+
Christian Ude glaubt, dass die CSU immer mehr auf Distanz geht zu Horst Seehofer.

CSU nur noch "schwankendes Schilf im Abendwind"

München - Nach mehrfachen Kurswechseln und jüngsten innerparteilichen Turbulenzen in der CSU erwartet SPD-Spitzenkandidat Christian Ude eine Abkehr der Christsozialen von ihrem Parteichef.

„Unter Horst Seehofer weiß wirklich keiner mehr, wie lange er eine Position noch verteidigen soll, weil er das Verfallsdatum nicht kennt“, sagte Münchens Oberbürgermeister der Nachrichtenagentur dpa in München. „So etwas habe ich noch nie erlebt. Die Wechselstimmung, die bisher von der CSU immer bestritten wurde, hat sie jetzt selbst erfasst. Die CSU, die mal ein Granitfels in der Landschaft war, ist plötzlich nur noch schwankendes Schilf im Abendwind.“

Beispiele seien etwa der CSU-Kurswechsel bei den Studiengebühren, der eingestellte Widerstand gegen zusätzliche Hilfsmilliarden für Griechenland und die Einführung eines freiwilligen neunten Schuljahres beim G8. „Wenn ein Ministerpräsident innerhalb weniger Wochen permanent das Ruder herumreißt und das Gegenteil von dem sagt, was gestern noch Parteidoktrin war, dann sind das nicht mehr Lernprozesse aufgrund späterer Einsicht, sondern dann ist das pure Orientierungslosigkeit“, sagte Ude. „Die Truppen werden es bald satthaben, noch für irgendwas den Kopf hinzuhalten, wenn sie wissen: Die Oberste Heeresleitung lässt uns garantiert als verlorenen Vorposten irgendwann allein im Feuer stehen.“

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Umfrage zur Landtagswahl 2018 in Bayern: CSU im Sturzflug - Grüne stärker als SPD und AfD
Am 14. Oktober 2018 findet die bayerische Landtagswahl statt. Die aktuellen Umfrageergebnisse und eine darauf basierende Prognose finden Sie hier.
Umfrage zur Landtagswahl 2018 in Bayern: CSU im Sturzflug - Grüne stärker als SPD und AfD
Heikler Termin: Seehofer sagt vor dem GBW-Ausschuss aus
Knapp drei Monate vor der Landtagswahl hat im GBW-Ausschuss des Bayerischen Landtags die entscheidende Phase begonnen. Den Auftakt im Zeugenstand macht Horst Seehofer.
Heikler Termin: Seehofer sagt vor dem GBW-Ausschuss aus
Israel verabschiedet umstrittenes "Nationalitätsgesetz"
Mit 62 von insgesamt 120 Stimmen ist im Parlament Israels das "Nationalgesetz" verabschiedet worden. Die Verordnung sieht unter anderem vor, das Arabisch nicht mehr …
Israel verabschiedet umstrittenes "Nationalitätsgesetz"
Zuckerberg will Posts von Holocaust-Leugnern nicht entfernen
Im Netz und vor allem auf Facebook gibt es viele, die den Völkermord an den Juden im Zweiten Weltkrieg bestreiten. Facebook-Chef Zuckerberg findet das beleidigend, will …
Zuckerberg will Posts von Holocaust-Leugnern nicht entfernen

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.