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Niederlage für den Landesvorsitzenden Petr Bystron (r): Martin Hebner (kleines Foto) steht auf Platz 1 der Landesliste.

Für die Bundestagswahl

Überraschung bei AfD: Starnberger Kreischef an die Spitze

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Ein Überraschungskandidat wird die bayerische AfD in die Bundestagswahl führen. Die Landespartei wählte bei ihrer Aufstellungsversammlung in Greding Martin Hebner auf Platz 1 der Landesliste.

Update vom 4. April 2017: Schafft die Alternative für Deutschland bei der Bundestagswahl im September ein zweistelliges Ergebnis? Oder scheitert die Partei wieder an der Fünf-Prozent-Hürde? Wir zeigen die aktuellen Umfragen und Prognosen zur AfD für die Bundestagswahl 2017.

Greding – Die Partei fügte damit ihrem Landesvorsitzenden Petr Bystron eine schwere Niederlage zu. Bystron, der als klarer Favorit gegolten hatte, kam nur auf 190 der 446 abgegebenen Stimmen. Für Hebner stimmten 243 Mitglieder.

Der Wahlsieger hatte seine Kandidatur erst auf dem Parteitag erklärt und laut Teilnehmern eine überzeugende Vorstellungsrede gehalten. Bystron werfen Parteimitglieder dagegen vor, nicht aktiv genug gewesen zu sein. Doch auch die Diskussion um den Rechtsaußen der AfD, Thüringens Landeschef Björn Höcke, spielt nach Einschätzung von Parteifunktionären eine Rolle. Der Bundesvorstand hatte ein Parteiausschlussverfahren gegen Höcke beschlossen. Bayerns Landesvorstand schloss sich dem an. Damit sind offenbar viele Mitglieder unzufrieden. Vor allem in Franken und Niederbayern gibt es nach Einschätzung aus der Partei viele Anhänger Höckes.

Hebner ist auch Mitglied des Landesvorstands

Der 57 Jahre alte Wirtschaftswissenschaftler Hebner ist zwar als Schriftführer ebenfalls Mitglied des Landesvorstands, die Mitglieder lasten die Angelegenheit aber vor allem Landeschef Bystron an. Er lebt in Dießen am Ammersee, ist verheiratet und hat vier Kinder. Er ist auch Chef des Starnberger Kreisvorstandes und dort auch AfD-Direktkandidat für den Bundestag.

Auf Platz 2 setzte sich Peter Boehringer (Amberg-Neumarkt) durch. Eine weitere Überraschung gab es auf Platz 3, weil die favorisierte Katrin Ebner-Steiner schon im ersten Wahlgang mit nur 79 Stimmen durchfiel. Die Niederbayerin hatte durch Veranstaltungen mit Björn Höcke auf sich aufmerksam gemacht. Jetzt kam sie nicht einmal in die Stichwahl, die dann Corinna Miazga (Straubing) gewann.

Die weiteren Plätze will die AfD erst am kommenden Wochenende vergeben. Möglicherweise tritt dann Petr Bystron noch einmal an – derzeit sondiert er die Stimmung an der Basis.

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