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Markus Söder (hier am Riedberg) ist mit 1,94 m der Größte im Kabinett – und hat ein Faible für hochgesteckte Ziele.

Finanzminister oder Gipfelstürmer?

Interview mit Markus Söder: Dieser Mann will hoch hinaus

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München - Dieser Mann ist nicht nur hoch aufgeschossen, er will auch hoch hinaus: Die tz hat sich mit dem bayerischen Finanzminister Söder getroffen und ihn zu beruflichen Zielen und privaten Gipfeln befragt.

Ein Mann will nach oben: Bayerns Finanzminister Markus Söder lässt wenig Zweifel daran, dass er einmal Ministerpräsident werden will. Aber hat er das Zeug dazu? Die tz hakt nach:

Herr Minister, sind Sie ein Gipfelstürmer…? Oder sieht man bei einer Körpergröße von 1,94 Meter ohnehin alles von oben?

Söder: Manche sagen das.

Sind sie der Höchste?

Söder: Der Längste im Kabinett. Der Höchste ist unser Herrgott im Himmel.

Bergtouren sind nicht jedermanns Ding. Der G7-Gipfel vor einem Jahr in Elmau fand auf 1 008 Meter Höhe statt, hätten Sie’s auf die Bank mit Obama geschafft oder muss dann notfalls der Hubschrauber herhalten?

Söder: Das hätte ich schon zu Fuß geschafft. Es hätte mir auch große Freude gemacht. Ich bin schon fit: spiele in meiner Freizeit Tennis, gehe Radfahren oder Schwimmen. Deswegen trau ich mir das schon zu.

Welche Gipfel haben Sie denn schon bezwungen?

Söder: Natürlich war ich auf den Klassikern der Alpen: Der Zugspitze, dem Wendelstein oder der Kampenwand. In Franken waren es kleinere Höhen wie der Ochsenkopf oder das Walberla in der fränkischen Schweiz. Und dann gibt es ja noch die von Menschenhand erschaffenen Gipfel. Da stehen Eiffelturm, Empire State Building und Burj Khalifa in Dubai auf meiner „erledigt“-Liste. Am tollsten aber war der Weg zur Kuppel im Petersdom in Rom.

Wie war das Gefühl?

Söder: Gerade auf den Bergen hat man ein Gefühl der Ruhe, der Stille, aber auch der Demut vor der Natur.

Was macht einen Gipfelstürmer aus?

Söder: Dass er heil wieder runter kommt.

Was sollte man im Gepäck haben?

Söder: Feste Schuhe, Regenschutz, Sonnencreme und natürlich eine ordentliche Brotzeit.

Gibt es Kindheitserinnerungen zu einem Gipfel? Der Sinnwellturm der Burg in Nürnberg ist in 385 Meter Höhe, gut 70 Meter über der Stadt….

Söder: Ja, natürlich. Mit meinen Eltern waren wir immer am Chiemsee. Für mich war damals die Kampenwand der Mount Everest. Und der Sinnwellturm in Nürnberg schien für mich sowieso ein Wolkenkratzer. 

Wird das noch was mit dem politischen Gipfel, werden Sie einmal Bayerischer Ministerpräsident? Oder finden andere schneller den Weg nach oben aktuell führt  ja Innenminister Hermanns Weg steil nach oben - und Ilse Aigner lässt auch nicht locker.

Söder: Jedes Amt der Bayerischen Staatsregierung ist ein Höhepunkt. 

Hinzu kommt, dass Horst Seehofer auf dem Gipfel offensichtlich gar keinen Platz machen will …

Söder: In der Höhe ist es wichtig, dass man sich gegenseitig absichert. Deswegen arbeiten erfolgreiche Bergsteiger immer im Team. Alle hängen an einem Seil.

Oder haben Sie womöglich sogar Höhenangst?

Söder: Nein.

Auf dem Weg nach oben wird‘s in den Bergen immer eisiger, einsamer - spüren Sie das auch in der Politik?

Söder: Nicht eisiger, aber ernster. Große Verantwortung bedarf auch ernsthafter Antworten.

Falls es klappt, wie lautet dann ihr Eintrag ins Gipfelbuch?

Söder: Der Gipfel ist ein Ort, auf dem man nicht dauerhaft ein Wohnhaus bauen kann.

Gibt‘s irgendwelche Vorbilder als Gipfelstürmer?

Söder: Vor kurzem habe ich den Film Everest gesehen. Ich denke jetzt weniger an die erfolgreichen als vielmehr an diejenigen, die sich für andere geopfert haben. Ihnen gilt mein ganzer Respekt.

Je höher man steigt, desto tiefer fällt man… wie gehen Sie mit diesem Sprichwort um?

Söder: Meine Oma sagte immer: „Lass auf deinem Weg nach oben andere nicht stehen, geht es einmal abwärts, wirst Du alle wiedersehen.“ Deswegen sollte man alles mit Demut angehen.

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