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Beim AfD-Parteitag wollen viele auf die große Bühne. 

Parteitag in Greding

Überraschungen im weiß-blauen AfD-Machtkampf

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Die bayerische AfD trifft sich am Samstag in Greding. Beim Parteitag steht einiges auf dem Programm. Vor allem die Nachfolge-Suche für Landeschef Petr Bystron. 

München/GredingTiefstapeln können sie in der AfD. In der Einladung zum Parteitag kündigt der Landesvorstand bescheiden eine „arbeitsintensive Versammlung“ an, mit einem „dicht gepackten Programm“. Sie hätten auch schreiben können: Kommt herbei, kommt alle herbei, es ist wieder Zeit für Spektakel!

Bei anderen Parteien sind die Versammlungen Bürokratie-Kolosse, die AfD liefert regelmäßig große Szenen. Auf Bundesebene brach Frauke Petry mal in Tränen aus, weil sie arg kritisiert wurde, Martin Sichert bejubelte sich ein anderes Mal als neuer Landesvorsitzender, bis seine Wahl zwei Stunden später annulliert wurde. Und Petr Bystron schaute schockiert, als er auf dem Weg zur Spitzenkandidatur über eine Spontan-Intrige stolperte. „Es ist alles denkbar, auch das Gegenteil“ – dieser Satz, mit dem CSU-Chef Horst Seehofer in dieser Woche die Diskussion um seine Zukunft kommentierte, gilt auch für die AfD. 

Wer wird der neue Landeschef?

Bis zu 500 Personen werden am heutigen Samstag in der Hippodrom-Halle in Greding erwartet – Mitglieder, die Basisdemokratie lieben und Vorab-Absprachen hassen. Das zwingt die Kandidaten für die Nachfolge von Landeschef Petr Bystron, sich bis zur Wahl bedeckt zu halten. Trotzdem deuten sich Neuigkeiten an.

Das sind die Kandidaten in der Bayern-AfD

Vier Kandidaten sind offiziell im Rennen: Die Bundestagsabgeordneten Gerold Otten (61) aus dem Kreis München, Martin Sichert (37) aus Nürnberg und Martin Hebner (58) aus dem Kreis Starnberg; dazu Oberbayern-Bezirkschef Florian Jäger (46). Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit blieben lange ohne Erfolg – jeder will an der Spitze stehen, den Verband mit rund 4000 Mitgliedern anführen. Unbestätigten Gerüchten aus Mitgliederkreisen zufolge könnte es aber noch eine Spontan-Einigung zwischen Sichert (als Vorsitzendem) und Otten (als Vize) geben. Das wäre eine Vorentscheidung, da ihre Lager mehr Mitglieder mobilisieren dürften als Hebner und Jäger.

Wenig Aussicht auf eine harmonische Lösung

Eine harmonische Lösung wäre eine Überraschung nach einem intensiven Wettstreit, der auf Lagerkämpfe hindeutete. Zu allen Kandidaten kursieren „Schmutzeleien“, noch so ein Seehofer-Wort. Sichert wird sein eingestelltes Parteiausschlussverfahren aus der Zeit von Bernd Lucke vorgehalten. Ihm waren rechtsradikale Tendenzen nachgesagt worden, weil er sagte, im Zweiten Weltkrieg hätten die „zwei größten Massenmörder“ gesiegt. „Das war nichts Rechtsradikales, dazu stehe ich“, sagt Sichert. 

Hebner wird kritisiert, nicht ordentlich gearbeitet zu haben – so gibt es noch kein Landtagswahlprogramm, für das er im Landesvorstand zuständig ist. „Das Bundeswahlprogramm war im Mai 2017 fertig“, sagt der Spitzenkandidat. „Im neuen Jahr 2018 ist planmäßig das Landeswahlprogramm so weit.“ Und über Otten wurde gelästert, Marionette von AfD-Vize Werner Meier zu sein. Sollte sich Otten tatsächlich mit Sichert zusammentun, würde er sich von seinem Förderer abwenden und dessen Parteikarriere enorm schaden.

Programmatisch klingen die Favoriten Hebner, Otten und Sichert ähnlich: Sie wollen Aktive um sich scharren, die Partei stabilisieren und die CSU massiv angreifen. Das Problem: Eigentlich wünscht sich die Partei die Trennung von Amt (im Landesvorstand) und Mandat (im Bundestag). Einen Antrag dazu würden die Unterstützer der drei abschmettern. Die Kandidaten beteuern, ja nicht alle Ämter zu besetzen. Auf die Mischung komme es an. Denkbar wäre auch, dass der neue Parteichef sein Bundestagsmandat aufgibt, um 2018 wenn möglich als Spitzenkandidat in den Landtag zu wechseln.

Zwei komplette Tage sind für den Rechenschaftsbericht des jetzigen Vorstands (die Aussprache soll unangenehm werden) und die Neuwahlen angesetzt. Inhaltlich ist nichts Großes geplant. Es bleibt beim Spektakel.

Sebastian Dorn

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