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Ex-Ministerpräsident Beckstein überreicht seinem Nachfolger Seehofer die Wander-Auszeichnung der Königstreuen.

Königstreue ehren "royalen" Seehofer

Regensburg -­ Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) ist der erste Geehrte, der Salvatorkette der Königstreuen erst nach zwei Jahren weitergibt. Terminprobleme mit seinem Nachfolger Horst Seehofer (CSU) sollen Schuld gewesen sein.

Mit der Kette sei es ein richtiges Drama, sagte Beckstein beim Starkbierfest der König-Ludwig-II-Fans in Regensburg am Samstagabend. Morgens habe er sie noch “fieberhaft gesucht“ - und dabei vergessen, dass er sie längst zurückgegeben hatte. So erhält Seehofer das edle Schmuckstück am Samstagabend auch ganz und gar untraditionell außerhalb der Starkbierzeit. Ganz der Tradition entsprechend aber hält Beckstein als letzter Geehrter die Laudatio.

Eigentlich hätte Beckstein im Frühjahr 2009 nach dem Amt des Ministerpräsidenten einige Monate zuvor auch die Salvatorkette an Seehofer abtreten müssen. Das war ihm wohl zu viel. Und so dichtet Beckstein in seiner Laudatio scherzhaft: “Nur eines ist mir rätselhaft! Du nimmst mir weg mit aller Kraft/ alles das, was zwei Jahr mein/ obwohl ichs grundsätzlich gern hätte/ beispielsweis das Amt/ das nette/ oder die Salvatorkette. Muss das sein?“

Beckstein hatte das edle Schmuckstück im Frühjahr 2008 aus der Hand seines “Tandempartners“, CSU-Chef Erwin Huber, erhalten, da es sich um eine Wanderauszeichnung handelt. Ihr stolzer Träger setze sich ein für Geschichte, Brauchtum und Kultur, sagt Beckstein. Zweifelsohne habe sich Seehofer unermüdlich und ohne Rast dafür stark gemacht, trotz vieler Parallelen zwischen ihm und “Ludwig Zwo“.

Doch plötzlich überfallen Beckstein Zweifel am demokratischen Wesen Seehofers. “Ists ein Engel, ists ein Teufel, der dies Gespinst mit hat gebracht? ­ Horst! Was ist, wenn du selbst das bist, was du nicht sein darfst: Monarchist? Planst gar den Umsturz heute Nacht?“, dichtet Beckstein. Vorsichtshalber gibt der ehemalige Landesvater aber gleich Entwarnung und versichert den rund 150 Königstreuen, alle royalen Ähnlichkeiten zwischen Seehofer und Ludwig II. beschränkten sich auf Körpergröße und politischen Eigensinn. Für ihn sei “Horst, ohne Frage/ in jeder noch so schweren Lage/ ein Demokrat zu allen Zeiten“.

Der amtierende Ministerpräsident fühlt sich mit der Ehrenkette der Königstreuen um den Hals “pudelwohl“. In seiner Dankesrede geht er auf die Worte seines Vorgängers ein und sagt: “Soweit Du positiv über mich gesprochen hast, stimmt es.“

Seehofer lässt aber keinen Zweifel daran: In seiner Brust schlägt ein royales Herz. Der dpa sagt er: “Ich hätte gerne einen königlich bayerischen Landtag. Und natürlich wäre ich gerne für den Rest meines Lebens Monarch dieses Königreiches.“ Die Demokratie sie ja schön, sinniert er weiter, wären nicht die Fraktionen, die man stets um Zustimmung bitten müsste. Er könne sich ein Königreich Bayern gut vorstellen, scherzt Seehofer. “Wir brauchen Deutschland nicht“. Mit Blick auf die anderen Geberländer im Länderfinanzausgleich sagt Seehofer: “Wenn ich mit Stefan Mappus und Roland Koch zusammensitze, weiß ich, uns gehört die Bundesrepublik.“

Ansonsten plädiert er für mehr Leichtigkeit und Humor in der Politik. Beides habe Becksteins Laudatio. Im Kreise der Königstreuen fühle er sich unter Freunden. In Anspielung auf seinen “neuen Freund“ Guido Westerwelle stellt Seehofer dann aber fest, in Berlin und München fühle er sich zuweilen von Freunden umzingelt.

dpa

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