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Christian Ude glaubt, dass die CSU immer mehr auf Distanz geht zu Horst Seehofer.

CSU nur noch "schwankendes Schilf im Abendwind"

München - Nach mehrfachen Kurswechseln und jüngsten innerparteilichen Turbulenzen in der CSU erwartet SPD-Spitzenkandidat Christian Ude eine Abkehr der Christsozialen von ihrem Parteichef.

„Unter Horst Seehofer weiß wirklich keiner mehr, wie lange er eine Position noch verteidigen soll, weil er das Verfallsdatum nicht kennt“, sagte Münchens Oberbürgermeister der Nachrichtenagentur dpa in München. „So etwas habe ich noch nie erlebt. Die Wechselstimmung, die bisher von der CSU immer bestritten wurde, hat sie jetzt selbst erfasst. Die CSU, die mal ein Granitfels in der Landschaft war, ist plötzlich nur noch schwankendes Schilf im Abendwind.“

Beispiele seien etwa der CSU-Kurswechsel bei den Studiengebühren, der eingestellte Widerstand gegen zusätzliche Hilfsmilliarden für Griechenland und die Einführung eines freiwilligen neunten Schuljahres beim G8. „Wenn ein Ministerpräsident innerhalb weniger Wochen permanent das Ruder herumreißt und das Gegenteil von dem sagt, was gestern noch Parteidoktrin war, dann sind das nicht mehr Lernprozesse aufgrund späterer Einsicht, sondern dann ist das pure Orientierungslosigkeit“, sagte Ude. „Die Truppen werden es bald satthaben, noch für irgendwas den Kopf hinzuhalten, wenn sie wissen: Die Oberste Heeresleitung lässt uns garantiert als verlorenen Vorposten irgendwann allein im Feuer stehen.“

dpa

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