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Vertreter des US-Geheimdienstes nahmen am Mittwoch bei einem Hearing in Washington Stellung zum Datenskandal.

NSA im Internet immer dabei

Von Daten-Schnüfflern permament observiert

Washington - Die Internet-Überwachung durch den US-Geheimdienst NSA scheint noch umfassender zu sein, als bisher vermutet. Nach neuen Erkenntnissen, lesen die Daten-Schnüffler permanent mit, was online passiert.

Nach den neuen Veröffentlichungen der britischen Zeitung "The Guardian" zum umfassenden US-Überwachungsprogramm XKeyscore verteidigen sich die Verantwortlichen in Washington gegen Kritik. Das Programm sei nur ausgewählten Personen zugänglich und unterliege strengsten "gegenseitigen Kontrollen" gegen Missbrauch, erklärte das Weiße Haus am Mittwoch (Ortszeit). "Der Vorwurf flächendeckender, ungeprüfter Zugriffe auf NSA-Daten ist falsch", versicherte Präsidentensprecher Jay Carney. Auch der Auslandsgeheimdienst NSA widersprach der Behauptung, er sammele "willkürlich und grenzenlos" Informationen, und warnte vor der Gefährdung wichtiger Quellen und Aufklärungsinstrumente durch Medienberichte.

Inmitten der Affäre um die flächendeckende Überwachung des Internets durch den US-Geheimdienst hatte der "Guardian" wenige Stunden zuvor neue Dokumente zu XKeyscore veröffentlicht: Laut den Unterlagen, die der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden der Zeitung übermittelte, erlaubt das Programm die Einsicht in "praktisch alles, was ein gewöhnlicher Nutzer im Internet tut". Demnach können NSA-Mitarbeiter in Echtzeit die E-Mails von Nutzern lesen sowie ihre Suchen im Internet, Einträge in sozialen Netzwerken und faktisch alle sonstigen Tätigkeiten im Netz verfolgen.

Nutzer könnten dabei nicht nur über ihre E-Mail, sondern mittels einer detaillierten Suchmaske auch über zahlreiche weitere Kriterien gefunden werden: So kann das Internet dem Bericht zufolge etwa nach Personen durchsucht werden, die in Pakistan auf Deutsch kommunizieren oder den Kartendienst Google Maps nutzen, um Anschlagsziele auszuspähen. Laut den präsentierten Folien wurden "mehr als 300 Terroristen" dank des Programms gefasst. Konkrete Beispiele wurden vom "Guardian" aber geschwärzt.

NSA-Chef ruft Hacker zur Hilfe auf

Der Chef des US-Geheimdienstes NSA, General Keith Alexander, hat bei einer Konferenz in Las Vegas die anwesenden Hacker aufgerufen, dem Geheimdienst bei seiner Aufgabe zu helfen. Alexander sagte am Mittwoch nach Angaben der „Washington Post“: „Wir stehen für Freiheit.“ Die Hacker sollten dem Geheimdienst helfen das Land zu verteidigen.

Er sagte, die NSA-Mitarbeiter wollten Terroristen finden und beobachten und nicht normale Amerikaner. Die Medien stellten Fakten über NSA-Programme falsch dar. Der Ruf der Mitarbeiter des Geheimdienstes sei beschädigt, weil nicht alle Tatsachen auf dem Tisch lägen. Die „Washington Post“ schrieb der Auftritt von Alexander in Las Vegas sei Teil einer Kampagne der Öffentlichkeitsarbeit, um besser zu erklären, was die NSA tue.

dpa/AFP

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