 12.000 persische Tweets, Deutsch spielt kaum eine Rolle. 

Aber hatten die Hazara Erfolg mit ihrem Protest? Sowohl im Netz, wie auch in München im echten Leben demonstrierten sie am Samstag. 

Betrachtet man auf Twitter die Worte, die am häufigsten in den Tweets vorkommen, zeigt sich: Hauptgesprächsthemen waren zwar die SiKo-Schlagworte Justice, Leaders oder World - aber auch „Hazaras“ und „Afghanistan“ ist dabei. 

So sind wir vorgegangen 

Twitter bietet eine Schnittstelle an, mit der Tweets eine bestimmte Zeit lang heruntergeladen werden können. 70.000 Tweets vom Samstag, den 19. Februar haben wir analysiert, auf ihre Sprache und ihren Inhalt. Aus diesen Tweets haben wir zufällig 700 ausgewählt, aus denen wir dann die sogenannte Wordcloud erstellt haben. Anders hätte das sehr viel mehr Rechenpower für die Computer bedeutet.

Rubriklistenbild: © Benedict Witzenberger

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